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09.09.2019, 12:26 Uhr KOMMENTAR

Zur Praxisschließung in Neubörger: Alternativen in der medizinischen Versorgung

Ein Kommentar von Hermann-Josef Tangen


Symbolfoto: dpaSymbolfoto: dpa

Neubörger/Papenburg. Nachdem die einzige Arztpraxis in Neubörger nach 27 Jahren schließt, müssen alternative Wege zur medizinischen Versorgung her. Ein Kommentar.

Auch wenn nach der Schließung der einzigen Arztpraxis in Neubörger Kompromissbereitschaft angezeigt ist, stellt der nun beschrittene Weg eine durchaus praktikable Lösung dar. 

Doch die Situation auf dem Lande wird sich in den nächsten Jahren weiter zuspitzen. Allein im Bereich Nordhümmling und Umgebung haben drei von fünf praktizierenden Hausärzten inzwischen die Altersgrenze erreicht oder bereits überschritten. Da es auch in diesen Fällen bislang offenbar keine Nachfolgeregelung gibt, werden die Patienten hier womöglich bald vor verschlossenen Türen stehen.

Die Politik ist gefordert, entsprechende Voraussetzungen zu schaffen. Investitionskostenzuschüsse und Honorargarantien reichen nicht, um das Problem zu lösen. Das beginnt nämlich bereits beim Studium, wo das Angebot an Medizin-Studienplätzen dem tatsächlichen Bedarf weit hinterherhinkt.

Kurzfristig sind aber pragmatische Lösungen vonnöten, die über die Betreuung der nicht mobilen Patienten durch Hausbesuche von Nichtärztlichen Praxisassistenten hinausgehen. Und da keimt Hoffnung auf, denn in den nächsten Tagen fällt die Entscheidung, wo der erste Hochschulstandort für das Bachelor-Studium zum Physician Assistent (Arztassistent) in Niedersachsen eingerichtet wird.

Diese Assistenten können und dürfen den Arzt zwar nicht ersetzen, aber sie bringen die formalen Voraussetzungen mit, um einfache Behandlungen selbstständig durchzuführen und damit die ambulante Versorgungslücke in der Fläche ein Stück weit zu entschärfen.


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