20 Teilnehmer bei Moorwanderung Naturschutzgruppen informieren über Esterweger Dose

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Theo Lüken von der Arbeitsgemeinschaft der Naturschutzverbände Nördliches Emsland/Südliches Ostfriesland (rechts) erklärt den Teilnehmern der Moorwanderung die Abläufe im Zusammenhang mit der Entstehung des Moores. Foto: BSH/Nabu/BundTheo Lüken von der Arbeitsgemeinschaft der Naturschutzverbände Nördliches Emsland/Südliches Ostfriesland (rechts) erklärt den Teilnehmern der Moorwanderung die Abläufe im Zusammenhang mit der Entstehung des Moores. Foto: BSH/Nabu/Bund

Esterwegen. Zu einer Moorwanderung in der Esterweger Dose hatte die Arbeitsgemeinschaft der Naturschutzverbände aus dem nördlichen Emsland und dem südlichen Ostfriesland (BSH, Nabu und Bund) eingeladen.

Etwa 20 Teilnehmer folgten der Einladung und ließen sich über den ökologischen Zustand der Moorflächen informieren. Wie Kalle Augustin und Theo Lüken als Vertreter der Naturschutzverbände erläuterten, ist das etwa 5000 Hektar große Hochmoorgebiet der Rest eines einst riesigen Moores, welches das größte zusammenhängende Hochmoorgebiet in Mitteleuropa war.

Obwohl das gesamte Gebiet der Esterweger Dose bereits seit 2005 unter Naturschutz steht, würden auch heute noch große Teile des Moores für den Torfabbau genutzt. Abtorfungen seien auf großen Teilflächen noch für die nächsten 20 Jahre genehmigt. Hierbei muss aber eine 60 Zentimeter dicke, gewachsene Schwarztorfschicht erhalten bleiben, um eine Wiedervernässung des Moores zu ermöglichen. Zurzeit sei etwa die Hälfte der Gesamtfläche bereits wieder vernässt.

Bei der anschließenden Wanderung am Rande der Moorlandschaft konnten die Teilnehmer einige der seltenen Pflanzenarten, die es im Moor gibt, selbst in Augenschein nehmen. Dazu zählen das Torfmoos und der Sonnentau. Auch seltene Tierarten wie Rotschenkel, Großer Brachvogel, Uferschnepfe, Kranich oder Große Moosjungfer sind hier beheimatet. Auch hat der Goldregenpfeifer sein letztes verbliebenes Brutgebiet in Mitteleuropa in der Esterweger Dose.

Auch auf die Probleme im Zusammenhang mit der Erhaltung des Moores wurde eingegangen. Dabei verursacht aus Sicht des Naturschutzes vor allem die Verbuschung der Moorlandschaft durch Aufschlag von Birken oder Traubenkirschen große Probleme. Diese entziehen dem Boden zu viel Feuchtigkeit und nehmen den moortypischen und seltenen Pflanzenarten damit die Lebensgrundlage. Um ein Zuwachsen des Moores zu verhindern, bedürfe es hier eines Konzeptes mit einer Beweidung der Flächen durch Schafe oder Rinder.

Ein Gesamtkonzept für die Esterweger Dose dürfe nach Meinung der Umweltschützer auch touristische Elemente beinhalten. Die Pflege der Moorflächen durch Hüteschäfer mit ihren Schafherden sei von großem Wert. Gelenkte Führungen und Moorbahnen, mit mehreren Ein- und Aussteigemöglichkeiten am Rande des Moores, auch für Fahrradtouristen, könnten das Konzept ergänzen und somit auch Touristen wertvolle Einblicke in die ökologische Bedeutung des Hochmoores vermitteln. Eine biologische Station für den Bereich der Esterweger Dose einzurichten sei zudem äußerst wünschenswert, so die Naturschützer.

Nach einem kurzen Abstecher zu einer Hochmoorgrünlandfläche, auf der seit 35 Jahren regelmäßig eine kleine Gallowayherde für eine offene Landschaft im Sinne des Naturschutzes sorgt, traf sich die Teilnehmergruppe abschließend zum Buchweizenpfannkuchenessen in Befis Naturgarten in Burlage.


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