Ein Artikel der Redaktion

Kosten neu kalkuliert Abwassergebühren steigen in Neuenkirchen-Vörden

Von Heiner Beinke | 14.12.2016, 16:51 Uhr

Die Entsorgung von Schmutzwasser wird für die Bürger der Gemeinde Neuenkirchen-Vörden deutlich teurer: Die Kosten für die Abwasserbeseitigung steigen von 1,30 Euro auf 1,72 pro Kubikmeter Schmutzwasser. Für den Durchschnittshaushalt sind das Mehrkosten von etwa 60 Euro im Jahr.

An dieser Steigerung führt allerdings kein Weg vorbei, wie Oliver Holtkamp den Mitgliedern des Gemeinderates erklärte. Der Fachmann von der Firma Consserve Invest GmbH & Co KG erinnerte in einem Kurzvortrag zum Thema daran, dass der Landesrechnungshof die bisherige Praxis der Gebührenerhebung ohne eine aktuelle Kostenkalkulation moniert hatte. Nach den gesetzlichen Vorgaben sei die Kommune verpflichtet, die Abwasserbeseitigung kostendeckend vorzunehmen. Dazu gehöre eine Gebührenkalkulation, wie sie in Neuenkirchen-Vörden 2005 letztmals erfolgt ist.

Auf der Grundlage einer aktuellen Kalkulation erfolgt nun die neue Gebührenfestsetzung. Auch die Preise für die Entsorgung im Außenbereich bei Kleinkläranlagen beziehungsweise abflusslosen Gruben steigen: Von 29,51 auf 45,05 Euro beziehungsweise von 7,51 auf stolze 40 Euro je Kubikmeter.

„Das ist durchaus eine Zumutung für den Bürger“, räumte Heinrich Brand (CDU) ein. Auf der anderen Seite habe die Kommune über Jahre zu wenig gefordert für ihre Leistung. Nun seien die Kostenstellen „sauber herausgearbeitet“ worden. Der Gemeinde beschert das im Übrigen Mehreinnahmen von 240000 Euro im Jahr.

„Mir persönlich ist der Sprung zu groß“, meinte Andreas Frankenberg (SPD). Insbesondere Familien mit Kindern treffe diese kräftige Erhöhung. Er kündigte an, gegen die Erhöhung zu stimmen. Oliver Holtkamp erlaubte sich dazu die Anmerkung, dass ein Beschluss, der dieser Linie folge, als rechtsfehlerhaft zu beanstanden sei. „Wir müssen den Realitäten ins Auge sehen“, meinte Heinrich Brand. Am Ende blieb die Gegenstimme von Frankenberg die einzige.

Die Kosten müssen künftig im Abstand von zwei Jahren neu kalkuliert werden, um die Gebührenberechnung stets den aktuellen Entwicklungen anzupassen.