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24.09.2014, 20:55 Uhr KOMMENTAR

Stumme Generation: In der Politik fehlen junge Leute

Ein Kommentar von Stefan Prinz


In den Parlamenten der Rathäuser fehlen junge Leute.In den Parlamenten der Rathäuser fehlen junge Leute.

Nordhümmling. Junge Frauen wie Jennifer Adam aus Esterwegen sind in der Kommunalpolitik leider die Ausnahme. Das ist ein Problem für alle Orte. Denn ohne eine starke Stimme der jungen Generation werden viele wichtige Diskussionen gar nicht erst angestoßen – wie zum Beispiel die Vergreisung von Ortskernen, meint Kommentator Stefan Prinz

Gemeinderatspolitik ist für junge Frauen und Männer wenig attraktiv. In abendlichen Sitzungen mit zumeist viel älteren Männern werden Themen behandelt, die mit dem Alltag und den Problemen von 20-Jährigen wenig zu tun haben.

Das Fehlen der Jungen muss aber nicht das Problem der Alten sein. Im Gegenteil. Wer in einer demokratischen Gemeinschaft lebt, hat nicht nur das Recht, sondern auch die Pflicht, sich einzubringen. Das gilt für Junge und für Alte, für Männer und für Frauen. Für jede Gemeinde ist es jedoch ein großer Verlust, wenn junge Leute nicht ihr Recht auf politische Mitsprache einfordern. Denn viele wichtige Diskussionen werden ohne die Mitwirkung von jungen Frauen und Männern gar nicht erst angestoßen. Im niederländischen Groningen hat das von älteren Männern dominierte Kommunalparlament beschlossen, dass in bestimmten Stadtbezirken keine Studenten mehr wohnen dürfen, weil die Anwohner den Partylärm nicht mehr ertragen wollten.

Würden in emsländischen Gemeinderäten mehr junge Leute sitzen, hätte es schon längst eine Diskussion über einen Baustopp von zu vielen Seniorenwohnungen in den Ortskernen gegeben, weil Kommunen wie Papenburg dort zu vergreisen drohen. Diese und andere wichtige Themen werden aber nie diskutiert, weil in der Kommunalpolitik die starke Stimme einer jungen Generation fehlt. Schade.


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