Turnier geht in die 40. Auflage Konrad-Severing-Pokal hundertfach in die Höhe gereckt

Von Hermann-Josef Döbber

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Surwold. Die Sportanlage in Börgerwald ist an diesem Samstag, 25. August, Austragungsort der Spiele um den Konrad-Severing-Pokal, der zum 40. Mal ausgespielt wird. Vier Jahrzehnte, in denen das Turnier so manche Veränderung mitmachte.

Erstmals ausgespielt wurde die vom Sportpionier Konrad Severing gestiftete Trophäe im Spieljahr 1978/79 bei den F-Junioren mit knapp 20 Mannschaften. Die Spielgemeinschaft (SG) Neulehe/Herbrum und Staffelmeister Grün-Weiß Spahnharrenstätte schafften bei der Premiere auf dem Sportgelände in Aschendorfermoor den Sprung ins Finale. Dieses entschied die SG nach einem Acht-Meter-Schießen mit 4:2 für sich.

Mehrere Acht-Meter gehalten

Beide Mannschaften lud Pokalstifter Severing im Anschluss zur Siegerehrung in die Gaststätte Jansen ein, wo sie mit Kakao und Gebäck bewirtet wurden. Weil SG-Torwart Christian Budeus mit mehreren gehaltenen Acht-Metern zum Matchwinner avancierte, durfte er aus den Händen von Severing die Trophäe entgegennehmen. Neben dem Keeper standen in der von Josef Röwer betreuten Mannschaft Josef Steffens, Reinhard Soutschek, Bernhard Olberding, Wilfried Röwer, Dieter Tangen, Ralf Wemken, Jörg Runge, Andreas Wilken und Antonius Neumann.

„Zusätzlicher Anreiz für Jugendfußball“

Breite Zustimmung erhielt Kreisjugendobmann Bernd Holthaus am 7. Juli 1979 auf dem Kreisjugendtag in Berßen für seinen Vorschlag, diesen Wanderpokal „als zusätzlichen Anreiz für den Jugendfußball“ zukünftig in jedem Spieljahr in einer anderen Altersklasse auszuspielen. In der Praxis bedeutete dies, dass von den A- bis hinunter zu den F-Junioren zwischen August und Juni gespielt wurde. Damit war gewährleistet, dass jeder Nachwuchsspieler auf dem Weg in den Seniorenbereich mindestens einmal an diesem Wettbewerb teilnahm. Bis in das Jahr 1990 hinein wurde diese zehn Jahre zuvor erstmals angewendete Regelung beibehalten. Seit 1991 wird der Pokal in Turnierform an einem Tag und ausschließlich unter F-Junioren ausgespielt.

Trophäe im Johannesstift überreicht

Als sich 1986 der Tag der Gründung des Kreisfußballverbandes (KFV) zum 40. Mal jährte, fand das Endspiel in einem besonderen Rahmen statt. Zunächst gab die Stadt Papenburg im Rathaussaal einen Empfang, daran anschließend bestritten die A-Junioren des SV Amisia 09 Papenburg und der SG Dörpen/Ahlen-Steinbild (3:0) im Waldstadion das Finale. Der Grundschüler Jens Korte führte den symbolischen Anstoß aus. Urgroßvater Reinhard Stumpf hatte als erster nach Kriegsende den Spielbetrieb im KFV geregelt. Nach dem Spiel, knapp drei Monate vor seinem Tod, überreichte der Pokalstifter die Trophäe im Johannesstift, wo er seinen Lebensabend verbrachte, an einen Vertreter der Amisia-Elf.

Hals von Siegesfeiern verbogen

Auch der Pokal selbst hat eine Geschichte. Der bei der Premiere erstmals vergebene Wanderpokal ist seit Langem ausrangiert. Der Hals war von den vielen Siegesfeiern gebogen. 22 Plaketten zeugen von 22 Siegesfeiern ebenso vieler Mannschaften. Diese Trophäe und die Neuanschaffung haben etwa 600 Nachwuchsspieler von Christian Budeus (1979, SG Neulehe/Herbrum) über den heutigen Vorsitzenden des SV Surwold, Ewald Schulte (1981, damals SV Raspo Börgermoor B-Junioren, heute SV Surwold) und Christian Schwering (1992, 21 von 24 Treffern der SG Renkenberge/Wippingen F-Junioren) bis hin zu Chiara Schade (2017, Mannschaftskapitän der SG Rhede/SV Neurhede/Eintracht Brual und Schütze des letzten Turniertores) in die Höhe gereckt.

Amisia Papenburg erfolgreichster Verein

Erfolgreichster Verein ist der SV Amisia 09 Papenburg, der 1994 mit Germania 08 in den SC Blau-Weiß aufging. Die Obenender gewannen sechs Mal den Pott. Auf fünf Turniersiege kommt der SV Rot-Weiß Heede, von 1995 bis 1998 ging Rot-Weiß Heede gleich viermal in Folge als Sieger vom Platz.

Mit der DJK Breddenberg-Heidbrücken (2019) und SV Grün-Weiß Dersum (2020) stehen die nächsten Ausrichter bereits fest. Dass der Wettbewerb so populär wurde, ist vor allem ein Verdienst jener Männer im Kreisjugendausschuss wie Bernd Holthaus, Josef Purk, Josef Evering, Heinrich Thieke, Heinz Nicolas, Hermann Schwenke, Helmut Osterbrink, Alois Becker und inzwischen seit einer Dekade als Hauptorganisator der Esterweger Werner Suhl, ferner ungezählt vieler Helfer in den Vereinen.

Über Konrad Severing

Der Papenburger Konrad Severing wurde am 9. Oktober 1891 geboren und gilt als Begründer des Turn- und Sportkreises. Der Sportpionier war im August 1945 von Landrat Josef Streitbürger gebeten worden, die sportinteressierte Jugend zu erfassen und den Zusammenschluss der Vereine durchzuführen. Von 1946 bis 1971 war Severing Vorsitzender des NFV-Kreises und des Kreissportbundes. 1966 bekam er für sein Engagement das Verdienstkreuz des Landes Niedersachsen verliehen. Bereits als Schüler hatte er den Weg zum Sport gefunden. Insbesondere Turnen, Schwimmen und Fußball interessierten ihn. Breite Unterstützung bei der Ausübung seiner Leidenschaft bekam Severing von seiner Frau Florentine, mit der er am 15. Mai 1972 das Fest der goldenen Hochzeit feierte. Der Ehe entstammten zwei Töchter und ein Sohn, der im Alter von 17 Jahren während des Krieges den Tod fand. Severing selbst starb am 25. Juli 1986 in Papenburg.

Weiterlesen: Anpfiff am Samstag für Konrad-Severing-Pokal in Surwold


Alle Turniersieger

SG Neulehe/Herbrum (F-Jug.) 1979

Amisia 09 Papenburg (A-Jug.) 1980

Raspo Börgermoor (B-Jugend) 1981

Sigiltra Sögel (C-Jugend) 1982

Amisia 09 Papenburg (D-Jug.) 1983

SV Neubörger (E-Jugend) 1984

Germania Papenburg (F-Jug.) 1985

Amisia 09 Papenburg (A-Jug.) 1986

Amisia 09 Papenburg (B-Jug.) 1987

Germania Papenburg (C-Jug.) 1988

SV Sparta Werlte (D-Jugend) 1989

Amisia 09 Papenburg (E-Jug.) 1990

Amisia 09 Papenburg (F-Jug.) 1991

SG Renkenberge/Wippingen 1992

SV Surwold 1993

SV Neubörger 1994

SV Rot-Weiß Heede 1995

SV Rot-Weiß Heede 1996

SV Rot-Weiß Heede 1997

SV Rot-Weiß Heede 1998

SV Frisia Vrees II 1999

SV Sparta Werlte 2000

SV Werpeloh 2001

Sigiltra Sögel 2002

SV Rot-Weiß Heede 2003

SV Rasensport Lathen 2004

DJK Eintracht Papenburg 2005

SC Blau-Weiß 94 Papenburg 2006

SV Esterwegen 2007

DJK Eintracht Papenburg 2008

SV Esterwegen 2009

SV Esterwegen 2010

SV Esterwegen 2011

TuS Aschendorf 2012

SC Blau-Weiß 94 Papenburg 2013

SV Sigiltra Sögel 2014

SC Blau-Weiß 94 Papenburg 2015

SV Sparta Werlte 2016

SG Rhede/Brual/Neurhede 2017

Seit 1991 bestreiten nur noch F-Junioren den Wettbewerb.

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