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Bezirkspokal Rieste hat Verletzungssorgen vor Duell in Neuenkirchen

Von Bernhard Tripp | 26.07.2012, 17:45 Uhr

Der Ball rollt wieder, auch im Nordkreis: Im Pias-Sportpark auf dem Biester Feld stehen sich am Sonntag um 15 Uhr in der Auftaktrunde des Bezirkspokals der TuS Neuenkirchen und der SC Rieste gegenüber, die sich bei mehreren Sommerturnieren bereits beschnuppert haben.

Im ersten Pflichtspiel der neuen Saison kommt es zwischen zwei Bezirksligisten, die in verschiedenen Klassen für Furore sorgen wollen, zu einem reizvollen Duell. Die Neuenkirchener lassen sich noch von der Euphorie des sensationellen Aufstiegsjahres tragen und erwarten mit breiter Brust die Riester, die ihrerseits unbedingt an die gute Vorjahresleistung anknüpfen wollen.

SCR-Trainer Daniel Dauny ist in der Vorbereitung allerdings vom Pech verfolgt. Nicht nur haben mit Torwart Sascha Dirla und Felix Meyer, der sich kurzfristig nach Alfhausen abgesetzt hat, zwei wichtige Stammspieler den Verein verlassen. Mit Alexander Mittelstädt, Erik Kirchkesner und Naoufal Bouakri sowie mit Toptorjäger Sebastian Schimpf fehlt auf Lage verletzungsbedingt die komplette, in der letzten Saison so zuverlässige Angriffsreihe. Es wird sich zeigen, ob kurzfristig die junge Garde mit Julian Waldhaus und Dennis Barth die Lücken schließen kann.

TuS-Trainer Michael Peplau verfolgt mit attraktivem Offensivfußball das große Ziel, im Kreis Vechta demnächst zu den drei besten Mannschaften zu zählen. Gegen den alten Rivalen Rieste möchte der 43-jährige Fußballlehrer eine erste „Duftnote“ setzen, auch wenn das Hauptaugenmerk auf die Ligaspiele gerichtet bleibt. Der TuS-Kader ist weitestgehend zusammengeblieben und gezielt verstärkt worden; dennoch weiß auch Peplau, dass Neulinge mit noch so viel Potenzial erfahrungsgemäß zunächst Lehrgeld zahlen müssen, und kalkuliert Rückschläge ein. Gegen Rieste steht für den amtierenden Pokalsieger des Kreises Vechta die erste echte Bewährungsprobe unter Wettbewerbsbedingungen an.

Mit dem Heimvorteil im Rücken und ohne personelle Sorgen gilt Peplaus Elf als Favorit. Dauny dürfte sein Heil in der Defensive suchen und wäre froh, sich für eine Überraschung ins Elfmeterschießen retten zu können.

Zu einer ersten Standortbestimmung kann die Bezirkspokalrunde am Wochenende auch für die anderen fünf Bezirksligisten aus dem Altkreis Bersenbrück werden. Anstoß ist jeweils um 15 Uhr. Im Vorjahr schaffte es lediglich ausgerechnet Aufsteiger Quakenbrücker SC nach einem dramatischen Spiel gegen die Merzener „Löwen“, das 6:5 nach Elfmeterschießen endete, bis in die dritte Runde und scheiterte zu Hause erst an BW Lohne.

Auch in diesem Sommer dürfte die Mannschaft von Trainer Dzemil Bajric mindestens die erste Runde überstehen, die es nach der Papierform am leichtesten hat. Dem Quakenbrücker „Retter“ steht eine inzwischen eingespielte Mischung aus jungen und erfahrenen Spielern zur Verfügung, die an die überzeugenden Leistungen der sensationellen Rückrunde anknüpfen will und sich sicher beim Kreisligisten TuS Berge keine Blöße gibt.

Dreimal treffen am Sonntag Nordkreisvereine auf Konkurrenten aus Südoldenburg; dabei hat es der FC Kalkriese am schwersten. Denn die Schwarz-Weißen reisen zu GW Mühlen. In der Saisonvorbereitung hat die auf wenigen Posten gegenüber der letzten Saison veränderte Mannschaft von Trainer Christian Heyer eine gute Frühform gezeigt und meldet bereits Ansprüche auf einen einstelligen Tabellenplatz an. Es wäre keine Überraschung, wenn die Gäste Mühlen aus dem Pokal werfen würden.

Lösbarer scheint auch ohne Torjäger Gugo Tamojan die Aufgabe von TuS Bersenbrück auswärts beim SV Holdorf. Allerdings fehlt dem auf vielen Positionen „runderneuerten“ Kader von TuS-Trainer Frank Baier noch das „blinde“ Verständnis untereinander. Die „Nummer eins im Norden“ sucht auch nach intensiver Vorbereitung noch die Wunschelf, zumal Leistungsträger Dato Romanovi wegen eines Fußbruchs weiter ausfällt. Dennoch setzt Baier alles daran, mit seiner offensiven Spielphilosophie Runde zwei zu erreichen.

Dahin will auch Quitt Ankum, der vor allem aufgrund seines Heimvorteils unter dem neuen Trainer Frank Schlarmann gegen Falke Steinfeld die eindeutig besseren Karten haben dürfte. Der erfahrene Fußballlehrer setzt die erfolgreiche Arbeit von Vorgänger Frank Werner fort und hat sich vorgenommen, auch in der kommenden Saison oben in der Bezirksliga mitzuspielen. Der Pokalerfolg wäre ein Signal an die Konkurrenz, dass auch 2012 mit den Ankumern zu rechnen ist.

Die Blau-Weißen aus Merzen haben den Wechsel von Ralf Balzis zu Nico Fehlhauer erfolgreich vollzogen und auch unter dem neuen Trainer das Ziel, im Pokal und in der Liga nicht nur mitzuspielen, sondern eine führende Rolle zu übernehmen. Allerdings lässt Fehlhauser seinem jungen Team die Zeit, die es braucht, um sich weiterzuentwickeln und seine Philosophie vom „ballorientierten Spielsystem“ auf dem Platz mit Viererkette umzusetzen. In der heimischen Löwenkampfbahn gibt die Concordia aus Emsbüren ihre Visitenkarte ab. In einem Duell zweier Teams auf Augenhöhe entscheidet die Tagesform.