Stärken und Schwächen herausfinden Gemeinde lässt „Surwolds Wald“ durch Experten analysieren



Surwold. Das Erholungsgebiet „Surwolds Wald“ soll attraktiver werden und gleichzeitig weniger Kosten verursachen für die Gemeinde. Das ist das Ziel einer Potenzialanalyse, für die jetzt ein Fachbüro aus Hannover beauftragt wurde.

Den Zuschlag bekommen hat das Unternehmen BTE Tourismus, bestätigte Surwolds Bürgermeisterin Andrea Schmidt (CDU) auf Anfrage. BTE ist in der niedersächsischen Landeshauptstadt nach eigenen Angaben bereits seit mehr als 25 Jahren aktiv, und zwar in der Tourismus-, Freizeit- und Destinationsberatung in Deutschland und Europa.

Eine erste Bestandsaufnahme ist bereits erfolgt, ein Team des Fachbüros war vor Ort und hat sich umgesehen. Im Blickpunkt steht dabei Schmidt zufolge der eigentliche, 34 Hektar große Wald mit der Sommerrodelbahn, dem Aussichtsturm, Minigolfanlage, dem großen Spielplatz und dem Kletterwald, aber auch das Umfeld mit Parkplätzen, dem Märchenwald, dem Kiosk und auch dem Waldhotel. „Wir wissen beispielsweise von Besuchern, dass die Beschilderung nicht optimal ist“, so die Bürgermeisterin. Auch die Parkplatzsituation insbesondere auf der gepachteten Wiese werde immer wieder moniert. „Anpacken“ wolle man auch den Eingangsbereich mit dem Kioskgebäude, nicht durch einen Neubau, aber möglicherweise einer baulichen Veränderung des vorhandenen Gebäudes. Ein immer wieder genannter Wunsch sei auch, wieder eine große Rutsche am Turm zu installieren, die vor etwa vier Jahren aus Sicherheitsgründen demontiert wurde.

Besucherzahlen in den vergangenen Jahren konstant

Verbesserungspotenzial sieht die Gemeinde auch beim angrenzenden Campingplatz, der auf Familien und Hunde spezialisiert sei, und dem Freibad. „Dort müssen wir beispielsweise die Aufenthaltsqualität bei schlechtem Wetter verbessern“, so Schmidt und nennt das Beispiel Beachvolleyballfeld, das auch bei nicht so schönem Wetter genutzt werden könnte. Dem Pächter des Kiosks sollen Empfehlungen gemacht werden, zum Beispiel beim Warenangebot oder der Gestaltung des Außenbereiches, damit die Umsätze wachsen.

Mit den Besucherzahlen ist die Gemeinde größtenteils zufrieden, sie sind nach Angaben der Bürgermeisterin seit mehreren Jahren konstant. Es handelt sich überwiegend um Tagestouristen, was man Schmidt zufolge wohl auch kaum ändern könne. Steigende Besucherzahlen seien aber dennoch wünschenswert.

Zuschussbedarf senken

Ein Ziel der Potenzialanalyse sei auch, den Zuschussbedarf zu senken oder zumindest konstant zu halten. Wie viel Geld die Gemeinde jährlich für Surwolds Wald aufbringt, wollte Schmidt nicht öffentlich sagen. Früheren Angaben der Gemeinde zufolge liegen sie im fünfstelligen Bereich, 2015 beispielsweise bei 27.000 Euro. In der Zwischenzeit ist unter anderem der Mindestlohn hinzu gekommen. Schmidt betonte, das Geld sei gut angelegt, weil der Wald „das Aushängeschild der Gemeinde“ sei. Sie machte aber auch deutlich, dass „die Wirtschaftlichkeit des Betriebs verbessert werden muss“. Sprich: Einnahmen zu erhöhen und Kosten zu senken. Bis 2012 war der Betrieb sogar kostendeckend. In dem Erholungsgebiet sind insgesamt 26 Personen in unterschiedlichen Schichten tätig, für die Pflege des Waldes, die Aufsicht oder die Reinigung. Ein Großteil davon sind 450-Euro-Kräfte und viele von ihnen im Rentenalter.

Nächster Schritt der Analyse ist ein gemeinsames Gespräch aller Beteiligten, also auch des Waldhotels, des Freibads oder des Campingplatzes, das Ende Mai stattfinden soll. Bei der nächsten Ratssitzung vor den Sommerferien werden voraussichtlich erste Erkenntnisse vorgestellt. Ziel des Projekts ist letztlich auch, Fördergelder zu bekommen, beispielsweise aus dem Leader-Progamm (LAG Hümmling) oder im Rahmen des Naturpark Hümmling. Deshalb ist auch Uwe Carli, Geschäftsführer der Emsland Touristik und des Naturpark Hümmling, bei den Gesprächen dabei. Die Kosten für die Analyse liegen bei 30.000 Euro, die LAG Hümmling fördert das Projekt mit 15.000 Euro.


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