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Betreuung von Flüchtlingen Samtgemeinde Neuenkirchen knüpft Netzwerk

Von Christian Geers | 02.12.2015, 19:32 Uhr

Der erste Schritt zur Gründung eines Netzwerkes für die Betreuung von Flüchtlingen und Asylbewerbern in Neuenkirchen, Merzen und Voltlage ist getan. Etwa 40 Einwohner aus allen drei Gemeinden nahmen an einer ersten Sitzung im Rathaus Neuenkirchen teil.

Die Integration der Flüchtlinge – nach aktuellen Zahlen des Landkreises Osnabrück rechnet die Samtgemeinde Neuenkirchen im kommenden Jahr mit 105 Menschen – sei nur im Zusammenspiel von Haupt- und Ehrenamt zu leisten. Diese Feststellung stellte Ruth Klaus-Karwisch gleich an den Anfang des Treffens im Neuenkirchener Rathaus. „Ohne Ehrenamt wird es schwierig“, sagte die stellvertretende Fachbereichsleiterin für Soziales. Gleichwohl machte sie deutlich, dass sich die Ehrenamtlichen, die sich bei Betreuung der Flüchtlinge einbringen möchten, auf jedwede Unterstützung der Samtgemeinde und des neu gegründeten Migrationszentrums des Landkreises Osnabrück verlassen könnten.

Wie berichtet, will die Samtgemeinde Neuenkirchen eine eigene Willkommenskultur schaffen. Und da gebe es bereits eine Reihe von Ideen, erläuterte Klaus-Karwisch. Die aber seien längst nicht allumfassend, Gleiches gelte für die Struktur des Netzwerkes. Ausdrücklich forderte sie die Teilnehmer auf, eigene Vorschläge einzubringen. „Da ist nichts in Stein gemeißelt“, so die Mitarbeiterin der Samtgemeindeverwaltung.

Arbeitsgruppen gebildet

Gesucht werden kurze und pragmatische Wege. Die bisherige Struktur des Netzwerkes sieht vor, dass die Arbeit auf viele Schultern verteilt wird. Gedacht ist, einzelne Arbeitsgruppen einzurichten. Deren Mitglieder beschäftigen sich mit einer dieser Schwerpunktaufgaben: Sprache, aktive Patenschaften, Aufbau Willkommenskultur, Aufbau einer Fahrradwerkstatt, Koordination Zeit- und Sachspenden. Jede Arbeitsgruppe wählt einen Sprecher, der gemeinsam mit Vertretern der Kirchen, Vereinen und Verbänden sowie der Samtgemeinde und der Mitgliedsgemeinden an einem Runden Tisch teilnimmt. Hier sollen alle wichtigen Fragen rund um Integration und Betreuung geklärt werden. Vor allem geht es um einen regelmäßigen Austausch und die Weitergabe von Informationen. Das erste Treffen des Runden Tisches ist für Dienstag, 26. Januar 2016, um 17.30 Uhr im Rathaus Neuenkirchen vorgesehen. Für Sachfragen und Hilfestellungen hat die Samtgemeinde intern ein Verwaltungsteam eingerichtet. Außerdem bekommt jeder Arbeitskreis einen Mitarbeiter des Rathauses zur Seite gestellt.

Inhaltlich beschäftigten sich die einzelnen Arbeitsgruppen zunächst mit der Frage, wie die Aufgaben strukturiert werden sollen. Geklärt worden sei, was benötigt wird, „um arbeiten zu können“, sagte Uwe Hummert vom Büro für Ehrenamt, Jugend und Senioren der Samtgemeinde.

Unterstützung zugesagt

So ging es in der Frage rund um die Aktive Patenschaften darum, wie und auf welche Weise eine Begleitung der Flüchtlinge aussehen könnte, während die Arbeitsgruppe Sach- und Zeitspenden eine Art Vermittlungsbörse aufbaut. Die Fahrradwerkstatt soll die Flüchtlinge mobil machen. Unter ihrer Mitarbeit könnten Fahrräder in Schuss gebracht werden. Daneben will die Verwaltung Ehrenamtliche bestmöglich auf ihre Aufgabe vorbereiten. So ist zum Beispiel ein Leitfaden für die ehrenamtliche Flüchtlingshilfe in Vorbereitung.