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IGNV und SPD gewinnen jeweils einen Sitz CDU und FDP in Neuenkirchen-Vörden spüren Gegenwind aus Land und Bund

11.09.2011, 21:29 Uhr

Die Interessengemeinschaft Neuenkirchen-Vörden (IGNV) und die SPD sind künftig mit einem Sitz mehr im Gemeinderat vertreten – CDU und FDP büßten jeweils einen Sitz ein und sahen diese Verluste auch durch Trends auf höheren Ebenen verursacht.

Nur 82 Listenstimmen verzeichneten die Liberalen: „Ich denke, wir haben in der Gemeinde gute Arbeit gemacht, aber in der Bundespolitik ist der Gegenwind zu stark“, analysierte FDP-Vorsitzender Rainer Oesting den Verlust von nur 0,8 Prozent, der in der Endabrechnung einen Sitz im Rat kostet. Ein lachendes Auge hatte Oesting dennoch, denn für ihn reichte es zum Einzug ins Kommunalparlament. „Ich persönlich freue mich, aber ich hätte gerne noch einen oder zwei Kollegen mit in die Fraktion genommen.“

Ein Mandat weniger hat auch die CDU, die 10,09 Prozentpunkte verlor. Die Christdemokraten mussten „ausbaden, was in der Bundes- und Landespolitik passiert“, vermutete CDU-Vorsitzender Bernard Schulte. Er sei aber „noch guter Dinge“, da mit der Stimme des Bürgermeisters die Mehrheit gesichert sei. „Wir werden ein paar Nächte darüber schlafen“, will die CDU das Ergebnis erst einmal sacken lassen und dann „darüber nachdenken, ob wir das Gespräch mit der FDP suchen“.

Auf mehr Gesprächsbereitschaft setzt Brigitte Schmidt, SPD-Vorsitzende in Neuenkirchen: „Die CDU muss mehr auf die Opposition zugehen.“ In die gleiche Richtung argumentiert auch der Vördener SPD-Vorsitzende Hermann Schütte: Der „Druck auf die Mehrheitsfraktion“ sei gewachsen. Nun sei „mehr Verhandlungsbereitschaft“ seitens der CDU gefragt, sagte Schütte, der mit 699 Stimmen die meiste Rückendeckung aus der Bevölkerung erhielt.

Das Ergebnis sei eine „Honorierung unserer Arbeit, die kontinuierlich gelaufen ist. Das Wohl der Gemeinde und der Bürger stand im Vordergrund, und nicht die Parteipolitik“, beurteilte Schmidt das Plus von 4,4 Prozent.

6,47 Prozent mehr Stimmen und damit den Gewinn eines weiteren Sitzes im Gemeinderat durfte auch die IGNV feiern. „Wir hatten gehofft, dass es mit vier Sitzen klappen könnte“, betonte Josef Schönfeld vor allem den Konjunktiv. Dass es mit diesem Wunsch klappte, schrieb er vor allem dem „Zuwachs in Vörden“ zu. Dort hatte die IGNV bei der letzten Wahl keinen Bewerber ins Rennen geschickt. „Dieses Jahr waren die Kandidaten besser verteilt“, erklärte sich Schönfeld den Erfolg. Ob die IGNV die Oppositionsarbeit nun mit einer breiteren Brust angeht, wollte Schönfeld offen lassen. „Wir sehen mal, wie sich der neue Rat einspielt.“

Zufriedenheit herrschte bei Wahlleiter Ansgar Brockmann: Die Beteiligung lag bei 58,55 Prozent. „Es dürften natürlich ein paar Wähler mehr sein, aber wir können froh sein, dass viele wählen gegangen sind. Das zeigt das Interesse an Kommunalpolitik“, sagte Brockmann.