Kein Hauptredner bei Antikriegsveranstaltung DGB bleibt dabei: Connemann soll nicht in Esterwegen reden

Gitta Connemann wird nach dem Willen des DGB Kreisverbandes Emsland Nord nicht auf der Gedenkveranstalung in Esterwegen reden. Foto: Hermann HinrichsGitta Connemann wird nach dem Willen des DGB Kreisverbandes Emsland Nord nicht auf der Gedenkveranstalung in Esterwegen reden. Foto: Hermann Hinrichs

Papenburg. Der DGB hält an der Ausladung fest: Die CDU-Bundestagsabgeordnete Gitta Connemann soll nicht auf der Antikriegstagsveranstaltung des DGB am 7. September in Esterwegen reden.

Wie die Geschäftsführerin der DGB-Region Oldenburg-Ostfriesland, Dorothee Jürgensen, mitteilte, werden stattdessen Gewerkschafter in kurzen Beiträgen „Gedanken zum Antikriegstag vorstellen“. Der DGB Kreisverband sei sich sicher, dass nach der Vorgeschichte eine Rede Connemanns in Esterwegen die Gedenkveranstaltung stark belasten würde. Zugleich wies Jürgensen darauf hin, dass der Kreisverband bedauere, dass die Ausladung Connemanns nach einem Interview in der Ems-Zeitung zum Gazakonflikt zu „Irritationen“ geführt habe. Sie hatte darin das Selbstverteidigungsrecht Israels gegen den Raketenbeschuss durch die Hamas betont.

Der Kreisverband entschuldige sich ausdrücklich bei Frau Connemann für das „fehlerhafte Vorgehen bei der Kommunikation“, so Jürgensen: „Uns ist klar, dass es sich gehört hätte, zuerst mit Frau Connemann selbst über die Ausladung zu sprechen und nicht vorher an die Presse zu gehen.“ Der DGB werde sich um ein persönliches Gespräch bemühen.

Das Engagement Connemanns in der Deutsch-Israelischen Gesellschaft werde geachtet und auch das Existenzrecht Israels sei zu keiner Zeit infrage gestellt worden. Aber auch das Selbstbestimmungsrecht der Palästinenser und ihr Recht auf einen souveränen Staat seien „unabdingbare“ Voraussetzungen für eine dauerhafte Friedenslösung. Die Bundestagsabgeordnete sagte auf Anfrage , sie sei „fassungslos und enttäuscht“. Die regionalen DGB-Verantwortlichen hätten wieder den Weg gewählt, zuerst die Medien zu informieren. „Dieselbe Art der Kommunikation, für die sie sich gleichzeitig offiziell entschuldigen.“ Das „Verheerende“ bleibe das Signal in der Sache selbst, so Connemann. An dem Redeverbot werde festgehalten, „weil den DGB-Verantwortlichen nicht passt, was ich sage“. Diskussion sei nicht erwünscht, Toleranz werde nicht gezeigt.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN