Nach Israel-Interview Connemann ausgeladen: DGB befürchtet Eklat

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Der DGB hat Gitta Connemann wegen zu unkritischer Äußerungen zu Israel wieder ausgeladen. Foto: Hermann HinrichsDer DGB hat Gitta Connemann wegen zu unkritischer Äußerungen zu Israel wieder ausgeladen. Foto: Hermann Hinrichs

Esterwegen. Das Interview der Ems-Zeitung mit der CDU-Bundestagsabgeordneten Gitta Connemann sorgt für Aufregung: Wegen ihrer israelfreundlichen Haltung hat der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) die Politikerin als Rednerin beim Antikriegstag in Esterwegen ausgeladen. Die Gewerkschafter befürchten einen Eklat. Gitta Connemann wirft dem DGB daraufhin Intoleranz vor. Auch der Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft meldet sich zu Wort.

Eigentlich sollte Gitta Connemann zum Antikriegstag im September eine Rede auf dem Gelände der Gedenkstätte Esterwegen halten. Daraus wird nichts. Nach ihrer Israel-Reise und dem anschließenden Interview in der Ems-Zeitung am Samstag schickte ihr der Gewerkschaftsbund jetzt eine Absage: „Ihre einseitige Stellungnahme zum Krieg in Israel widerspricht unseren DGB-Grundsätzen“, schreiben Dorothee Jürgensen, DGB-Geschäftsführerin für Oldenburg-Ostfriesland, und Anton Henzen, DGB-Chef des Kreisverbandes Nördliches Emsland.

Die Gewerkschafter verurteilen insbesondere Äußerungen Connemanns zum israelischen Angriff einer UN-Schule im Gazastreifen. Dabei kamen mindestens 40 Menschen ums Leben.

Dazu sagte die Abgeordnete: „Jeder Tote ist zu viel. Aber seit 2006 wird Israel beschossen und hat ein Recht auf Selbstverteidigung. Die Hamas-Terroristen nutzen Schulen und Altenheime als Raketenlager, missbrauchen Frauen und Kinder als menschliche Schilde. Israel unternimmt alles, um diese Zivilisten zu schützen. Israel fordert die Menschen vor jedem Angriff per Telefon, SMS, Flugblätter und Warnschüsse auf, die Häuser zu verlassen, die als Lager missbraucht werden.“

Die Äußerung macht die DGB-Spitze wütend: Ein Angriff auf eine Schule sei nicht zu rechtfertigen. Außerdem: „Wohin sollen sich denn die Menschen in Sicherheit bringen? Der Gazastreifen ist ein abgeriegeltes Gebiet, sagt Dorothee Jürgensen im Gespräch mit unserer Zeitung. Sie befürchtet, dass es angesichts solcher Äußerungen Connemanns in Esterwegen „zum Eklat“ gekommen wäre.

Gitta Connemanns Reaktion ist ähnlich scharf: „Ich bin keine Kriegstreiberin. Ihre Unterstellung ist angesichts des Leides der Opfer und ihrer Familien unerträglich“, schreibt sie am Mittwoch in einem offenen Brief an den Gewerkschaftsbund.

Connemann weiter: „Mit meinem Entsetzen darüber stehe ich übrigens nicht allein. Vielmehr spreche ich auch im Namen des Präsidenten der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Reinhold Robbe, der vollkommen entrüstet über Ihren unglaublichen Brief ist.“

Robbe verteidigt Connemann: Im Namen der Deutsch-Israelischen Gesellschaft verwahre er sich „gegen die polemischen und nicht zu akzeptierenden Unterstellungen gegen seine Vizepräsidentin Gitta Connemann. Sie habe sich stets für den Frieden im Nahen Osten und in der Welt eingesetzt. „Die jetzt erhobenen Vorwürfe sind absolut absurd und ein schäbiger Versuch, einen Menschen zu diskreditieren.“

Connemann abschließend: „Meine Position zum Recht Israels, seine Bevölkerung gegen Terroristen verteidigen zu dürfen, mag sich von Ihrer unterscheiden. Aber dass mir deshalb das Wort entzogen wird, verdient für mich nur eine Beurteilung – Intoleranz.“

Der DGB wolle trotz dieses Konfliktes den Dialog mit Connemann nicht abreißen lassen, so Dorothee Jürgensen.


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