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Eigene Genossenschaft geplant Volksbank will in Merzen ein Windrad betreiben

Von Christian Geers | 13.12.2015, 12:27 Uhr

Die Volksbank Osnabrücker Nordland geht unter die Windmüller. Zu diesem Zweck bereitet sie zurzeit die Gründung einer eigenen Genossenschaft mit Sitz in Merzen vor, sagten die beiden Vorstandsmitglieder Reinhard Lewandowski und Herbert Niemann auf Anfrage unserer Redaktion. Vorgesehen ist, dass die Genossenschaftsbank im Frühjahr kommenden Jahres ein Windrad nach Fertigstellung von Prowind übernimmt.

„Wir als Volksbank dürfen uns neuen Ideen nicht verschließen. Schon gar nicht, wenn diese direkt vor der eigenen Haustür entstehen“, sagte Lewandowski. Er begründete, weshalb die Genossenschaftsbank diese Investition tätigen wolle: Die Bankerträge würden aufgrund des anhaltenden Niedrigzinsniveaus in den nächsten Jahren für die Finanzbranche und für die Volksbank „ganz erheblich sinken“. Mit der Übernahme einer Windkraftanlage werde die Bank ihre Einnahmen stabilisieren. Lewandowski: „Sie trägt also zur weiteren Existenz unserer Volksbank bei.“ Damit sei auch sichergestellt, dass die Bank als Arbeitgeber, als Förderer vieler Vereine und als Steuerzahler erhalten bleibe.

Die Volksbank Osnabrücker Nordland engagiert sich nach den Worten des Vorstands auch deshalb, um die wirtschaftlich positiven Aspekte einer Windenergieanlage in der Region zu halten, anstatt auswärtigen Investoren – wie bei der Finanzierung geschehen – diese Gelegenheit zu bieten.

Ausgabe von Windsparbriefen geplant

Sehr wohl sehe die Bank, dass der Windpark einige Anlieger beeinträchtige, sie von den Auswirkungen betroffen seien. Deshalb plane die Bank eine Beteiligung für die betroffenen Anlieger und Bürger in Form einer Zeichnung von Windsparbriefen. „Natürlich ohne unternehmerisches Risiko für die Zeichner“, wie Herbert Niemann erläuterte. Die Verzinsung solle auf dem erwarteten Renditeniveau der Windräder liegen. Damit solle ein Teil der Benachteiligung aufgefangen werden.