Serie "Kathi traut sich" Zu Gast im Reptilienzoo von Florian Häselbarth in Ramsloh

Von Daniel Gonzalez-Tepper

EZ-Volontärin Katharina Preuth (rechts) und Privatzoo-Betreiber Florian Häselbarth aus Ramsloh kommen dem Reptil sehr nahe. Foto: Thomas SchmidtEZ-Volontärin Katharina Preuth (rechts) und Privatzoo-Betreiber Florian Häselbarth aus Ramsloh kommen dem Reptil sehr nahe. Foto: Thomas Schmidt

Ramsloh. In der Serie „Kathi traut sich“ geht die Volontärin der Ems-Zeitung (EZ), Katharina Preuth, über ihre Grenzen. Diesmal hat sie den Reptilienzoo von Florian Häselbarth in Ramsloh besucht und dort ein Krokodil gefüttert. Später ist sie unsicher: War das Tier aufgeregter oder sie?

Natürlich sind sie gefährlich. So ein Tier kann einen Menschen ernsthaft verletzen“, erklärt mir Florian Häselbarth. Bevor ich ins Gehege der Krokodile steige, zeigt mir der Repitilienfan die Risiken des heutigen Unterfangens auf. Ziel ist es, eines der, zugegebenermaßen, kleineren Tiere zu füttern. „Es sind keine Kuscheltiere“, so Häselbarth. Er fügt aber auch hinzu, dass es sich bei den Krokodilen indes auch um keine Killerbestien handelt und der Mensch nicht auf ihrem Ernährungsplan stehe. 


Joachim und Petra sind die zwei größten Krokodile in der Sammlung von Florian Häselbarth aus Ramloh. Foto: Katharina Preuth


Dennoch werde ich weder Petra noch Joachim aus der unmittelbaren Nähe bestaunen dürfen. Die beiden Neuguinea-Krokodile zählen mit einer Länge von etwa 2,30 Meter zu den größeren Exemplaren in der Sammlung des Saterländers. Auch der Besitzer begibt sich nicht alleine in das Gehege der beiden. Fall es dennoch nötig sein sollte, würde er sich Hilfe von mindestens zwei Kollegen holen. „Die sind nötig, um das Tier abzuschirmen“, erklärt er. Jedes Krokodil hat sein eigenes Gehege.

Krokodile im Privatzoo

In Kürze eröffnet Häselbarth in Ramsloh einen Privatzoo. Dann präsentiert er einige seiner insgesamt 14 Krokodile der Öffentlichkeit. Von eine Brücke aus, können die Besucher dann aus sicherer Entfernung zu den Reptilien hinabschauen, für mich geht es eine Etage tiefer. Häselbarth öffnet eine holzverkleidete Tür, von der aus eine Leiter hinab zu dem Krokodil führt, das ich füttern werde. Außer seinen größten Exemplaren tragen die anderen Tiere keine Namen. 


Florian Häselbarth eröffnet in Kürze einen Privatzoo in Ramsloh im Landkreis Cloppenburg. Foto: Katharina Preuth


Für einen Fernsehbeitrag habe er sich für Petra und Joachim entschieden, aber generell lehnt er eine Vermenschlichung der Reptilien ab. „Sie sind und bleiben gefährlich. Ich darf den Respekt nicht verlieren“, sagt der Ramsloher. Bis auf wenige Ausnahmen sei ihm bislang noch nichts passiert. Einmal hat ihn eins der Tiere in den Finger gebissen.

Eine Kiste mit toten Ratten

Während ich die Stufen in das Gehege hinabsteige, lasse ich das Krokodil nicht aus den Augen. Und es scheint auch mich zu beobachten. Nicht nur mein Herzschlag beschleunigt sich in diesem Moment, auch das Krokodil scheint aufgeregt. Seine Brust bewegt sich schneller auf und ab als noch zuvor. Ob es mich gleich angreifen wird, frage ich den Besitzer. Noch bestehe dahingehend keine Gefahr, immerhin liege sein rechtes Bein entspannt neben seinem Körper, antwortet dieser. Also bewege ich mich langsam weiter auf das Tier zu. Etwa zwei Meter von dem Reptil entfernt, steht außerhalb seiner Reichweite eine Kiste mit toten Ratten.


Die Ratte ist eher eine Zwischenmahlzeit für das Krokodil. Foto: Thomas Schmidt


Spitze und lange Zähne

Ich befolge Häselbarths Anweisungen und greife mit einer langen Zange den Schwanz von einem der Nager. Kopfüber baumelt die tote Ratte vor meinem Gesicht. Jetzt muss ich die Aufmerksamkeit des Krokodils wiedererlangen, das sich zwischenzeitlich von mir abgewandt hat. Vorsichtig schwenke ich die Ratte vor dem Maul des Krokodils hin und her. Neben mir steht Häselbarth mit einem Holzstock, um im Notfall eingreifen zu können. 

Dann plötzlich schnappt die Panzerechse mit ihren sehr spitzen und sehr langen Zähnen zu. Ich bin so erschrocken, dass ich nicht nur die Ratte fallen lasse, ohne dass das Krokodil sie erwischt, sondern mir entfährt auch ein kurzer Schrei. Wohl eher nicht die passende Reaktion im Gehege eines wilden Tieres, denke ich. Das Krokodil hingegen bewegt sich nicht, nur seine Augen haben sich milchig verfärbt. „Das ist eine Stressreaktion“, erklärt Häselbarth. 


Mit einem Stab wird das Futter gegriffen und in den Käfig der Krokodile gehalten. Foto: Thomas Schmidt


Hohe Luftfeuchtigkeit

Wir warten ab, bis sich das Tier wieder beruhigt hat und ich versuche, es mit einer weiteren Ratte zu füttern. Mit viel Kraft reißt es den Nager von dem Greifarm. Mir ist zeitweise ganz warm geworden. Was nur zum Teil an der hohen Luftfeuchtigkeit und den 28 Grad im Zoo liegt. Vor allem ist die Nähe zu einem Tier dieser Art schweißtreibend. Nach zwei Ratten ist es zunächst gesättigt und ich kann endlich wieder hinter die sichere Absperrung.

Einen Königspython

Im Vergleich zu dieser Erfahrung kostet es dann kaum Überwindung den Königspython auf den Arm zu nehmen. Die Schlange bewegt sicht kaum in meinen Händen und gibt nur ein kurzes Zischen von sich.


Neben Krokodilen hat Florian Häselbarth auch verschiedene Schlangen. Hier darf EZ-Volontärin Katharina Preuth einen Königspython auf den Arm nehmen. Foto. Thomas Schmidt



Reptilienzoo Ramsloh

Wann das "Seelter Reptilienhuus" in Ramsloh in der Gemeinde Saterland im Landkreis Cloppenburg eröffnen wird, steht noch nicht fest. Wer sich über den Eröffnungstermin informieren möchte, sollte die Internetseite http://seelter-reptilienhuus.de im Auge behalten. Dort kündigt der Betreiber an, das Besucher einen "umfassenden Blick in die Welt der Reptilien" werden werfen können. Neben einigen Schlangenarten und Echsen werden vor allem Krokodile gezeigt, darunter unter anderem den Mohrenkaiman (Melanosuchus niger), der in Deutschland ausschließlich in dem Privatzoo in Ramsloh zu sehen sein wird.

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