Zum 50. Geburtstag Von Drachen und Königen: Märchenwald verzaubert Kinder und Erwachsene

Nach über 50 Jahren erfreuen die Märchenhäuser auch heute noch viele Kinder. Foto: Talea NordaNach über 50 Jahren erfreuen die Märchenhäuser auch heute noch viele Kinder. Foto: Talea Norda

Surwold. Zwerge, Drachen und Könige: Im Rahmen seines 50-jährigen Bestehens haben sich Kinder aber auch Erwachsene im etwa 34 Hektar großen Surwolder Erholungsgebiet von den zahlreichen Geschichten des Märchenwaldes hinreißen lassen.

Die Schau bietet seinen Besuchern 13 Stationen, an denen durch Märchenfiguren verschiedene Geschichten wie Hänsel und Gretel, die sieben Zwerge oder Rotkäppchen erzählt werden. Über einen Knopf an jedem der Häuschen kann einer kurzen Zusammenfassung des Märchens gelauscht werden. Dabei bietet der Wald besonders im Herbst eine mystische Atmosphäre, die die Stimmung der Märchen unterstreicht. 

Viele Eltern, die mit ihren Kindern an diesem Wochenende zu Besuch waren, sind selbst als Kind schon hier gewesen, um sich die Märchen anzuhören. Dabei hat sich in den vergangenen Jahren nicht viel geändert. Den Kindern bereiteten die Märchen jedoch auch heute noch sichtlich Freude. Zusätzlich konnten sie sich beim Kinderschminken das Gesicht bemalen lassen.

(Weiterlesen: 50 Jahre Märchenwald in Surwold: Ein Format mit Zukunft?)

Geschichtenerzähler mit Zauberinstrumenten

Zum Jubiläum wurden auch die Märchenerzähler Karlheinz Schudt und Rita Maria Fröhle aus dem nordrhein-westfälischen Vlotho eingeladen. Mit viel Gestik und Mimik trug Schudt seinen jungen Zuhörern eher unbekannte und teils selbst geschriebene Märchen vor, denen die Kinder gespannt lauschten. 

Er erzählte von Dachen und Königen und verführte die Zuhörer mit seinen "Zauberinstrumenten" in eine Märchenwelt. Die Klänge der Zwergenflöte und der Sansula, bei der Lamellen mit den Fingern angezupft werden, unterstrichen die Magie der Geschichten.

Foto: Talea Norda

„Märchen sprechen eher das Herz an, als den Verstand“, sagte Schudt. Die Aussage, Märchen seien Lügengeschichten, könne er nicht bestätigen. Sie seien einfach Geschichten, die aus einer Welt erzählen, die wir nicht verstehen. Dabei würden Märchen, besonders Volksmärchen immer gut ausgehen. "Das ist das Besondere an ihnen", findet Schudt. 

Für Kinder seien sie aufregend, für die Älteren eher entspannend. Aktuell sind Märchen seiner Ansicht nach immer noch. Dass viele von ihnen jedoch vom US-amerikanischen Medienunternehmen Disney kopiert oder in Fantasyfilmen verarbeitet werden, sieht er kritisch. Schudt möchte stattdessen die ursprünglichen Märchen bewahren und diese mehr unter die Leute bringen.  

Erzähler Karlheinz Schudt führte seine Zuhörer in eine Märchenwelt. Foto: Talea Norda


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