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Offenstallhaltung als Nische CDU-Arbeitskreis Agrar zu Besuch in Neuenkirchen

Von PM. | 15.08.2017, 17:00 Uhr

Die Offenstallhaltung von Schweinen auf dem Hof von Carl Ahrens-Westerlage hat der CDU-Landtagsabgeordnete Christian Calderone schon einmal besichtigt und war so begeistert, dass er den Betrieb auch als Ziel der Sommertour der CDU-Agrarpolitiker des Niedersächsischen Landtages vorgeschlagen hat.

Und so schauten die Mitglieder des „Arbeitskreises für Ernährung, Landwirtschaft,Verbraucherschutz und Landesentwicklung“ – wie es offiziell heißt – gern in Neuenkirchen vorbei. Mit dabei waren neben Calderone lat Pressemitteilung der Agrarpolitische Sprecher Helmut Dammann-Tamke, der Umweltpolitische Sprecher Martin Bäumer und Hans-Joachim Deneke-Jöhrens. Begleitet wurden die Landtagsabgeordneten von Samtgemeindebürgermeisterin Hildegard Schwertmann-Nicolay, dem CDU-Ortsvorsitzenden Heiko Brinkmann und zwei Firmenvertretern aus der Fleischbranche.

Futter wird selbst gemischt

1490 Schweine halten Vater und Sohn Ahrens-Westerlage – beide mit Vornamen Carl – in ihrem Betrieb in der Offenstallhaltung. Beide sind Verfechter dieser Haltung, obwohl diese durch Stroheinstreu und ein höheres Platzangebot durchaus aufwendig ist. Ahrens-Westerlage sen. steht stark engagiert und emotional hinter diesem Konzept: „Ich bin von meiner Mutter zum Tierschutz erzogen worden!“

Und natürlich trägt auch das Futter zu einem guten Leben der Schweine bei. Auf dem Hof Ahrens-Westerlage wird das Futter für die Tiere seit zehn Jahren selbst gemischt, zwei Drittel davon aus eigenem Anbau, ein Drittel wird zugekauft. „Jede Altersklasse bekommt nach der sogenannten Phasenfütterung eine andere altersgemäße Mischung“, erläuterte Ahrens-Westerlage jun. und erklärte, dass die Tiere auch viel Rohfasern bekämen. „Und zum Schlachter geht es nicht nach einem bestimmten Zeitrhythmus, sondern dann, wenn sie die Tiere ihr Schlachtgewicht zwischen 90 und 110 Kilogramm erreicht haben“.

Zum Wohl der Tiere

Nach der Begehung der Ställe entstand im Anschluss, so die Pressemitteilung, eine lebhafte Diskussion zum Thema: „Wo stehen wir und wo wollen wir hin?“

Calderone forderte die Parteikollegen auf, offensiver mit der aktuellen Diskussion umzugehen, auf die Berufsverbände zuzugehen und politisch klug im Sinne der Landwirte und zum Wohl der Tiere zu agieren. „Wir müssen Lösungen finden, damit die Landwirtschaft sich weiter entwickeln kann“, so der örtliche Landtagsabgeordnete.

Förderungswürdige Nische

Aus seiner Sicht bleibe das Haltungskonzept der „Offenstallhaltung“ sicher eine Nische, aber eine forderungswürdige. „Wichtig erscheint ihm laut Pressemitteilung, dass Politik die oft auch ideologisch geführten Abgrenzungsdebatten zwischen den verschiedenen Haltungsformen überwindet und unvoreingenommen die Weiterentwicklung aller Haltungsformen unterstütze. Dazu gehöre im Bereich der Offenstallhaltung eine „wohlwollende rechtliche Prüfung“ von Anträgen für Stallumbauten zu offenen Ställen. Dort erschienen laut Pressemitteilung Calderone andere Bundesländer durchaus investoren- und landwirtschaftsfreundlicher zu agieren.

Baurechtliche Bedingungen

Auf die Frage, welche drei Wünsche die Agrarpolitiker mit nach Hannover nehmen sollen, waren Senior und Junior einer Meinung: „Es ist wichtig, ein Mehr an Information über unterschiedliche Formen der Tierhaltung zu verbreiten. Politik sollte immer mit Landwirten, Verbänden, Verbrauchern gut kommunizieren und drittens den Landwirten die baurechtlichen Möglichkeiten geben, zum Wohle des Tieres baulich reagieren zu können.“ Gerade bei Veränderungen im Stallbaubereich seien die Baugenehmigungsbehörden immer wieder skeptisch.