„Keiner darf verloren gehen“ Surwolder Johannesburg für mehr Hilfe über 18. Lebensjahr hinaus

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Die Bedeutung von Hilfen für Jugendliche über das 18. Lebensjahr hinaus war Thema eines Gespräches zwischen (von links) Thomas Heyen (Pädagogischer Leiter), Christian Heibach, Gitta Connemann und Franz-Josef Lensker. Foto: JohannesburgDie Bedeutung von Hilfen für Jugendliche über das 18. Lebensjahr hinaus war Thema eines Gespräches zwischen (von links) Thomas Heyen (Pädagogischer Leiter), Christian Heibach, Gitta Connemann und Franz-Josef Lensker. Foto: Johannesburg

Surwold. Die Bedeutung von Hilfen für Jugendliche, die im Heim aufwachsen, über das 18. Lebensjahr hinaus, hat im Mittelpunkt eines Besuchs der CDU-Bundestagsabgeordneten Gitta Connemann in der Jugendhilfeeinrichtung Johannesburg in Surwold gestanden.

Wie können Jugendliche, die im Heim aufwachsen, schulisch und beruflich so gefördert werden, dass eine Integration in den Arbeitsmarkt und damit in die Gesellschaft möglich wird? Das war eine Kernfrage, die am Besuchstag in der Johannesburg erörtert wurde. Wie es in einer Pressemitteilung der Einrichtung weiter heißt, erläuterte Johannesburg-Direktor Franz-Josef Lensker die Problemstellungen, denen sich jungen Menschen in der Heimerziehung gegenübergestellt sähen. „Sie befinden sich im Übergang in ein selbstständiges Leben und von ihnen wird deutlich mehr erwartet als von ihren Altersgenossen. Sie sollen schnell auf eigenen Beinen stehen, können aber bei Problemen kaum auf Rückhalt und Unterstützung zurückgreifen. Dennoch wird von ihnen mit Eintritt der Volljährigkeit erwartet, selbstständig zu leben“, heißt es in der Mitteilung. Hilfen im Rahmen der Kinder- und Jugendhilfe würden jedoch immer seltener über das 18. Lebensjahr hinaus verlängert; eine Nachbetreuung sei zeitlich und im Umfang stark begrenzt.

Erfahrungen eines Maurergesellen

Über seine Erfahrungen in der Heimerziehung berichtete Christian Heibach. Der 19-Jährige kam 2015 in die Johannesburg, lebte zunächst in der Intensivgruppe in Sögel, dann in einer Wohngruppe in Surwold und wird zurzeit noch im Betreuten Wohnen in Papenburg durch die Fachkräfte der Johannesburg betreut. Heibach berichtete über die bestandene Prüfung zum Maurergesellen. Für ihn ist der Mitteilung zufolge klar: Ohne die intensive Begleitung durch die Johannesburg und die Verlängerung der Hilfen über die Volljährigkeit hinaus hätte er dieses Ziel nie erreichen können. Lensker machte deutlich, dass der 19-Jährige nun „eine Eintrittskarte für die Teilnahme am Berufsleben und damit auch in die Gesellschaft“ erhalten habe.

Ein „Ort der Hoffnung“

Überdies wies der Direktor auf die nach seinen Worten „Nöte vieler Betriebe in der Region“ hin, die händeringend qualifiziertes Personal suchten. Eine Investition in schulische und berufliche Qualifizierung stellt nach seiner Meinung eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten dar. Lensker appellierte an die Verantwortlichen und betonte, dass „kein junger Mensch verloren gehen darf“. Connemann charakterisierte die Johannesburg als einen „Ort der Hoffnung“, der Kindern und Jugendlichen eine echte Teilhabechance biete.


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