Antikriegstag 2018 DGB erinnert in Esterwegen an Opfer des Zweiten Weltkrieges

Von Marion Lammers

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mls Esterwegen. Mit einer Mahnveranstaltung an der Begräbnisstätte Esterwegen hat der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB), Kreisverband Nördliches Emsland, anlässlich des Antikriegstages 2018 der Opfer von Krieg und Faschismus gedacht.

Hauptredner der Veranstaltung war Christian Strzecha, Vorsitzender der Jugend- und Auszubildendenvertretung der Deutschen Steinkohle AG und Mitglied im Bundesjugendausschuss der IG BCE. Strzecha erinnerte er an die Opfer der NS-Herrschaft, die während des Zweiten Weltkrieges unter lebensunwürdigen Umständen in den Emslandlagern gefangen gehalten und dazu gezwungen wurden, die Moore im Emsland zu kultivieren. In dieser Zeit entstand auch das Moorsoldatenlied, das erstmals während einer Lagerveranstaltung aufgeführt wurde. Trotz eines Verbotes der Lagerleitung war Strzecha zufolge die Verbreitung des Moorsoldatenliedes als Hymne des Überlebenswillens nicht mehr aufzuhalten.

Gedenken an Fritz Husemann und Carl-von-Ossietzky

Einer der Insassen im KZ Esterwegen war Fritz Husemann, der wegen seiner gewerkschaftlichen und politischen Tätigkeiten 1933 inhaftiert wurde. Nach seiner Entlassung war er zunächst im Untergrund tätig, bevor er im Jahr 1935 erneut verhaftet wurde. Nach einem angeblichen Fluchtversuch starb er im April 1935 an den Folgen eines Bauchschusses.

Strzecha erinnerte zudem an Carl von Ossietzky, der 1933 zunächst im Gefängnis Berlin-Spandau interniert wurde, bevor er kurz darauf in das KZ Sonnenburg bei Küstrin verschleppt und 1934 in das KZ Esterwegen verlegt wurde. Kurz vor den Olympischen Spielen im Jahr 1936 erkrankte Ossietzky schwer an Tuberkulose und wurde aus dem KZ entlassen und in das Berliner Staatskrankenhaus verlegt. Er starb 1938 an den Folgen der Krankheit.

Gedenkstein errichtet

Strzecha würdigte im Rahmen seiner Rede den Einsatz seiner Kollegen, die im Jahr 1955 den Gedenkstein für Carl von Ossietzky errichteten. Die damalige Gewerkschaftsjugend sammelte 2300 Deutsche Mark. „Ich möchte die Entschlossenheit der Bergarbeiter loben, die den Stein nach vielen Auseinandersetzungen errichten konnten, nachdem sie sich entschlossen hatten, ihn notfalls auch per Fußmarsch quer durch Deutschland nach Esterwegen zu bringen.“

Im Hinblick auf die aktuellen Geschehnisse in Chemnitz mahnte er zum Schluss: „Wir dürfen diese Menschen nicht aufgeben und der rechten Propaganda überlassen. Wir müssen die rechten Schläger an die Hand nehmen und an die ersten drei Artikel des Grundgesetzes erinnern.“

Jährliche Veranstaltung

Anton Henzen, Vorsitzender des DGB Kreisverbandes Nördliches Emsland, freute sich über die Teilnehmer der IG ICB Westfalen, die einen weiten Weg auf sich genommen hätten. Musikalisch begleitet wurde die Mahnveranstaltung vom Gesangsduo Rita und Paul aus Papenburg, die die Veranstaltung mit eigenen Liedern zum Thema untermalten.

Seit 1957 gedenkt der DGB am 1. September den Opfern von Krieg und Faschismus. Am 1. September 1939 hatte der Zweite Weltkrieg mit dem Überfall Nazi-Deutschlands auf Polen begonnen. Unter dem Motto „Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus!“ wird an diesem Tag der europaweit 80 Millionen Toten des Krieges gedacht und gemahnt, „dass nie wieder von deutschem Boden Krieg ausgehen darf.“


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