Sommerinterview: Christoph Hüntelmann „Bildung und Lebensqualität in Samtgemeinde Nordhümmling wichtig“

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Christoph Hüntelmann (rechts) wird bei der Wahl zum Samtgemeindebürgermeister vom CDU-Samtgemeindeverband um den Vorsitzenden Wilhelm Küwen unterstützt. Foto: Archiv/Christian BellingChristoph Hüntelmann (rechts) wird bei der Wahl zum Samtgemeindebürgermeister vom CDU-Samtgemeindeverband um den Vorsitzenden Wilhelm Küwen unterstützt. Foto: Archiv/Christian Belling

Esterwegen. In der Sommerpause gibt es für den Ersten Samtgemeinderat Nordhümmlings, Christoph Hüntelmann, in diesem Jahr nicht den gewohnten Urlaub. Der 61-Jährige kandidiert für das Amt des Samtgemeindebürgermeisters. Für die Zukunft stehen bei ihm die Themen Bildung und Lebensqualität in der Samtgemeinde Nordhümmling auf der Agenda.

Seit dem plötzlichen Tod von Samtgemeindebürgermeister Stefan Eichhorn haben Sie die Geschicke der Kommune in der Hand. Was sind die größten Herausforderungen der letzten Monate?

Seit dem Tod von Stefan Eichhorn sind nun drei Monate vergangen. Wenn unerwarteterweise die hauptamtliche Führungsspitze der Samtgemeinde ausfällt, so steht der allgemeine Vertreter vor der großen Herausforderung, diese Lücke umgehend zu schließen, um den Betrieb der Verwaltung reibungslos fortzuführen. Die nahtlose Weiterführung der Geschäfte hatte für mich persönlich einen hohen zusätzlichen Zeitaufwand und zahlreiche Terminüberschneidungen zur Folge. Dabei gilt zu berücksichtigen, dass der Samtgemeindebürgermeister auch gleichzeitig am Ort des Verwaltungssitzes in Esterwegen das Amt des nebenamtlichen Gemeindedirektors wahrzunehmen hat. Aus diesen Gründen waren auch organisatorische Maßnahmen und Kompetenzänderungen notwendig, um einen reibungslosen Verwaltungsbetrieb und die Umsetzung zahlreicher Projekte und Planungen zu gewährleisten. Dabei stütze ich mich auf eine leistungsfähige und teamorientierte Verwaltung, bei der ich mich an dieser Stelle für die Einsatzbereitschaft und Unterstützung bedanke.

Sie treten ja im September als Nachfolger für das Amt des Verwaltungschefs an. Was sind ihre wichtigsten Anliegen/Vorhaben für die Zukunft?

Im Falle eines Wählerauftrages am 23. September werde ich mich aktiv in die künftige Gestaltung der Samtgemeinde als Impuls- und Ideengeber einbringen und die Mitgliedsgemeinden in ihrer Entwicklung unterstützen. Dabei setze ich auf eine gute und kooperative Zusammenarbeit mit den politischen Gremien.

Die Zukunft der Kommunen ist von der Attraktivität, Vielfalt und Lebensqualität abhängig. Ich möchte mich dafür einsetzen, dass sich alle Altersgruppen wohlfühlen. Das setzt voraus, dass wir den jungen Familien ein familienfreundliches und qualitativ hochwertiges Bildungs- und Betreuungsangebot anbieten. Daher genießen für mich Investitionen in die Bildung unserer Kinder höchste Priorität. Die Kindergärten und -krippen müssen bedarfsgerecht angepasst und die Angebote in den Schulen optimiert werden. Um die Lebendigkeit in den kleineren Gemeinden zu sichern, ist auch der Erhalt der kleinen Grundschulen von grundsätzlicher Bedeutung.

Für Bauwillige sind ausreichend Bauplatzangebote zu schaffen. Daher sind bedarfsgerechte Bauflächen in allen Mitgliedsgemeinden auszuweisen. Eine hohe Lebensqualität erfordert aber auch eine gute Nahversorgung sowie medizinische und pflegerische Grundversorgung. Diese Aufgaben haben daher für mich einen hohen Stellenwert.

Wichtig sind mir bei Auflegung neuer Projekte und Planungen auch die Beteiligungen der Bürger sowie die Förderung des Ehrenamtes, um auch das „Wir-Gefühl“ in unserer Gesellschaft zu stärken. Gemeinsam können wir mehr erreichen und damit auch zur Lebensqualität in unseren Gemeinden beitragen. Ganz wichtige Beiträge im Ehrenamt leisten neben den zahlreichen Vereinen unsere drei Feuerwehren. Daher sind mir die Mitgliedernachwuchsförderung und eine gute räumliche, technische und persönliche Ausstattung der Wehren ein besonderes Anliegen.

In Sachen Bildung bleibt festzuhalten, dass in der Samtgemeinde Nordhümmling derzeit insgesamt drei Schulleiterstellen nicht besetzt sind. Wie wollen Sie dazu beitragen, diese Lücken zu schließen?

Bei den drei Schulleiterstellen handelt es sich um zwei Grundschulen und eine Förderschule. Eine Stelle bei den Grundschulen wurde neu ausgeschrieben. Das Ergebnis bleibt abzuwarten. Für beide Grundschulen bestehen derzeit verlässliche kommissarische Leitungen. Ich werde mit der Schulbehörde nach einer zukunftsfähigen Lösung suchen. Ich denke sogar, dass für die beiden Grundschulen zeitnah gute personelle Perspektiven in Aussicht stehen.

Die dritte Stelle betrifft die Waldschule in Trägerschaft des Landkreises. Hier geht es insbesondere vor dem Hintergrund der Inklusion und der Schülerzahlen um den Fortbestand der Förderschule „Lernen“. Auch hier werde ich gemeinsam mit dem Schulträger und der Landesschulbehörde weitere Gespräche über eine zukunftsfähige Entwicklung führen.

Beim Thema Bauentwicklung steht mit dem neuen Gebiet „Am Berg“ ja eine große Maßnahme mit bis zu 50 neuen Grundstücken in Esterwegen an. Bei weiter starker Nachfrage könnte dieses Baugebiet schnell vergeben sein. Wie und wo könnte sich die Gemeinde weiter entwickeln?

Über die Nachfrage von Bauwilligen freue ich mich, da diese für die Attraktivität der Gemeinde spricht. Die Nachfrage macht es aber auch notwendig, über weitere Alternativflächen nachzudenken, um dem Bedarf vor Ort gerecht zu werden. Derzeit werden bereits weitere Flächenangebote an vier Standorten geprüft. Einen dieser Standorte – Bereich Mühlenberg/südlich Lambertstraße – wird die Gemeinde aufgrund eines bereits gefassten Beschlusses auch konkret weiter verfolgen. Ich sehe meine Aufgabe auch künftig darin, permanent nach geeigneten Flächen zu schauen, um rechtzeitig mit Planungen reagieren zu können.

Zur guten Infrastruktur gehört auch schnelles Internet. In ländlichen Gemeinden mit weiten Wegen wie in Bockhorst kann es zu Problemen beim Ausbau kommen. Wie kann sichergestellt werden, dass auch dort möglichst viele Bürger an das neue Netz angeschlossen werden?

Im Vergleich zu anderen Kommunen verfügt die Samtgemeinde Nordhümmling insgesamt über eine gute Breitbandversorgung. Einige Teilbereiche werden derzeit über das laufende Förderprojekt von der Telekom erschlossen, andere Bereiche in Esterwegen (1500 Haushalte mit Glasfaser) von der EWE. In der Tat reichten die Fördermittel nicht aus, um den Ort Bockhorst flächendeckend zu erfassen. Das hängt mit der Randlage und der Streubebauung in der Fläche und den daraus resultierenden Kosten zusammen. Es wird aber derzeit bereits technisch und wirtschaftlich geprüft, inwieweit eine weitere Erschließung möglich sein könnte, um kurzfristig auf eine Förderung des Bundes und/oder des Landes zugreifen zu können. Das Thema Glasfaserversorgung wird daher weiterhin Chefsache bleiben, um die Mitgliedsgemeinden in dieser Angelegenheit zu unterstützen.

Nun steht jedoch erst einmal die Sommerpause an. Wie entspannen Sie am liebsten, und wo?

In diesem Jahr ist das Zeitfenster für die Entspannung aufgrund der besonderen Situation sehr eng. Wenngleich auch mal größere Reisen anstehen, sind wir seit Jahren passionierte Radwanderer und entspannen auch sehr gerne auf Radwandertouren im Ausland und in Deutschland.

Stichwort Heimat: Welche sind die Ihrer Meinung nach schönsten Orte in Ihrer Samtgemeinde, an denen Urlaub gemacht werden kann?

Die Schönheit und Vielfalt der Natur und Landschaft Nordhümmlings sind beeindruckend. Die Kommune liegt teilweise im Übergangsbereich vom Hümmling in die tiefer gelegene Hunte-Leda-Moorniederung und bietet für Naturliebhaber, Wanderer und Radwanderer etwas Besonderes. Aber auch die Freizeitangebote für Familien, Kinder und Jugendliche insbesondere in den beiden staatlich anerkannten Erholungsorten Esterwegen und Surwold mit den Erholungsgebieten „Erikasee“ und „Surwolds Wald`“ sind für Urlauber überzeugend – hier kann sich jeder wohlfühlen.


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