Ein Artikel der Redaktion

Ein ganz normaler Mittwoch Alle zehn Sekunden ein Auto: Vördener Bürgerinitiative zählt Verkehr auf der Osnabrücker Straße

Von Ilona Ebenthal | 18.07.2012, 09:23 Uhr

Alle zehn Sekunden fährt ein Pkw durch Vörden, etwa jede Minute kommt ein Lkw hinzu: Diese Werte hat die Bürgerinitiative Osnabrücker Straße bei einer Verkehrszählung in der Ortsdurchfahrt ermittelt – an einem ganz normalen Mittwoch.

Kein Durchkommen ist am Mittwochmorgen um 10 Uhr auf der Osnabrücker Straße in Vörden. In beide Fahrtrichtungen hat sich ein Rückstau gebildet, verursacht durch einen schweren Lkw mit Anhänger, der versucht, an zwei parkenden Autos vorbeizuzirkeln. Die Ortsdurchfahrt ist eine Herausforderung für den Laster – Lkw Nummer 95 seit 9 Uhr. Jedenfalls laut Verkehrszählung der Bürgerinitiative Osnabrücker Straße, deren Mitglieder an diesem Tag bereits seit fünf Uhr aktiv sind.

Am Ehrenmal vor der evangelischen St.-Christophorus-Kirche haben Bianca Moormann und Dieter Stahl Stellung bezogen. Bewaffnet mit Kugelschreiber und Zählliste, lassen sie die Augen nicht von der Straße. Jede Bewegung wird registriert. Genug zu tun haben sie, denn der Verkehr fließt nahezu pausenlos. Gezählt werden nicht nur Lkw und Pkw, sondern auch Trecker, Motorräder, Radfahrer und Fußgänger werden sorgfältig gelistet. Das Verkehrsaufkommen auf der Landesstraße 76, der Campemoorstraße, die hier auf die L78 trifft, wird ebenfalls notiert.

Wozu das Ganze? Die hohe Verkehrsbelastung der Landesstraße durch Vörden macht seit Jahren Probleme: die Verkehrsgefährdung vor allem der Kinder auf dem Schulweg durch nicht angepasste Geschwindigkeit, die Lärmbelästigung dazu Gebäude- und Straßenschäden. Die Bürgerinitiative möchte „in enger Zusammenarbeit mit der Gemeinde Neuenkirchen-Vörden nach verträglichen und möglichst einvernehmlichen Lösungen“ suchen. So steht es in einem Brief an die großen Unternehmen der Gemeinde, die gebeten werden, mit ihrem Lieferverkehr die Autobahn zu benutzen. Die Verkehrszählung an einem ganz normalen Mittwoch dient als Beleg für die hohe Auslastung der Straße.

Zahlen sprechen für sich

Die Zahlen sprechen für sich: 6153 Pkw und 1038 Lkw passieren Vörden zwischen 5 Uhr früh und 23 Uhr abends. Dazu kommen 103 Traktoren, 156 Motorräder, 757 Fahrradfahrer und 534 Fußgänger. Das sind im Schnitt etwa alle zehn Sekunden ein Pkw, jede Minute ein Lkw.

Oft ist es dabei so laut, dass eine Unterhaltung unmöglich wird. Dieter Stahl erträgt das vier Stunden am Stück, Bianca Moormann übergibt nach drei Stunden an einen Mitstreiter, ist aber – wie Stahl – zu später Stunde noch einmal an der Reihe.

Gegen die Müdigkeit hilft reichlich Kaffee, der besonders bei der Frühschicht in den kühlen Morgenstunden ab fünf Uhr für Petra Reinhardt und Willi Buschemöhle vonnöten war. Zehn Personen teilen sich den 18-stündigen Dienst.

Besondere Vorkommnisse hält Bianca Moormann mit der Handy-Kamera fest. Wie zum Beispiel den Tanklastzug, der mitten im Ort vor einem Geschäft auf der linken Fahrbahnseite parkt. Auch das gehört zu einem ganz normalen Mittwoch in Vörden.