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Stadtwerke oder Wasserverbandbeitritt? Wasserwerk in Vörden wohl nicht mehr als Eigenbetrieb

Von Marcus Alwes, Marcus Alwes | 25.11.2017, 09:13 Uhr

Die Mehrheit war klar, 5:2. Geht es nach dem zuständigen Betriebsausschuss, so wird das Wasserwerk in Vörden künftig nicht mehr in der bisherigen Form weitergeführt.

Das siebenköpfige Gremium empfiehlt, dem kompletten Gemeinderat vielmehr eine Neuorganisation des Kleinunternehmens genauer prüfen zu lassen – entweder als Werk unter dem Dach eines bereits bestehenden Wasserverbandes oder als Bestandteil eines neuen Stadtwerke-Modells unter Einbeziehung der örtlichen Kläranlage.

5:2 im Betriebsauschuss – für einen neuen Weg

„Den Bürgern ist die Versorgungssicherheit und die Wasserqualität ganz besonders wichtig“, stellte Bürgermeister Ansgar Brockmann im Sitzungsverlauf dar. Er plädierte deshalb dafür, die bisherige Organisationsform des Wasserwerks in Vörden möglichst bald hinter sich zu lassen – und sich aus wirtschaftlichen bzw. finanziellen Gründen als Gemeinderat mittelfristig für eines der beiden Reformmodelle zu entscheiden. „Es geht um Verantwortung und Verlässlichkeit“, betonte Brockmann, „nicht um Lust oder Spaß“.

Eine Sichtweise, der sich auch Ratsherr Rainer Duffe (CDU) anschließen konnte. Bei einem Wasserverband (es böten sich der OOWV aus Brake oder die Organisation aus dem benachbarten Bersenbrück an) wäre man allgemein „in guten Händen, so der Christdemokrat, „da ist das Fachpersonal vor Ort“. Beschäftigte also, über die die Vördener trotz eines Eigenbetriebes inzwischen gar nicht mehr verfügen.

 Auch die anderen Christdemokraten im Betriebsausschuss folgten dem Duffe-Votum, ebenso SPD-Ratsherr Jürgen Eichler. Für eine Fortführung der bisherigen Wasserwerkstrukturen warb hingegen IGNV-Ratsherr Heinrich Hoppe. Der Ausschussvorsitzende Hermann Schütte war ihm dabei inhaltlich nahe. Der Sozialdemokrat plädierte dafür, neben einem Stadtwerke-Modell oder einem Wasserverbandbeitritt auch den klassischen Eigenbetrieb („Die Kosten laufen uns nicht davon“) weiterhin als ernsthafte Möglichkeit prüfen zu lassen. Eine Mehrheit fand Schütte dafür im Ausschuss allerdings nicht.

Rat tagt am 12. Dezember, finale Abstimmung

Diese kann er aber immer noch in der Gemeinderatssitzung am 12. Dezember anstreben, denn erst dann fällt die endgültige Entscheidung, ob zwei oder drei Zukunftsoptionen näher beleuchtet bzw. verfolgt werden.

Das Geschäftsjahr 2016 jedenfalls hatte das Wasserwerk Vörden bei einer leicht gestiegenen Bilanzsumme mit einem Fehlbetrag von 27276 Euro abgeschlossen. Auch das erfuhren die Ausschussmitglieder während der jüngsten Sitzung, denn Steuerberater Ulrich Tillar (Kanzlei Dr. Friedrich & Collegen) stellte das Zahlenwerk im Rathaus öffentlich vor.