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Ministerin übergibt ersten Preis Buntes Zusammenleben mit Vorbildcharakter: Kindergarten in Neuenkirchen-Vörden ausgezeichnet

Von Sigrid Schüler-Juckenack | 08.09.2011, 15:48 Uhr

Das vorbildliche Konzept der Kindertagesstätte Sonnenland in Neuenkirchen-Vörden und die herausragende Arbeit zu dessen Umsetzung sind belohnt worden: Mit 32 anderen Kindertagesstätten aus Niedersachsen hatten Heike Bornhorst, die Leiterin der Einrichtung, und ihre Mitarbeiterinnen am Klasse-Kita-Wettbewerb teilgenommen und wurden als beste Einrichtung ausgezeichnet.

Den mit 5000 Euro dotierten ersten Preis übergab am Donnerstag die niedersächsische Wissenschaftsministerin Johanna Wanka, die in Vertretung für Ministerpräsident David McAllister kam, der auch gleichzeitig Schirmherr des Wettbewerbs ist.

Der Wettbewerb, ausgeschrieben durch das Niedersächsische Institut für frühkindliche Bildung und Entwicklung (nifbe), lief unter dem Motto „Vielfalt als Chance“. Wanka würdigte in ihrer Ansprache die Leistung der Erzieherinnen. Die Kita Sonnenland habe „mit Abstand und deutlich“ den ersten Platz zuerkannt bekommen, denn dort bekomme tatsächlich jedes Kind eine Chance. Eine gute Ausstattung sei sicher hilfreich. Für die Preisvergabe sei aber die inhaltliche Arbeit in der Einrichtung entscheidend gewesen.

Dr. Heidi Keller, Forschungsstellenleiterin des nifbe, erklärte, dass die Erzieherinnen beim Wettbewerb sehr überzeugend vermittelt hätten, dass in ihrer Einrichtung die Atmosphäre der Einheit des Eigenen und des Fremden verwirklicht werde. Dazu gehören das Sichtbarmachen verschiedener Religionen, mehrsprachiges Vorlesen und Singen und nicht zuletzt eine gelungene Zusammenarbeit mit den Eltern, die sehr intensiv gelebt werde. Berücksichtigung fänden aber auch Menschen mit Behinderung und mit spezifischen Bedürfnissen. Auch die sprachliche Förderung der Kinder sei vorbildlich. Keller wünschte sich, dass in Zukunft vielleicht multikulturelle Teams die Arbeit der Einrichtung weiter bereichern. Auch Dr. Renate Zimmer, nifbe-Direktorin, gratulierte den Preisträgerinnen.

Ein Grußwort sprach auch Landrat Albert Focke. Er freute sich darüber, dass die Einrichtung, die jetzt für viele in Niedersachsen ein Vorbild sei, im Landkreis Vechta angesiedelt ist. Glückwünsche vom Rat und der Gemeinde überbrachte der stellvertretende Bürgermeister Dr. Ludger Kampsen. „Kinder aus acht verschiedenen Nationen und Kulturen vermischen sich wie selbstverständlich bunt durcheinander“, so Kampsen. Dies sei nur möglich, weil Respekt, Toleranz und Menschenwürde hier gelebt würden. Die Gemeinde sei stolz auf das Team um Heike Bornhorst.

Pastor Christoph Winkeler sprach als Vertreter des Trägers der Einrichtung. Es sei normal, in der Buntheit und Vielfalt zu leben, wie es in dieser Kindertagesstätte praktiziert werde. Das gehe aber nur, wenn man es zulasse. Da das Wort „katholisch“ mit „allumfassend“ übersetzt werden könne, passe es sehr gut, dass die Einrichtung in katholischer Trägerschaft sei. Allumfassend sei aber nicht so zu verstehen, dass alle katholisch werden müssten, sondern dass die Vielfalt gelebt wird.

Die Kinder der Tageseinrichtung hatten die Gäste zunächst auf Deutsch, Englisch, Türkisch und Polnisch begrüßt. Auch das Lied „Bruder Jacob“ sangen sie in verschiedenen Sprachen. Nach der Preisübergabe gab es eine Führung durch die Räume und abschließend ein internationales Buffet, das von den Eltern der Kinder vorbereitet worden war.