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14 Monate Bauzeit Schlüsselübergabe im Feuerwehrhaus Voltlage

Von Christian Geers | 13.10.2014, 21:45 Uhr

Mit einem Festakt und einer Schlüsselübergabe hat die Samtgemeinde Neuenkirchen das neue Feuerwehrhaus in Voltlage seiner Bestimmung übergeben. Damit wird das Jahr 2014 nach 1967 und 1991 als ein besonderes Jahr in die Chronik der Brandbekämpfer eingehen. Und nicht nur dieses Datum: 1170 Stunden an Eigenleistung stecken ebenfalls in dem schmucken Klinkerbau an der Schulstraße.

Das Gebäude, das zeigt sich gleich zur Einweihungsfeier, bietet den drei Einsatzfahrzeugen genügend Platz und lässt sich mit Tischen und Bänken als Versammlungsraum nutzen. Etwa 180 Gäste aus Feuerwehr, Politik, Verwaltung und der Nachbarschaft sind bei der einstündigen Feierstunde dabei.

Neuenkirchens Samtgemeindebürgermeisterin als Hausherrin ist zufrieden: Nach Teilabriss und Neubau genügt das Feuerwehrhaus Voltlage – 1967 gebaut und 1991 umgebaut und erweitert – wieder den Ansprüchen einer Feuerwehr. „Die Bedingungen für kommende Einsätze sind optimal“, sagt sie mit Blick auf die großzügige Fahrzeughalle, die zeitgemäßen Arbeits-, Schulungs- und Sozialräume. „Auch für das neue Löschfahrzeug (LF) 10 sind die Boxen nun groß genug“, merkt sie an. Denn der fehlende Platz war neben dem erheblichen Sanierungsbedarf ein Mangel, den es zu beseitigen galt. 550000 Euro hat die Samtgemeinde Neuenkirchen für den Umbau, der fast einem Neubau gleichkommt, ausgegeben. „Das war wirtschaftlich und sachlich geboten“, sagt die Verwaltungschefin.

Sie nutzt die Feierstunde, um sich bei allen Beteiligten – von der Feuerwehr bis zu den Baufirmen – zu bedanken. Ausdrücklich macht sie dies bei den Mitgliedern der Feuerwehr Voltlage, die 1170 Stunden an Eigenleistung erbracht haben – für den Umzug in die Bushalle Hülsmann bis hin zum Großreinemachen nach Abschluss aller Arbeiten. „Das alles ist nicht selbstverständlich und unterstreicht einmal mehr, wie sehr unsere Feuerwehrleute, und nicht nur in Notsituationen, zum Wohle der Bevölkerung engagiert sind.“

Ein besonderer Dank geht an die Firma Hülsmann, in deren Bushalle die Wehr von August 2013 bis Anfang Oktober 2014 provisorisch „in einer großartigen Unterkunft“ untergebracht war. Auch das sei keine Selbstverständlichkeit, so Schwertmann-Nicolay, die ein Präsent sowohl an die Geschäftsführer, Vater und Sohn Hülsmann, als auch an die Mitarbeiter des Busunternehmens übergibt.

Nicht allzu klein, sondern dem Anlass angemessen ist schließlich der Schlüssel, die die Neuenkirchener Architekten Nicole und Andreas Otte in der Hand halten. Sie sind – das Eigenlob war gestattet – überzeugt, „gelungene Räume“ geschaffen zu haben. Als Geschenk für die Feuerwehr überreichen sie einen Scheck als Dankeschön der Handwerker. Immerhin 825 Euro können für einen neuen Kühlschrank oder aber für dessen Inhalt ausgegeben werden.

Voltlages Ortsbrandmeister Richard Hölscher dankt ebenfalls: den Frauen und Partnerinnen für Mithilfe beim Großreinemachen und für das Verständnis, rund um die Uhr ausrücken zu müssen, den Mitgliedern von Rat und Verwaltung sowie den Nachbarn. Stolz sei er aber auf die Mannschaft, „ein tolles Team mit einer tollen Kameradschaft“. Auch Hölscher hat ein Geschenk für die Firma Hülsmann parat: Ein Bild zeigt die Mannschaft vor der Bushalle Hülsmann, die 14 Monate lang provisorischer Stützpunkt gewesen ist. „Das war eine schöne Zeit“, sagt er.

Nach der Segnung des Gebäudes durch Pfarrer Stephan Höne, der gemeinsam mit dem Ueffelner Pastor Michael Grimmsmann zuvor eine kurze Andacht gehalten hat, erinnert Bürgermeister Bernhard Egbert an das Bauprojekt, das für Samtgemeinde Neuenkirchen und auch die Gemeinde Voltlage „eine Riesenmaßnahme war“. Zeitgleich mit dem Bau des Feuerwehrhauses seien auch mit der Umgestaltung des Platzes zwischen Schule und Feuerwehr und der Sanierung der Schulstraße die ersten Projekte der Voltlager Dorferneuerung verwirklicht worden.

Neuenkirchens Gemeindebrandmeister Herbert Kempe freut sich ebenfalls: Es sei in seiner Amtszeit die dritte Einweihung eines Feuerwehrhauses. Der Voltlager Neubau sei zweckmäßig und für eine Stützpunktfeuerwehr erforderlich und notwendig. Rat und Verwaltung „haben die richtigen Entscheidungen zum Wohle der Bürger getroffen“, stellt er fest.

Voll des Lobes sind Ralf Auf dem Felde, Brandabschnittsleiter Nord, und Manfred Buhr, Vorsitzender des Feuerwehrverbandes Altkreis Bersenbrück. Sie weisen ausdrücklich darauf hin, dass die Samtgemeinde Neuenkirchen „seit Jahren bedarfsgerecht in die Feuerwehren und damit in den Fortschritt investiert“.

Apropos, Frauen: Dass es in Voltlage noch keine Feuerwehrfrauen gibt, mussten neben Ralf Auf dem Felde und Manfred Buhr auch die Bundestagsabgeordneten André Berghegger (CDU) und Rainer Spiering (SPD) lernen und deshalb ihre Anrede auf „liebe Kameraden“ beschränken. Dass die Voltlager aber darauf vorbereitet sind und eine Damenumkleide vorhalten, freute Manfred Buhr ausdrücklich. „Dann warten wir jetzt alle auf Frau Mustermann“, lächelte er.

Die Samtgemeinde Neuenkirchen sei aber kein „weißer Fleck“ und Frauen in den Reihen der Feuerwehr längst selbstverständlich, ergänzte Neuenkirchens Ortsbrandmeister Berno Vorndieke. Was in Voltlage noch nicht ist, kann ja noch werden.