Gedenken an Holocaust-Opfer Auschwitz-Überlebende berichtet in Esterwegen

Von Maike Plaggenborg

Die Auschwitz-Überlebende Erna de Vries berichtet am Sonntag, 4. Februar, um 15 Uhr in der Gedenkstätte Esterwegen von ihren Erlebnissen. Foto: Maike Plaggenborg/ArchivDie Auschwitz-Überlebende Erna de Vries berichtet am Sonntag, 4. Februar, um 15 Uhr in der Gedenkstätte Esterwegen von ihren Erlebnissen. Foto: Maike Plaggenborg/Archiv

pm/mpl Esterwegen. Die Auschwitz-Überlebende Erna de Vries berichtet am Sonntag, 4. Februar, um 15 Uhr in der Gedenkstätte Esterwegen von ihrem Schicksal. Der Anlass ihres Vortrages ist der Internationale Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocausts, der am 27. Januar begangen wird.

„Du wirst überleben und erzählen, was man mit uns gemacht hat“. Diesen Auftrag ihrer in Auschwitz getöteten Mutter erfüllt die in Lathen lebende Erna de Vries seit 1998.

Ihre Geschichte erzählt sie regelmäßig unter anderem in Schulen, aber auch bei Vereinen beispielsweise und zeigt dort die in ihren Unterarm tätowierte Nummer.

Die 1923 in Kaiserslautern geborene de Vries begleitet ihre Mutter, als diese 1943 in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert wurde. Die damals 19-jährige de Vries wollte ihre Mutter auf keinen Fall alleine lassen. Ihre Mutter wurde in Auschwitz ermordet.

De Vries wurde in das Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück verlegt und am 27. April 1945 von dort aus mit allen weiblichen Lager-Häftlingen auf einen Todesmarsch geschickt. Sie überlebte ihn nur unter Aufbietung allerletzter Kraftreserven.

Davon berichtet die 94-Jährige unermüdlich. Für ihr Engagement wurde sie an verschiedener Stelle geehrt. So bekam sie 2006 für ihre Aufklärungsarbeit die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik.

Bundesverdienstkreuz für de Vries

Dann im Jahr 2012 wurde Erna de Vries die Emsland-Medaille überreicht und zwei Jahre später erhielt sie das Verdienstkreuz der Bundesrepublik. Nach der Heirat mit Josef de Vries, der ebenfalls mehrere Konzentrationslager überlebt hatte, zog sie mit ihm in dessen emsländischen Heimatort Lathen, wo sie seither zu Hause ist. Auch in ihrer Heimat zollt man ihr Respekt. Als Ehrenbürgerin der Gemeinde Lathen hat diese 2016 den „Erna-de-Vries-Platz“ vor dem Rathaus eingeweiht. Auch eine Realschule in Münster trägt ihren Namen. Aus der Karl-Wagenfeld-Schule, zuvor benannt nach einem Dichter, der den Nazis nahe gestanden haben soll, wurde 2015 die De-Vries-Schule.

Der Eintritt für die Veranstaltung in der Gedenkstätte in Esterwegen, Hinterm Busch 1, ist frei.