Vorsitzender im Amt bestätigt „Schriverrunde“ erweitert den Heimatverein Esterwegen

Von Marion Lammers

Auf ein aktives Jahr blickte der Vorstand des Heimatvereins Esterwegen auf der Generalversammlung zurück. Das Foto zeigt zudem die geehrten Mitglieder sowie DIZ-Leiter Kurt Buck (Zweiter von links), der über die Geschichte des Emslandlagers berichtete. Foto: Marion LammersAuf ein aktives Jahr blickte der Vorstand des Heimatvereins Esterwegen auf der Generalversammlung zurück. Das Foto zeigt zudem die geehrten Mitglieder sowie DIZ-Leiter Kurt Buck (Zweiter von links), der über die Geschichte des Emslandlagers berichtete. Foto: Marion Lammers

mls Esterwegen. Über die Geschichte des Emslandlagers sowie über das Schicksal der Häftlinge hat Kurt Buck, Leiter des Dokumentations- und Informationszentrum (DIZ), während der Generalversammlung des Heimatvereins Esterwegen berichtet.

Anhand von historischen Fotos aus den Emslandlagern, vor allem aus dem Lager Esterwegen, informierte Buck über die Geschehnisse. In den Emslandlagern wurden ab 1933 vor allem politische Gefangene inhaftiert und zur Zwangsarbeit eingesetzt, um die emsländischen Moore zu kultivieren. Einige der Propagandaaufnahmen zeigten den vorderen Teil des Lagers mit Blumenrabatten und Bäumen in dem die Lagerkommandantur untergebracht war. „Der vordere Teil war idyllisch, im hinteren Teil waren die Gefangenen untergebracht umgeben von einem elektrischen Zaun“, so Buck.

Verschollene Karten wieder aufgetaucht

Unter den damals Inhaftierten seinen nach seinen Worten viele Kabarettisten und Schauspieler gewesen. Der Journalist Ernst Heilmann wurde als Jude in einer Hundehütte untergebracht und nach sieben Jahren Aufenthalt in verschiedenen Konzentrationslagern im Lager Buchenwald ermordet. Später waren russische Gefangene in den Lagern untergebracht. Anhand von bislang verschollenen Karten der Wehrmacht, die vor einiger Zeit in Russland auftauchten, könnten nun im Rahmen von Projektarbeiten viele bislang unbekannte Russen auf dem Gedenkfriedhof mit Namen, Sterbedatum und Angaben zur Person identifiziert werden, berichtete Buck weiter.

Sechs Mitglieder geehrt

Während der Versammlung standen weiterhin einige Ämter im Vorstand zur Wahl. Vorsitzender Hermann Többen wurde einstimmig in seinem Amt bestätigt. Auch Helena Jansen wird dem Heimatverein in Zukunft weiterhin als Kassenwartin zur Verfügung stehen. Ebenfalls in ihren Posten als Beisitzer bestätigt wurden Martina Scheperjans und Josef Blömer.

Für 25 Jahre aktive Mitgliedschaft wurden gleich sechs Mitglieder geehrt. Als Dank und Anerkennung für ihr Engagement überreichte der Vorsitzende die entsprechenden Urkunden an Anni Otten und Hans Blömer sowie an Angelika und Andreas Broers. Renate Brake und Thekla Meyer waren nicht anwesend . Sie sollen ihre Urkunden zu einem späteren Zeitpunkt erhalten.

Tagung zum Kulturerbejahr

Anschließend fasste der Vorsitzende die Aktivitäten des vergangenen Jahres zusammen. Dabei ragte die Generalversammlung des Heimatbundes für niederdeutsche Kultur heraus. Zudem war der Heimatverein laut Többen bei verschiedenen Veranstaltungen wie den Generalversammlungen es Emsländischen Heimatbundes und des Heimatvereins Aschendorf-Hümmling sowie bei der Tagung zum Kulturerbejahr 2018 in Papenburg präsent.

Museumscafe wird gut angenommen

Das Museumscafe, das von Ostern bis Oktober jeden ersten Sonntag im Monat geöffnet war, wurde nach Angaben des Vorsitzenden sehr gut angenommen. Ferner wurde das Heimatmuseum von zahlreichen Interessierten, darunter Schulklassen und Gruppen, besucht. Weiterhin stellte Többen als neue Gruppe des Heimatvereins die „Schriverrunde“ vor, die sich in Zukunft um die Katalogisierung von historischen Geräte und Gegenstände kümmern soll. Zudem soll in den nächsten Wochen mit Unterstützung der Gemeinde und diversen Eigenleistungen ein neues Sitzungszimmer im Heimathaus entstehen und eine dort eine Heizung eingebaut werden.