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30.05.2018, 06:33 Uhr KOMMENTAR

Zahnärztemangel: Nicht mehr viel Zeit, um gegenzusteuern

Kommentar von Hermann Hinrichs

Foto: dpa/Karl-Josef HildenbrandFoto: dpa/Karl-Josef Hildenbrand

Esterwegen. Dem nördlichen Emsland droht schon in wenigen Jahren ein Mangel an Zahnärzten. Knapp die Hälfte der Mediziner ist bereits 60 Jahre oder älter. Ein Kommentar.

Klar, der Umgang mit den Einnahmen aus der Krankenversicherung muss verantwortungsvoll und möglichst effizient ausgerichtet sein. Dass in der Folge aber Engpässe in der zahnmedizinischen Versorgung auf dem Land drohen, weil es besonders wirtschaftliche Risiken und ein Stadt-Land-Gefälle beim Verdienst sind, die junge Mediziner abschrecken, darf nicht der Fall sein.

Ein Aspekt des verantwortungsvollen Einsatzes der Versichertenbeiträge muss daher auch sein, den Rahmen für das Praktizieren auf dem Land so zu stecken, dass junge Mediziner beispielsweise beim Kauf einer bestehenden Praxis eine wirtschaftliche Perspektive haben, die eben nicht abschreckt.

Für die Menschen auf dem Land ist es indes das Wichtigste, dass für Zahnpflege, Zahnersatz und bei Zahnschmerzen ortsnah und bei akutem Bedarf auch zeitnah ein Arzt da ist, den man aufsuchen kann. Diese medizinische Grundversorgung muss gewährleistet bleiben.

Daran muss sich die Wirksamkeit politischen Handelns messen lassen. Für das nördliche Emsland ist nicht mehr viel Zeit, um gegenzusteuern.


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