Esterweger Betreiber berichten Wie Gebisse und Gabeln in der Wäscherei landen

Von Michelle Kramer

Besuch in der Wäscherei: (von links) Jörg Schmedes, Karl-Heinz Schenkel (CDU Gemeinderat Esterwegen), Gitta Connemann, Bernhard, Susanne und Anke Ostermann sowie der Vorsitzende des CDU-Samtgemeindeverbandes Nordhümmling, Wilhelm Küwen. Foto: Michelle KramerBesuch in der Wäscherei: (von links) Jörg Schmedes, Karl-Heinz Schenkel (CDU Gemeinderat Esterwegen), Gitta Connemann, Bernhard, Susanne und Anke Ostermann sowie der Vorsitzende des CDU-Samtgemeindeverbandes Nordhümmling, Wilhelm Küwen. Foto: Michelle Kramer

Esterwegen. Seit 55 Jahren betreibt die Familie Ostermann in Esterwegen eine Wäscherei. Jeden Tag kommen tonnenweise Wäsche an – und darunter ist auch so mancher "blinder Passagier".

In der Hochsaison von Ostern bis Anfang November fallen jeden Tag acht Tonnen Wäsche an, wie Geschäftsführerin Susanne Ostermann bei einem Besuch der CDU-Bundestagsabgeordneten Gitta Connemann mitteilte. Mit dem täglichen Wasserverbrauch könne ein normaler Haushalt zehn Jahre lang waschen, so die Expertin.

Zu den Kunden der Textilpflege, die aktuell aus einem 28-köpfigen Team besteht, gehören unter anderem Krankenhäuser, Hotels sowie Seniorenheime. Von Kochschürzen bis OP-Kleidung sei also alles dabei. In die Wäschesäcke, die die Reinigung von den Kunden geliefert bekommt, hätten sich hin und wieder Gegenstände wie Gabeln oder Gebisse verirrt, so Ostermann.

Bei der Besichtigung staunten die Besucher über die großen Maschinen, etwa über einen Trockner, der Wäsche ansaugt, die automatische Wäschefaltung oder die „Wäschepresse“. Um Zeit zu sparen wird die Wäsche nicht geschleudert, sondern das Wasser wird herausgepresst. Organisiert werde die Wäsche über ein komplexes Softwareprogramm, so Bernhard Ostermann, jedes noch so kleine Kleidungsstück habe einen eigenen Strichcode.  

Weiter erklärte Ostermann den Gästen, auch Vertreter der örtlichen CDU waren dabei, den Reinigungsablauf nach dem „Sinnerschen Kreis“, der sich im 1964 gegründeten Unternehmen bewährt habe. Die vier Faktoren Temperatur, Chemie, Zeit und Mechanik müssten bei der Reinigung aufeinander abgestimmt werden. 

Der Begriff „chemische Reinigung“ werde häufig negativ aufgenommen, merkte Connemann an. Doch Ostermann erklärte, dass biologisch abbaubare und damit umweltfreundliche Stoffe verwendet würden. Zudem zähle man zu den wenigen Wäschereien, die noch mit Waschpulver arbeiteten.

Nicht verstehen könnten sie, so die Betreiber, dass die Krankenhäuser der Region ihre Wäsche nach Nordrhein-Westfalen auslagerten, obwohl eine Textilpflege vor Ort sei. Connemann versprach, das Problem weiterzugeben und entsprechende Kontakt herzustellen.  

Ab Januar 2020 werde das Familienunternehmen bereits an die dritte Generation weitergegeben. Tochter Anke Ostermann werde dann die Geschäftsführung übernehmen.


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