Seit 25 Jahren Suchtselbsthilfe Kreuzbundgruppe Nordhümmling-Breddenberg feiert Jubiläum

Von Marion Lammers

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mls Breddenberg-Heidbrücken. Seit 25 Jahren engagiert sich die Kreuzbundgruppe Nordhümmling-Breddenberg in der Suchtselbsthilfe. Die Arbeit der Mitglieder wurde jetzt im Rahmen einer Feierstunde gewürdigt.

Vorsitzender Konrad Schnieders umriss im Anschluss an seine Grußworte vor geladenen Gästen, darunter Vertreter von Kirche und Gemeinde, zunächst die geschichtlichen Hintergründe der Kreuzbundgruppe. Demnach trafen sich 1992 die damaligen Gruppenmitglieder zu den ersten Stunden noch beim Gruppenleiter zuhause. In Kooperation mit der Gemeinde und den örtlichen Vereinen wurde einige Zeit später die Nutzung des Jugendheims in Breddenberg umgesetzt. Dort finden bis heute die Gruppenstunden am Freitag und Samstag statt. „Dies ging fast immer harmonisch vonstatten“, sagte Schnieders. Im Januar 1993 wurde dann offiziell die Kreuzbundgruppe Nordhümmling-Breddenberg mit vier Gründungsmitgliedern aus der Taufe gehoben. „In 25 Jahren sind wir durch viele Höhen und Tiefen gegangen. Neue Mitglieder sind dazu gekommen, einige sind jedoch auch gegangen,“ berichtete der Vorsitzende weiter. „Die neuen Mitglieder brauchen die alten Mitglieder, um Wege in die Abstinenz zu finden“. Derzeit bestehe die Gruppe aus 31 Mitgliedern.

Aufklärung und Prävention

Neben der Vorstellung der Suchtselbsthilfe und der Kooperation mit Fachkliniken und Beratungsstellen leiste der Kreuzbund Aufklärungsarbeit und fördere präventive Maßnahmen an Schulen. Weiterhin werden Tages- und Wochenendseminare mit suchtspezifischen Themen durchgeführt und Freizeitaktivitäten, wie die Theatergruppe oder Skatabende angeboten. „Die Gruppenstunden sind sehr wichtig und sollen weiter ausgebaut werden, damit Hilfesuchende bei uns eine Heimat finden“, betonte Schnieders.

Unverzichtbare Arbeit

Samtgemeindebürgermeister Stefan Eichhorn (parteilos) bedankte sich unter anderem für Aufklärungsarbeit und Präventionsmaßnahmen an Schulen. Auch betonte er, wie unerlässlich und unverzichtbar die Arbeit der Gruppe sei. „Betroffene haben eine gute Chance, die eigene Sucht in den Griff zu bekommen.“ Bürgermeister Hermann Hanekamp (CDU) bedankte sich für die ehrenamtliche Arbeit und wünschte „viel Freude, Mut und gutes Gelingen bei dieser wichtigen Aufgabe.“

Von Mensch zu Mensch

Rüdiger Blomeyer, Vorsitzender des Diözesanverbandes, ging in seiner Ansprache ebenfalls auf die Wichtigkeit der Suchtselbsthilfe ein. „Hilfe gestaltet sich zu Hilfe durch Selbsthilfe. Das Fundament ist dabei das Gespräch von Mensch zu Mensch.“ In Zukunft sollen neue Angebote für Betroffene und Angehörige geschaffen werden. Betroffene sollen auch durch die Nutzung neuer Medien angesprochen werden. „Unsere Tür muss immer und überall weit offen stehen“, betonte Blomeyer die Aufgabe der größten Selbsthilfegemeinschaft bundesweit. Sein besonderer Dank galt dem Vorsitzenden Konrad Schnieders: „Es ist gut, dass wir dich haben. Vielen Dank für dein Engagement.“ Die Leiterin der Fachambulanz von der Caritas Emsland, Marion Feldmann, erlebt die Gruppe nach eigenem Bekunden „als sehr offen und fortschrittlich“. Den Weg zur Abstinenz einzuschlagen sei eine der schwierigsten Entscheidungen und erfordere „Mut zur Veränderung“, so Feldmann. Die Gruppe biete vielseitige Unterstützung für Betroffene und Angehörige in der Hilfe zur Selbsthilfe und habe somit einen großen Anteil an „Mut zur Veränderung“. „Die Kreuzbundgruppe kann stolz und zufrieden sein mit der Arbeit der letzten 25 Jahre“, erklärte auch Ulla Müller, stellvertretende Vorsitzende der Kreuzbund AG Emsland Nord. „Sie ist immer mit der Zeit gegangen und hat Betroffenen und Angehörigen Mut und Halt gegeben.“

Präsente und Theater

Im Anschluss an die Grußworte überreichten die Mitglieder der Gruppe den Vorstandsmitgliedern jeweils ein kleines Dankeschön für ihr Engagement in den vergangenen Jahren. Auch die Organisatoren hatten sich noch eine kleine Überraschung bis fast zum Schluss aufgehoben. Mit einigen Leuten aus der Gruppe wurde ein Theaterstück geschrieben und einstudiert, „das eine suchtbelastete Familie mit allen Sorgen und Nöten darstellt“, so Benno Papen, zweiter Vorsitzender der Kreuzbundgruppe. „Damit möchten wir die Arbeit der Selbsthilfe näherbringen.“


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