Antrag wird gestellt Nordhümmlinger Kommunen wollen in die Dorfentwicklung

Der Rat der Gemeinde Bockhorst hat sich, ebenso wie die Gremien aus Esterwegen, Hilkenbrook und Breddenberg, für die Bewerbung am Dorfentwicklungsprogramm ausgesprochen. Foto: Archiv/MoormannDer Rat der Gemeinde Bockhorst hat sich, ebenso wie die Gremien aus Esterwegen, Hilkenbrook und Breddenberg, für die Bewerbung am Dorfentwicklungsprogramm ausgesprochen. Foto: Archiv/Moormann

Esterwegen. Die Kommunen Esterwegen, Hikenbrook, Breddenberg und Bockhorst bewerben sich gemeinsam für eine Aufnahme in das Dorfentwicklungsprogramm. Das haben alle Räte jetzt so beschlossen.

Im jüngsten Bockhorster Rat wurde das Thema ebenfalls beraten. Wie in der Beschlussvorlage zur Sitzung mitgeteilt wird, wollen sich die vier Kommunen als Dorfregion positionieren und deshalb einen gemeinsamen Antrag beim Amt für regionale Landesentwicklung (ArL) stellen. Im Rahmen der Dorfentwicklung sollen die aktive Gestaltung des Dorflebens vor dem Hintergrund möglicher Defizite und der demografischen Entwicklung im Mittelpunkt stehen. 

Christoph Hüntelmann, Samtgemeindbürgermeister Nordhümmlings und Gemeindedirektor aus Esterwegen, sagte auf der jüngsten Sitzung im Esterweger Gemeinderat, dass er nun, nachdem die Räte der Teilnahme am Programm zugesagt hätten, Gespräche mit dem Planungsbüro IPW aus Wallenhorst aufnehmen werde, um einen Antrag auf den Weg zu bringen. Der Antrag muss bis zum 15. September vorliegen. Bei einem positiven Bescheid könne dann 2020 mit ersten Maßnahmen begonnen werden, die dann vom ArL gefördert werden. Die Gemeinde Surwold ist in dieser Konstellation nicht dabei, da sie bereits am Dorfentwicklungsprogramm teilnimmt.

Wie es im Bockhorster Rat weiter hieß, habe das ArL kürzlich mitgeteilt, dass künftig Maßnahmen des ländlichen Wegebaus, der Basisdienstleistungen, der Freizeitinfrastruktur, der Dorfentwicklung und für den Bereich Tourismus erhöhte Fördersätze von bis zu 90 Prozent für finanzschwache Kommunen möglich seien. Die Projektförderung sei allerdings abhängig von der Qualität der Projekte und den dann tatsächlich zur Verfügung stehenden Fördermitteln. Die Nordhümmlinger Gemeinden fielen größtenteils unter den Begriff der förderwürdigen Kommunen (Abweichung der Steuereinnahmekraft vom Vergleichswert von minus 15 Prozent und mehr). 

Die Kosten für die Erarbeitung des Dorfentwicklungsantrages, der sich auf die vier Gemeinden bezieht, beläuft sich auf etwa 12.000 Euro, davon entfallen etwa 7200 Euro auf die Gemeinde Esterwegen. Den Rest müssen sich die drei Nachbargemeinden teilen. Wenn alle daran teilnehmen, entfallen auf die Gemeinde Bockhorst etwa 1600 Euro, heißt es in der Beschlussvorlage aus dem Bockhorster Rat weiter. 


Dorfentwicklung/Dorferneuerung

Der Dorfentwicklung (früher Dorferneuerung) in Niedersachsen liegt das Dorfentwicklungsprogramm des Landes zu Grunde. Nach der Aufnahme einer Kommune in das Dorfentwicklungsprogramm wird eine auf die speziellen Erfordernisse des Ortes abgestellte Dorfentwicklungsplanung durchgeführt. Nach Fertigstellung und Genehmigung des Dorfentwicklungsplanes beginnt eine in der Regel sieben Jahre dauernde Förderperiode, in der Fördermittel für öffentliche und private Projekte beantragt werden können.  

Im Rahmen der Dorfentwicklung wird die Erhaltung, Gestaltung und Entwicklung ländlich geprägter Orte zur Verbesserung der Lebensverhältnisse der ländlichen Bevölkerung nach der „Zile"-Richtlinie (Zuwendung zur integrierten ländlichen Entwicklung) gefördert. 

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