Netzwerk mit 500 Firmen Surwolder Johannesburg auch Dienstleister für Betriebe

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Surwold. Breit gefächerte Erziehungshilfen und Jugendsozialarbeit bietet die Johannesburg in Surwold. In einer sechsteiligen Serie gibt unsere Redaktion in dieser Woche Einblicke in die Lebensumwelt der „Burg“ mit Lern- und Entwicklungsmöglichkeiten. Teil fünf zeigt, dass Firmen für ihre Mitarbeiter Kurse in der Einrichtung buchen können.

Die Johannesburg in Surwold bildet nicht nur selbst in knapp 50 Berufen aus, sondern versteht sich auch als Dienstleister für Betriebe. Was das bedeutet? Unternehmen, die Lehrgänge für ihre Mitarbeiter oder Auszubildenden anbieten möchten, können Kurse in der Einrichtung buchen – von A wie Anlagenmechanik bis T wie Trockenbautechnik.

„Wir arbeiten mit allen großen Betrieben in der Region zusammen“, sagt Christian Zumsande. Der Dörpener ist stellvertretender Verwaltungsleiter der Johannesburg und koordiniert die Nachfragen. Angeboten werden sowohl standardisierte als auch auf den individuellen Bedarf abgestimmte Lehrgänge. Während ein Auszubildender beispielsweise Nachholbedarf im Drehen und Fräsen habe, sei es bei einem anderen vielleicht das Schweißen, so Zumsande. Angesetzt werde dort, wo die Schwächen der Jugendlichen liegen – maßgeschneidert und auf Augenhöhe.

Wo der Schuh drückt

„Die Betriebe müssen uns nur sagen, wo bei ihnen der Schuh drückt und was sie von uns wollen“, betont der Leiter der Metall-Werkstätten, Stephan Hövelmann. Ein Dauerbrenner sind nach seinen Worten Pneumatikkurse, Maschinenkurse und Grundkurse für Metallverarbeitung. Auch Unterstützung bei der Prüfungsvorbereitung (Zwischen- und Abschlusskurse) sind möglich.

Die Lehrgänge finden auf dem Gelände der Johannesburg statt. „Das hat den Vorteil, dass die Auszubildenden mal aus dem eigenen Betrieb rauskommen, über den Tellerrand schauen und mit Azubis aus anderen Betrieben zusammenkommen“, erklärt Zumsande. So treffen in den Kursen beispielsweise duale Studenten auf einen Jugendlichen mit Handicap. Auch das fördert Zumsande und Hövelmann zufolge die soziale Kompetenz. Das Angebot gilt nicht nur für Industrie-, sondern auch für Handwerksbetriebe – in Zeiten des Mangels an Fachkräften besonders wichtig, wie die beiden finden.

Probleme mit der Theorie

Der Bedarf nach unterstützender Ausbildung sei gleichbleibend da, sagt Hövelmann. Was der Papenburger im Verlauf seiner 31-jährigen Berufserfahrung auf der Johannesburg festgestellt hat, ist, dass die Jugendlichen von den praktischen Anforderungen nicht schwächer geworden seien. Vermehrt hätten hingegen viele Probleme mit der Theorie beziehungsweise grundlegenden Fertigkeiten wie Lesen und Schreiben. Überdies spielten auch zunehmend pädagogische Fragestellungen eine Rolle. So sind die Johannesburg-Ausbilder auch sonderpädagogisch zusatzqualifiziert. „Sie müssen also nicht nur buchstäblich Meister ihres Fachs, sondern auch pädagogisch feinfühlig sein“, erklärt Christian Zumsande.

Wichtig sei, dass die Jugendlichen das Gefühl haben, dass sie etwas können. Deshalb würden die Lehrgänge so produktionsnah gestaltet wie möglich. „Wir sind keine Übungswerkstatt, bei der das Werkstück mit Feierabend in der Mülltonne landet, sondern wir sind produktiv tätig“, so Zumsande.

Außer dem Fördern sozialer Kompetenzen stehen die Ausbilder bei den Jugendlichen fachlich zuweilen ganz am Anfang. „Manchmal beginnen wir mit ganz einfachen Dingen wie Material- und Werkstattkunde“, sagt Hövelmann.

Ein Schritt weiter

Sven Abel ist schon einen Schritt weiter. Der 15-Jährige aus Freren steht unter der Aufsicht von Ausbilder Michael Jansen an einer Drehmaschine und arbeitet an einem Stufenbolzen – eine typische Basistätigkeit. „Das gehört zu den Grundlagen der Zerspanung“, erklärt Jansen. Abel absolviert derzeit ein Vorbereitungsjahr zur beruflichen Orientierung. Der Weg zwischen Theorie und Praxis auf der Johannesburg ist kurz. Die Unterrichtsräume grenzen direkt an die Werkstätten an.

Das Kursangebot gilt derweil nicht nur für Auszubildende, sondern allgemein für Mitarbeiter, die an einer Fortbildung interessiert sind. „Wir sind regional breit aufgestellt und verfügen über ein großes Partnernetzwerk mit bis zu 500 Betrieben“, sagt Christian Zumsande.

Weitere Infos und Kontakt: Christian Zumsande, Telefon 0 49 65/89 12 59, E-Mail: zumsande@johannesburg.de; www.johannesburg.de


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