Staatsanwaltschaft ermittelt weiter Veterinäramt erteilt Auflagen für Tierheim Surwold

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Der Hinweis auf das Tierheim Surwold und dem Verein "Tierhilfe Papenburg und Umgebung", der sich bisher auf dem roten Schild links im Bild befunden hat, ist inzwischen entfernt worden. Foto: Daniel Gonzalez-TepperDer Hinweis auf das Tierheim Surwold und dem Verein "Tierhilfe Papenburg und Umgebung", der sich bisher auf dem roten Schild links im Bild befunden hat, ist inzwischen entfernt worden. Foto: Daniel Gonzalez-Tepper

Surwold. Das Veterinäramt hat nach Hinweisen aus der Bevölkerung erneut das Tierheim in Surwold in Augenschein genommen, danach gab es nach Angaben des Landkreises Emsland Auflagen. Derweil ist die Staatsanwaltschaft bei ihren Ermittlungen ein Stück weiter gekommen.

Der Vor-Ort-Termin hat Mitte August stattgefunden, bestätigte Anja Rohde, Sprecherin des Landkreises Emsland, auf Anfrage. „Dabei ist mit dem Verein vereinbart worden, das Gelände zu entrümpeln und aufzuräumen. Außerdem ging es darum, die Versorgung der Katzen sicherzustellen, die mithilfe von ehrenamtlichen Mitarbeitern gewährleistet werde. "Eine tierärztliche Untersuchung dieses Katzenbestandes wurde veranlasst und auch durchgeführt, vereinzelt erkrankte Tiere behandelt“, teilte Rohde weiter mit. „Im Gesamteindruck“, so heißt es in der Rückmeldung aus dem Kreishaus, hätten sich die vorgefundenen Tiere „augenscheinlich in einem zufriedenstellenden Zustand“ befunden.

(Weiterlesen: Hundebesitzer erheben Vorwürfe gegen Tierheim in Surwold)

Das Tierheim war seit Herbst 2017 aus verschiedenen Gründen in die Schlagzeilen geraten. Unter anderem hatten sich Hundebesitzer, deren Tiere entlaufen waren und die im Tierheim Surwold abgegeben worden waren, darüber beschwert, dass die Hunde den Besitzern nicht herausgegeben wurden. Außerdem hatten sich mehrere ehrenamtliche Helfer von Bärbel Lohmann abgewendet, weil sie sich schlecht behandelt gefühlt hatten. Die Leiterin kann aus gesundheitlichen Gründen schon seit Mitte 2016 selber kaum mehr mit anpacken.

Zu wenig Säuberung des Geländes?

Nach Informationen der Redaktion leben weiterhin 60 bis 80 Katzen auf dem Gelände. Die Fütterung wird von Kurt und Liska Lohmann sichergestellt, den Kindern von Bärbel Lohmann, der langjährigen Betreiberin und Vorsitzenden des Betreibervereins „Tierhilfe Papenburg und Umgebung“. Weil es an (ehrenamtlichen) Helfern mangelt, ist zuletzt aber augenscheinlich die Säuberung und Pflege des Geländes zu kurz gekommen, wie Personen berichten, die in jüngerer Vergangenheit auf dem Gelände waren. Kurt Lohmann war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Wie berichtet, war er Ende März zum neuen Vorsitzenden des Vereins gewählt worden. Wie die Kreissprecherin berichtet, läuft das rechtliche Verfahren zur Anerkennung von Kurt Lohmann als erstem Vorsitzenden nach dem Tierschutzgesetz noch. „Nach Paragraph 11 des Tierschutzgesetzes bedarf, wer Tiere in einem Tierheim oder in einer ähnlichen Einrichtung halten will, einer Erlaubnis der zuständigen Behörde, in diesem Fall des Landkreises Emsland. Dieses Verfahren läuft derzeit“, so Rohde. Eine Bestätigung des Registergerichts, dass Kurt Lohmann nach dem Vereinsrecht als Vorsitzender eingetragen sei, liege dem Landkreis inzwischen vor.

Mehr als 20 Anzeigen eingegangen

Der Sprecher der Staatsanwaltschaft Osnabrück, Alexander Retemeyer, bestätigte auf Anfrage, dass weiterhin mehrere Verfahren gegen den Verein und/oder die ehemalige Vorsitzende anhängig sind. Zur Zahl machte er auf Nachfrage keine Angaben, nach Informationen unserer Redaktion waren mehr als 20 Anzeigen erstattet worden. Verfahren wegen möglicher Verstöße gegen das Tierschutzgesetz seien Retemeyer zufolge im Juni eingestellt worden und an den Landkreis wegen möglicher Ordnungswidrigkeiten abgegeben worden. Dazu teilte Kreissprecherin Rohde mit: „Nach Aktenlage hat die Staatsanwaltschaft die Verfahren mangels Tatnachweis eingestellt. Ebenso war es dem Landkreis Emsland bei der Überprüfung des Sachverhalts nicht möglich, zweifelsfrei tierschutzrechtliche Verstöße nachzuweisen. Demzufolge wurden von hier keine Bußgelder festgesetzt.“

Offen sind nach Informationen der Redaktion noch Schadenersatzklagen von Hundebesitzern, deren Tiere als Fundtiere beim Tierheim abgegeben wurden und deren Rückgabe an die Besitzer verspätet oder gar nicht erfolgte. Außerdem klagen Spender auf Rückgabe von Geld, weil es nicht bestimmungsgemäß verwendet worden sein soll.

(Weiterlesen: Streit um Tierheim in Surwold spitzt sich zu)

Die Internetseite des Vereins tierhilfe-papenburg.de wurde inzwischen abgeschaltet. Auch auch Facebook ist der Verein seit Anfang April nicht mehr aktiv. 


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