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Heimspiel für Udo Klopke Rock-Trio punktet im Kulturbahnhof Neuenkirchen-Vörden mit Jam-Passagen

Von Sascha Knapek | 12.09.2011, 16:50 Uhr

Ein kleines Stückchen ist es zwar noch bis Quakenbrück, aber trotzdem war der Auftritt im Neuenkirchener „Kulturbahnhof“ für Udo Klopke eine Art Heimspiel. Der gebürtige Burgmannstädter wohnt mittlerweile in Neuss, umso mehr freut man sich da auf Engagements in der (fast) alten Heimat. Mit seiner Band heizte der 42-Jährige dem Publikum dank spielfreudiger Jam-Einlagen mächtig ein.

An der Seite des Gitarristen, Sängers und Songschreibers musizierten am Freitagabend Bassist Ralf Metz und Schlagzeuger Jan Wienstroer. Auf Anhieb konnten mit diesen Namen zwar nur die wenigsten etwas anfangen, aber das könnte sich zumindest im Fall von Wienstroer ab der kommenden Woche ändern. Ab Dienstag wird er nämlich als Drummer der neuen Band der „Harald Schmidt Show“ regelmäßig im Fernsehen zu sehen sein.

Und das Bass-Handwerk von Ralf Metz haben zumindest viele Musical-Fans schon gehört. In Bochum greift der Musiker nämlich für die beliebten „Starlight Express“-Aufführungen in die Saiten.

Beim Blick in die Vita von Udo Klopke stehen noch ganz andere Hausnummern. Der gebürtige Artländer arbeitete bereits mit Andy Borg, Bernhard Brink und Seal zusammen und hat sich neben seiner Tätigkeit als Session-Musiker auch einen Namen als Bandleader und Songschreiber gemacht. Von den Qualitäten der Klopke-Eigenkompositionen und seines fingerfertigen Gitarrenspiels konnte man sich im „Kulturbahnhof“ überzeugen. In klassischer Triobesetzung präsentierten Klopke, Wienstroer und Metz poppige Rockmusik, die immer dann noch interessanter wurde, wenn die Musiker den Rahmen eines Songs verließen und sich auf ihr fast blindes Zusammenspiel konzentrierten. Der Griff in die Rock-Pop-Trickkiste war dabei immer nur drei bis vier Riffs entfernt. Klopkes Stücke erinnerten zuweilen an Klassiker wie die Beatles oder die Steve Miller Band, aber auch Mark Knopflers Dire Straits oder die ebenfalls immer gerne zum Jammen aufgelegten Spin Doctors schauten das ein oder andere Mal um die Ecke.

Zwischen seinen Songs erzählte Klopke ein paar Details über die Hintergründe seiner Lieder. Die Pose des Storytellers stand dem Frontmann gut, jedoch war sie nicht der entscheidende Funke des Abends. Der sprang immer genau dann von der Bühne auf das Publikum über, wenn das Trio, wie bei der Reggaenummer „Up All Night“ oder dem rastlosen Rocker „Driving“, zu mitreißenden Instrumentalduellen ansetzte. Das Zusammenspiel von Klopkes kraftvollfiligranem Gitarrenspiel, Wienstroers rhythmischer Eleganz an den Fellen und Metz’ lässiger Bassläufe war die Hauptattraktion.