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Kommentar Höhere Elternbeiträge in der Samtgemeinde Neuenkirchen: Maßvolle Anhebung

Meinung – Christian Geers | 29.12.2016, 19:32 Uhr

Die Eltern müssen ab August 2017 für die Betreuung ihrer Kinder in den Kindertagesstätten mehr zahlen: Die Beiträge steigen um 20 Prozent. Dazu ein Kommentar.

Eigentlich müssten die Kirchengemeinden auf ihrem eigenen Briefbogen die Eltern über die beschlossene Erhöhung der Beiträge in Kenntnis setzen. Sie sind schließlich Träger der Kindertagesstätten, aber – und das mag eine weitere unangenehme Wahrheit für sie sein – die Kirche beteiligt sich schon lange nicht mehr angemessen an den Betriebskosten.

So ist die beschlossene Erhöhung vertretbar und maßvoll. Sicher ist sie für viele Eltern eine zusätzliche Belastung. Aber mit einem Anteil von 20 Prozent an der Gesamtfinanzierung der Kitas sind sie noch gut bedient. Der Landesrechnungshof riet Gemeinden unlängst, den Elternanteil auf 25 Prozent hochzuschrauben.

Nicht ohne Grund, wenn man in die Kassen der Gemeinden Merzen, Neuenkirchen und Voltlage schaut. Seit Jahren erhöhen sich die Ausgaben für die Kindertagesstätten, Tendenz steigend. Dass die Kommunen auf diese Entwicklung hinweisen und anmerken, dass das Geld für andere Pflichtausgaben knapper wird, ist legitim. Wer daraus aber ableitet, sie stellten die Einrichtungen infrage und sähen in ihnen nur einen lästigen Kostenfaktor, hat keine Ahnung von der Vielzahl der Verpflichtungen, die Kommunen aufgebürdet werden.

Fakt ist, auch nach der Erhöhung der Elternbeiträge tragen die Gemeinden die Hauptlast für Kinderkrippe und Kindergarten. Und wenn Gemeinden wie Voltlage über höhere Steuern nachdenken, können sie – schon aus Gründen der Gerechtigkeit – die Elternbeiträge nicht ausklammern.

Die Alternative wäre, bei einem qualitativ hochwertigen Betreuungsangebot Abstriche zu machen. Genau das aber wäre eine Lösung, mit der niemand zufrieden sein könnte – am wenigsten die Eltern.