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Zwei Feuerwehrmänner im Krankenhaus Brand in Esterwegen: Flammenexplosion gefährdet Einsatzkräfte

Von Hermann Hinrichs


Esterwegen. Ein älteres Wohnhaus mit angrenzender Autowerkstatt ist am Freitagmorgen gegen 5 Uhr an der Hauptstraße in Esterwegen in Brand geraten. Verletzte gab es keine, allerdings wurden zwei Feuerwehrmänner von einer explosiven Ausbreitung der Flammen (Flashover) überrascht. Es entstand ein Schaden von mehr als 100.000 Euro.

Wie der Pressesprecher des Kreisfeuerwehrverbandes, Lambert Brand, auf Anfrage unserer Redaktion erklärte, sind nach ersten Informationen der Polizei für das Haus zwölf Bewohner gemeldet, die zum Zeitpunkt des Feuers aber bereits allesamt bei der Arbeit waren. Die Polizei teilte mit, dass es sich bei den Männern um Arbeiter aus Rumänien handelt.

Angrenzende Werkstatt gerettet

Die angebaute Autowerkstatt war nach Auskunft Brands zwar gefährdet, konnte von den Einsatzkräften aber durch eine beidseitige Riegelstellung vor den Flammen geschützt werden. Allerdings wurden dem Sprecher zufolge zwei Feuerwehrmänner, die unter Atemschutz im Obergeschoss im Einsatz waren, von einem sogenannten Flashover überrascht, also dem Moment, in dem sich ein unter hoher Hitze schwelender Brand innerhalb eines Raumes durch Sauerstoffzufuhr schlagartig zu einem Vollbrand entwickelt. Außerhalb des Hauses tätige Einsatzkräfte berichteten, dass sowohl aus dem unteren Hauseingang als auch aus den Fenstern im Obergeschoss große Feuerbälle entwichen.

Einsatzkräfte im Krankenhaus

Ein Feuerwehrmann rutschte Brand zufolge die Treppe herunter, der andere habe im dichten Qualm mithilfe einer Wärmebildkamera den Weg zu einem Fenster gefunden und sich über eine Leiter retten können. Beide seien vorsorglich dem Rettungsdienst übergeben worden, hätten aber nach ersten Erkenntnissen keine gesundheitlichen Schäden erlitten. Sicherheitshalber sollen sie noch für weitere Untersuchungen im Krankenhaus bleiben.

Laut Ortsbrandmeister Michael Otten habe es sich um zwei sehr erfahrene Feuerwehrleute gehandelt, die in der Gefahrensituation den Überblick behalten hätten. Hinzu käme, dass die persönliche Schutzausrüstung auf dem neuesten Stand sei und den Flammen standhielt. An der Schutzkleidung seien deutliche Spuren der Hitzeeinwirkung erkennbar gewesen.

Hohe Sachwerte gerettet

Der Erste Samtgemeinderat der Samtgemeinde Nordhümmling, Christoph Hüntelmann zeigte sich im Gespräch mit unserer Redaktion erleichtert, dass der Einsatz glimpflich verlaufen sei. Hüntelmann lobte das engagierte Vorgehen aller drei Feuerwehren aus der Samtgemeinde, durch deren Einsatz hohe Sachwerte gerettet werden konnten.

Die Feuerwehr Esterwegen wurde beim Einsatz durch die Samtgemeindewehren Surwold und Hilkenbrook sowie durch die Drehleiter aus Werlte unterstützt. Die Schadenshöhe beziffert die Polizei mit mehr als 100.000 Euro. In einigen Räumen des angrenzenden Autohauses entstand Sachschaden durch eingedrungenes Löschwasser. Die Brandursache ist noch unklar, die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

Für die Lokalisierung und das Ablöschen von Glutnestern im Dachgeschoss des älteren Gebäudes waren mehrere Atemschutztrupps erforderlich. Im Einsatz waren am Brand in der Hauptstraße nach Angaben von Brand 65 Feuerwehrleute und zehn Fahrzeuge. Die Nachlöscharbeiten dauerten bis in die Vormittagsstunden an. Zeugen werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 0591/87215 bei der Polizei in Lingen zu melden.