Ein Artikel der Redaktion

Bürgermeister nehmen Stellung IGS Fürstenau wird nicht alle Schüler aufnehmen

09.07.2014, 18:07 Uhr

ja/cg/ms Altkreis Bersenbrück. Wie bewerten die Samtgemeindebürgermeister in Neuenkirchen, Bersenbrück und Fürstenau den Beschluss des Kreistages, nach den Sommerferien eine Elternbefragung zur Einrichtung einer Gesamtschule in Bramsche durchzuführen und nicht an weiteren Standorten wie Ankum? Eine Umfrage.

Neuenkirchens Samtgemeindebürgermeisterin Hildegard Schwertmann-Nicolay, die die Sitzung des Kreistages als Zuschauerin verfolgte, freut sich über das Bekenntnis des Landrats Michael Lübbersmann und des Kreistags zum Oberschulstandort in Neuenkirchen. Der Landrat habe zugesagt, sich bei den anstehenden Verhandlungen zur Einrichtung einer Gesamtschule am Standort Bramsche dafür einzusetzen, dass es dort nicht auch noch zusätzlich eine Oberschule geben werde. Das entspricht nach den Worten der Verwaltungschefin der Forderung, die die Samtgemeinde noch vor der Kreistagssitzung in einer Resolution formuliert hatte. Darin hatte sie vorgeschlagen, dass der Kreis in Zusammenarbeit mit der Samtgemeinde Neuenkirchen, der Stadt Bramsche und gegebenenfalls der Gemeinde Wallenhorst verbindliche Vereinbarungen zu einem regional ausgeglichenen Schulangebot trifft. Schwertmann-Nicolay begrüßt es, dass der Kreistag ein ausgewogenes Schulangebot im Nordkreis schaffen wolle, „das nicht auf Kosten und zulasten einzelner Gemeinden entsteht“. Ein vernünftiges Konzept für die Schullandschaft könne nur in Regie des Landkreises erarbeitet werden, „die Kommunen können das untereinander nicht regeln“.

Auch der Bürgermeister der Samtgemeinde Fürstenau, Peter Selter, begrüßt die Entscheidung des Kreistages. Es sei die „bildungspolitisch einzig vertretbare Entscheidung“. Er hoffe nun, dass bei der Weiterentwicklung der Schulstrukturen tatsächlich pädagogische Fragen in den Mittelpunkt rückten. Dann würde schnell klar, dass eine sogenannte „Mittelstufen-IGS“ – ein Begriff, den es übrigens nicht gebe – in Ankum gar keine echte IGS sein könne, unter anderem auch, weil nicht alle Schulabschlüsse unter einem Dach möglich seien.

Zur aktuellen Situation an der IGS erklärte Peter Selter, dass für die fünften Klassen derzeit deutlich mehr als 200 Anmeldungen vorlägen. Theoretisch sei somit eine Achtzügigkeit möglich. Es werde aber definitiv bei der Siebenzügigkeit bleiben. Dies habe allerdings zur Folge, dass auch Schüler abgelehnt werden müssten. Es sei deshalb wünschenswert, wenn die Schulen im Nordkreis in diesen Fragen eng kooperierten, um die besten Lösungen für Eltern und Kinder zu finden.

Weiterhin berichtete Peter Selter, dass auch an der Oberstufe die Zahlen weiter anstiegen. Der Jahrgang 11 werde nach den Sommerferien fünfzügig mit mehr als 150 Schülern starten.

Der Bürgermeister der Samtgemeinde Bersenbrück Horst Baier, dagegen zeigt sich enttäuscht über den Beschluss des Kreistages, nur in Bramsche eine neue IGS zuzulassen. Die vielen Gespräche mit den maßgeblichen Kreistagsfraktionen hätten zu keinem sichtbaren Ergebnis geführt, bedauert er. Die Bitte nach einer gemeinsamen Elternbefragung auch für Ankum sei abgelehnt worden.

„Der Umgang des Landkreises mit den Gemeinden und den Elternwünschen vor Ort ist nicht akzeptabel“, findet Baier. Der Landkreis habe hier über die Köpfe der Betroffenen hinweg entschieden und früh eine Festlegung auf Bramsche getroffen.

Eine nachhaltige Schulentwicklung dagegen dürfe nicht dirigistisch sein, sie sollte „Initiativen vor Ort berücksichtigen und die Entwicklung gemeinsamer Lösungen auf Augenhöhe zum Ziel haben“. Baier kündigt an, weiter an Maßnahmen zur Stärkung der Schulen in der Samtgemeinde Bersenbrück zu arbeiten.