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Entscheidung nach den Sommerferien Auch Niedersachsenpark bei Rieste ein Homann-Kandidat?

Von Marcus Alwes, Marcus Alwes | 22.07.2016, 20:46 Uhr

Nur eine theoretische Option oder doch eine ernsthafte Alternative? Im Zusammenhang mit den Standortplanungen der Firma Homann Feinkost GmbH aus Dissen fällt hinter den Kulissen im Nordkreis inzwischen häufiger auch der Name des Niedersachsenparks bei Rieste und Neuenkirchen-Vörden.

Auf jeden Fall wurden – nach Informationen unserer Redaktion – noch in den vergangenen Wochen umfassende, ergänzende Unterlagen zu den Möglichkeiten einer Firmenansiedlung in dem interkommunalen Industrie- und Gewerbegebiet an der Autobahn1 abgefragt. Innerhalb ganz weniger Tage mussten diese schließlich Mitte Juni zusammengestellt werden, verlautete aus Gesellschafterkreisen. Zudem sei das Thema Homann/Niedersachsenpark unlängst auch bei einem Gespräch des Landrates Michael Lübbersmann und des Vertreters der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Landkreis (Wigos), Siegfried Averhage, mit der Geschäftsführung der Niedersachsenpark GmbH thematisiert worden.

An einem Standort bündeln

Bekannt ist, dass Homann Feinkost ( bisher in Dissen an der Bahnhofstraße und in Lintorf bei Bad Essen beheimatet) seit einiger Zeit eine neue Produktionsstätte sucht, um sein Unternehmen in einem Neubau anders und an einem Standort gebündelt aufzustellen. Etwas mehr als 1000 Arbeitsplätze wären davon betroffen. „Man hat uns signalisiert, dass eine Entscheidung nach den Sommerferien fällt“, sagt Bernhard Hemsing von der Gewerkschaft NGG in Osnabrück. Der Arbeitnehmervertreter sieht dabei nicht so sehr den Niedersachsenpark in der engeren Standortwahl, sondern vielmehr andere Flächen als bisher in Dissen , im westfälischen Borgholzhausen oder in Ostercappeln. „Ein Neubau und Umzug soll dann innerhalb von drei Jahren realisiert werden“, schildert Hemsing seinen Kenntnisstand aus den Gesprächen mit der Homann-Leitung.

„Ein laufender Prozess“

In der Pressestelle des Landrates am Schölerberg will sich zur Stunde niemand zu der Option Niedersachsenpark äußern. „Denn das ist ein laufender Prozess“, sagt Pressesprecher Henning Müller-Detert auf Anfrage unserer Redaktion. Auf Tauchstation in der Sache gehen auch die Samtgemeinde Bersenbrück und die Geschäftsführung der Niedersachsenpark GmbH. Carolin Kossin von der Theo-Müller-Unternehmensgruppe, zu der Homann gehört, verweist ebenfalls darauf, dass „die Planungen bei uns noch laufen, auch wenn wir inzwischen schon mehr im Detail sind. Äußern zum Standort werden wir uns aber erst, wenn die Entscheidung steht .“ Kossin kündigte aus der Presseabteilung im bayrischen Aretsried jedoch an, dass wohl „in den nächsten Wochen“ die Standortentscheidung zu Homann fallen werde.

Die Niedersachsenpark GmbH jedenfalls kann dem Feinkostunternehmen in Höhe Riester Damm offenbar Flächen von rund 19 Hektar anbieten. Sofort bebaubar. Gewaltig wären jedoch die Herausforderungen, die sich bei einer entsprechenden Ansiedlung im Bereich der Wasserversorgung (ca. 900000 Kubikmter/Jahr) und der Abwasserentsorgung ergeben würden. Auch Lärmemissionen spielen im konkreten Fall eine bedeutende Rolle.