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Wagen in Neuenkirchen zerbrochen Verletzter bei illegalem Karnevalsumzug – und ein ganzes Dorf schweigt

Von Jörg Sanders | 25.02.2017, 22:43 Uhr

In Neuenkirchen-Vinte im Landkreis Osnabrück ist am Samstagabend ein Wagen eines nicht genehmigten Karnevalsumzugs umgekippt. Eine Person wurde verletzt – und alle schweigen, sagt die Polizei.

Die Geschichte ist kaum zu glauben, und noch sei einiges Spekulation, sagt ein Polizist aus Bersenbrück auf Anfrage unserer Redaktion. Fest stehe bisher: In Vinte ist am Abend in einer Linkskurve auf der Straße Vogelknapp in Richtung Bruch der Holzaufbau eines Motivwagens auseinandergebrochen. Eine Person fiel daraufhin vom Wagen und liegt im Krankenhaus, wobei noch nicht klar ist, ob er dort wegen des Sturzes liegt – oder einfach, weil er extrem betrunken gewesen sei, wie der Beamte unserer Redaktion berichtet. Am heutigen Sonntag soll er das Krankenhaus wieder verlassen dürfen. Ein weiterer betrunkener Mitfahrer wurde ebenfalls ins Krankenhaus gebracht. Auch eine Ersthelferin wurde eingeliefert, weil sie – offenbar aufgrund der Aufregung – zu hyperventilieren begann.

Illegaler Umzug

Fest stehe weiterhin: Der Mottowagen nahm der Polizei zufolge nicht an dem Umzug in Osnabrück teil. Daher gehen die Beamten bislang von einem nicht genehmigten Karnevalsumzug aus. Es sollen sechs Mottowagen an dem Umzug teilgenommen haben. Auf dem umgekippten Wagen sollen sich bis zu 15 Personen aufgehalten haben.

Fest stehe zudem: Der Fahrer des Motivwagens machte sich anschließend aus dem Staub. Die Polizei habe nur noch die abgebrochenen Holzstücke des Wagens auf der Straße gefunden. Unklar ist, ob weitere Personen auf dem Gespann mitfuhren.

Zugmaschine und Motivwagen gefunden

Allerdings fand die Polizei die Zugmaschine und den Motivwagen kurze Zeit später auf einem benachbarten landwirtschaftlichen Hof – jedoch keine Personen. Eine mutmaßliche Mitfahrerin des Motivwagens habe die Polizei aber ermittelt, berichtet der Beamte.

Muh!

Wie er darauf komme? „Muh!“, sagt er zunächst. Ihr Kostüm – eine Kuh – habe zum Motivwagen – Motto „Muh“ gepasst. Allerdings verweigere die Dame bislang die Aussage. Und sie ist nicht die Einzige. „Es sieht so aus, als steht der ganze Ort geschlossen hinter dem Fahrer“, sagt der Beamte. Der Halter des Fahrzeugs habe zwar gesagt, nicht in die Geschichte involviert zu sein, ansonsten habe aber auch er weitere Angaben verweigert. „Keiner bekennt sich zu der Sache“, so der Beamte.

Allerdings habe die Polizei in dem Fahrzeug Dinge gefunden, die Rückschlüsse auf den Fahrer zulassen könnten, so der Bersenbrücker Polizist weiter. Nun ermittelt die Polizei in Bersenbrück wegen Unfallflucht und fahrlässiger Körperverletzung.