2,4 Millionen Euro pro Förderperiode So funktioniert die Lokale Aktionsgruppe Hümmling

Von Maike Plaggenborg


Breddenberg. Die Lokale Aktionsgruppe (LAG) Hümmling bekommt pro Förderperiode 2,4 Millionen Euro, die sie für regionale Projekte in den Dörfern verwendet. Das Geld kommt von der Europäischen Union. Die Aufgabe der Gruppe ist es, dieses zu verteilen. Darüber wird regelmäßig in Sitzungen beraten.

Das Dorfgemeinschaftshaus in Breddenberg, in dem die jüngste Sitzung der LAG Hümmling stattgefunden hatte, ist eines der Projekte, das mit Leader-Mitteln, also Fördermitteln der Europäischen Union (EU) gefördert worden ist. Es wurde vor vier Jahren fertiggestellt, erklärte Ralph Deitermann seinerzeit. Er ist der hauptamtliche sogenannte Regionalmanager der LAG. „Es ist nach der Förderung mehr genutzt worden“, sagte er. Auch der Dorfplatz wurde mit Mitteln begünstigt. Er sei Teil des Hümmlinger Pilgerwegs. Weitere jüngere Projekte wie die Sanierung des Jugendheims in Eisten oder der Neubau eines Mehrzweckgebäudes für den Luftsportverein Papenburg-Hümmling haben kürzlich Zusagen für Fördermittel durch die LAG bekommen.

Wer gehört zur Lokalen Aktionsgruppe (LAG) und entscheidet damit über Förderungen? In der LAG Hümmling sind 26 stimmberechtigte und drei beratende Mitglieder. Die Gruppe der 26 besteht zur Hälfte aus Vertretern der zur LAG gehörenden Samtgemeinden – darunter auch die Bürgermeister sowie Ratsmitglieder. Die Samtgemeinden, die zur LAG gehören, sind Werlte, Sögel Nordhümmling und drei der sechs Mitgliedsgemeinden der SG Lathen: Renkenberge, Fresenburg und Lathen. Die andere Hälfte, also weitere 13 Mitglieder, sind aus dem WISO-Bereich, also Wirtschaft und Soziales. Sie vertreten Vereine wie die Katholische Landjugendbewegung, den Kreissportbund oder auch die Ausbildungseinrichtung Johannesburg in Surwold. Ebenso vertreten sind der Handel- und Gewerbeverein Werlte, ein Apotheker und der Vorstand der Volksbank Emstal. Vor den jeweiligen Abstimmungen fragt Deitermann Interessenskonflikte ab, heißt: Vertreter der Samtgemeinden dürfen ihre Stimme bei eigenen Projekten nicht abgeben.

Das ist der Zweck der LAG Hümmling: Aufgabe der Lokalen Aktionsgruppe ist es, mit dem Budget der Europäischen Union (EU) lokale Projekte zu unterstützen – Projekte in sogenannten Leader-Regionen. Hinter der Abkürzung Leader steckt die französische Bezeichnung „Liaison Entre Actions de Développement de l‘Economie Rurale“ und wird übersetzt mit „Vernetzung der Aktivitäten der wirtschaftlichen Entwicklung ländlicher Räume“. Sie ist eine Fördermethode der EU zur Entwicklung des ländlichen Raums, heißt es im Imagefilm der LAG. Für die Leader-Region Hümmling sind unter Beteiligung der Hümmlinger Bürger drei Handlungsfelder für die Förderperiode 2014 bis 2020 ausgemacht worden: Wirtschaft, Natur und Leben. Die Mittel für die Bereiche Wirtschaft und Natur sind derzeit jeweils zu 35 Prozent verplant. „Wir suchen noch Projekte aus den Bereichen“, sagte Deitermann. Die Mittel im Bereich Leben sind bereits zu 75 Prozent abgegriffen, wie in der jüngsten LAG-Sitzung bekannt wurde.

Wie geht es weiter? Aktuell, so hieß es in der Sitzung, sind noch rund 850.000 Euro für die drei Handlungsfelder übrig. Die aktuelle Förderperiode erstreckt sich über den Zeitraum 2014 bis 2020. Für diese sechs Jahre bekommt eine Leader-Region eine Summe von 2,4 Millionen Euro, die die LAG verteilt. Künftig will die LAG verstärkt die Jugend in die Projektförderung einbeziehen. Die Idee soll beispielsweise mit Vertretern der Katholischen Landjugendbewegung oder auch der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) beispielsweise in einem Treffen besprochen werden. Eine weiterer Vorschlag Deitermanns etwa war, „gezielt Jugendpfleger anzusprechen, um über die Möglichkeiten zu informieren“.

Deitermann weist auf Anfrage darauf hin, dass auch Privatpersonen die Förderungen nutzen können. Dazu zählen sowohl Vereine als auch einzelne Antragsteller. Wie der Regionalmanager weiter erklärte, ist derzeit eine Veränderung der Vergabekriterien vonseiten des Landes im Gespräch. Demnäch könnte der Betrag, für den diese Antragskriterien gelten, heraufgesetzt werden, was ein Anreiz für eine größere Anzahl an Projekten unterhalb dieses Betrags bedeutet. Deitermann äußerte die Hoffnung, dass diese Änderung zum Jahresende eintritt.

Die kommende Sitzung der LAG ist am 4. September um 19 Uhr in der SG Sögel. Der genaue Ort wird noch bekannt gegeben. Weitere Informationen unter leader-huemmling.de.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN