Nach Connemann-Debatte 70 Teilnehmer bei DGB-Antikriegstag in Esterwegen

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Esterwegen. Erstmals ohne Politiker als Hauptredner hat der Kreisverband Nördliches Emsland des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) den „Antikriegstag“ an der Begräbnisstätte Esterwegen veranstaltet. An der Gedenkfeier am Sonntagabend nahmen rund 70 Menschen teil.

Normalerweise wird ein Politiker bei derlei Veranstaltungen als Hauptredner geführt. In dieser Funktion war ursprünglich die CDU-Bundestagsabgeordnete Gitta Connemann vorgesehen, die jedoch nach umstrittenen Äußerungen in einem Interview mit unserer Zeitung zum Gaza-Konflikt einige Wochen vor der Veranstaltung ausgeladen wurde. Die darauffolgenden öffentlichen Diskussionen hatten den DGB zu einer Änderung des Veranstaltungskonzeptes veranlasst, welches nun erstmals Anwendung fand.

In Zukunft sollen keine Politiker mehr als Redner fungieren, wie Anton Henzen, Vorsitzender des DGB Kreisverbandes Nördliches Emsland am Rande der Veranstaltung sagte. An diese Stelle traten am Sonntag eine Reihe von DGB-Funktionären. Politiker würden jedoch weiterhin eingeladen, als Gast an der Veranstaltung teilzunehmen, so Henzen. Auch wenn sie diesmal nicht teilnahm, sei Connemann als Besucherin weiterhin gern gesehen.

Ebenfalls sei für künftige Antikriegstage geplant, dass sich unter der Beteiligung von Wissenschaftlern ein Friedensforum im Voraus mit passenden Thematiken befassen soll. Die Ergebnisse der Diskussionen sollen laut Henzen im Anschluss Eingang in die Gedenkveranstaltung finden.

Mit der diesjährigen Veranstaltung war Henzen zufrieden: „Die Veranstaltung wurde sehr gut angenommen.“ Nach der Eröffnung durch Henzen hielt Dorothee Jürgensen, Regionalgeschäftsführerin der DGB Region Oldenburg-Wilhelmshaven, eine Rede, in der sie zu zivilen Lösungen von Konflikten aufrief. Kriege würde die Menschen nicht einfach überkommen, sondern sie würden gemacht, weil große Mächte Interesse an kriegerischen Auseinandersetzungen hätten.

Mit Blick auf die Terrororganisation „Islamischer Staat“, den Syrien-Konflikt, den Gaza-Krieg und die Ukraine-Krise äußerte Jürgensen, dass militärische Lösungen nicht die richtigen seien.

Neben weiteren Redebeiträgen stachen vor allem die Ansprachen von zwei Jugendvertretern der Papenburger Meyer Werft heraus, die ebenso Mitglieder des Ortsjugendausschusses Papenburg/Leer der IG-Metall sind, Nico Bloem und Joest Busemann. Bloem sagte, dass das, „was im Moment in der Welt passiert“, ihn mit „Trauer und Fassungslosigkeit“ zurücklasse. Die Jugend sei gegen jedwede Organisation, die den Krieg in der Welt fördere. „Das Einzige, was sich der Mensch wünscht, sind Freiheit und Friede“, so Bloem.

Busemann trug derweil seine Erinnerungen und Eindrücke an einen Besuch der Gedenkstätte Auschwitz vor. Mit Blick auf die weltweiten Ereignisse hielt er fest: „Frieden kommt nicht von Gott, Buddha oder Allah, er muss von den Menschen geschaffen werden.“


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