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Wichtiger Knotenpunkt Amprion plant Bau eines Umspannwerkes in Merzen

Von Christian Geers | 08.08.2015, 13:30 Uhr

Deutlich schneller und früher als die neue Stromtrasse soll ein Umspannwerk in Merzen gebaut werden. Der weitere Ausbau der Windenergie im Osnabrücker Land und rund um Merzen bringt die Energiekonzerne in Zugzwang. Sie müssen in die technische Infrastruktur investieren, denn sie sind gesetzlich verpflichtet, den in den Windparks produzierten Strom ins bestehende Netz einzuspeisen.

Merzen ist aus Sicht der Netzbetreiber bereits heute ein wichtiger Knotenpunkt. Von Lingen führt eine 220-kV-Leitung nach Wehrendorf, in Merzen zweigt eine 220-kV-Leitung ab, die nach Westerkappeln führt. Deshalb bietet sich aus Sicht des Netzbetreibers Amprion das Leitungsdreieck Merzen an, um die 380-kV-Transportleitung in das bestehende Stromnetz einzubinden. Dazu ist der Bau einer Umspannanlage erforderlich.

Vorhandenes Stromnetz reicht für neue Windparks nicht mehr aus

Aber noch aus einem anderen Grund wird der Bau einer Umspannanlage an dieser Stelle erforderlich: Durch die geplanten Windparks in direkter Nachbarschaft – neue Windräder sollen in Neuenkirchen, Merzen, Voltlage und Fürstenau gebaut werden – muss der dort produzierte Strom abgeführt werden. „Das ist mit der bestehenden Infrastruktur nicht mehr zu leisten“, sagt Amprion-Projektleiter Arndt Feldmann. Weil es für den Verteilnetzbetreiber Westnetz die gesetzliche Verpflichtung gebe, den Windstrom einzuspeisen, besitzt eine Umspannanlage in Merzen eine hohe Priorität. Mit anderen Worten: Diese Anlage wird dringend benötigt und „soll möglichst schnell in das Planungsverfahren“, so Feldmann. „Die beste Option ist eine Umspannanlage in der Nähe des bestehenden Netzdreiecks.“

Suchraum für Umspannwerk festgelegt

Der genaue Standort dieser Umspannanlage steht noch nicht fest. Netzbetreiber Amprion hat sich die Gegend angesehen und einen Suchraum festgelegt. Dieser reicht von Merzen bis nach Bottum. Der Flächenbedarf für das Umspannwerk beruht auf Schätzungen und Erfahrungswerten ähnlicher Bauten. Als Größenordnung nannten die Amprion-Mitarbeiter einen Flächenbedarf von etwa zwölf Hektar. Darauf würden dann die Transformatoren von insgesamt acht Schaltfeldern gebaut. Der Platzbedarf ist so groß, weil die Transformatoren luftgekühlt sind und dafür ein größerer Abstand erforderlich ist.