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Künftig im OOWV oder in Bersenbrück? Gemeinde tritt mit ihrem Werk in Vörden einem Wasserverband bei

Von Marcus Alwes, Marcus Alwes | 25.04.2018, 15:06 Uhr

Die Zukunft des sanierungsbedürftigen und finanziell wenig attraktiven Wasserwerks in Vörden wird definitiv in einem der beiden regionalen Wasserverbände liegen. Das hat der Gemeinderat endgültig beschlossen – in einem geheimen Votum. Mit 14:8 Stimmen.

Ob am Ende der Wasserverband Bersenbrück oder der oldenburgisch-ostfriesische OOWV den Zuschlag zur Übernahme ab dem 1. Januar 2019 erhalten wird, soll in den kommenden Monaten im Rat in Neuenkirchen-Vörden in einem gesonderten Beschluss festgelegt werden. Anschließend folgt die Unterschrift unter die entsprechenden Verträge.

Klare Mehrheit im Rat mit 14:8 Stimmen

„Ich kenne kaum ein anderes Thema, das wir hier länger, tiefer und breiter diskutiert haben“, sagte Bauamtsleiter Jürgen Rolfsen zu Beginn der finalen Debatte der 22 anwesenden Kommunalpolitiker (nur AfD-Vertreter Waldemar Herdt fehlte). Zwischen einem Stadtwerke-Modell – mit Wasserwerk und Kläranlage – oder dem besagten Wasserverband-Beitritt fiel anschließend die Grundsatzentscheidung, die in Vörden und Campemoor ca. 800 Haushalte mit 3000 Menschen, einige landwirtschaftliche Höfe und eine örtliche Fleischfabrik betrifft.

„Wasser ist unser höchstes Gut“, betonte Bürgermeister Ansgar Brockmann. Die Sicherstellung der Versorgung der Bevölkerung sei also von höchster Bedeutung. „Und es ist an der Zeit, dass wir uns eingestehen, dass wir diese Herausforderung nur in einer großen Gemeinschaft bewältigen können“, so Brockmann weiter. Er warb deshalb für einen Beitritt zu einem der regionalen Wasserverbände. Von diesen würden die anstehenden Aufgaben (u.a. auch Sanierungsmaßnahmen) „in höchste fachlicher Qualität“ abgeliefert.

 Vor allem die Fraktionsmitglieder der CDU und der Wählergemeinschaft IGNV (Ausnahme Heinrich Hoppe) folgten offenbar bei der Abstimmung dieser Argumentation. Redner wie Rainer Duffe, Josef Schönfeld, Martin Menke und Bernd Wessel („Man kann sich den Zahlen nicht verschließen“) machten das in ihren Redebeiträgenauch deutlich – und verwiesen darauf, dass ein Wasserverband-Beitritt eine kostengünstigere Lösung sei.

Für das Stadtwerke-Modell warb unterdessen der Vorsitzende der siebenköpfigen SPD/FDP-Fraktion, Hermann Schütte („Was man abgibt, ist weg. Das kommt nicht wieder“). Er gehe eben nicht davon aus, dass ein Wasserverband-Beitritt unter dem Strich tatsächlich attraktiver und lohnender sei, so Schütte. Die Mehrheit im Gemeinderat sah das anders.