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Ausschuss stimmt für externe Organisation Neuenkirchen-Vörden will Verantwortung für Ganztagsschulbetrieb an Dienstleister abgeben

Von Sigrid Schüler-Juckenack | 21.09.2011, 14:34 Uhr

Der Schulausschuss der Gemeinde Neuenkirchen-Vörden hatte auf seiner Sitzung am Dienstagnachmittag im Lehrerzimmer der Oberschule nur einen Beschluss zu fassen: Es ging um die Frage, wie das Nachmittagsangebot der Grundschulen rechtlich ausgestaltet und wie die Mittagsverpflegung der Kinder organisiert werden soll, wenn sie zum Schuljahr 2012/2013 offene Ganztagsschulen werden.

Beide Grundschulen der Gemeinde hätten Konzepte für die offene Ganztagsschule erstellt, erklärte Ansgar Brockmann, der allgemeine Vertreter des Bürgermeisters. Inhaltlich wolle sich die Gemeinde als Schulträger keinesfalls in die Überlegungen der beiden Kollegien einmischen, versicherte er. Was die nachmittägliche Betreuung der Kinder und die Essensversorgung betrifft, empfahl Brockmann, auf externe Dienstleister zurückzugreifen. Dies sei eine praktikable Lösung, denn dann müsse die Gemeinde kein Personal für diese Aufgaben einstellen.

Bei den speziellen hygienischen Voraussetzungen, die bei der Zubereitung und Ausgabe von Mittagessen eingehalten werden müssen, sei es sinnvoll, einen Dienstleister in Anspruch zu nehmen, in dessen Verantwortung der komplette Bereich liege. Brockmann verwies auf die positiven Erfahrungen, die bislang mit der Verköstigung der fünften Klassen der Oberschule in der benachbarten Gaststätte Otte gemacht worden seien.

Dienstleister für die Betreuung am Nachmittag könnten auch örtliche Vereine sein, wenn man mit ihnen Verträge abschließen könne, so Brockmann. Auch hier gelte, dass in einem solchen Fall der Dienstleister für die Betreuung verantwortlich sei – auch wenn zum Beispiel krankheitsbedingt Personal ausfalle. Zudem sei noch nicht abzuschätzen, wie viele Kinder das Angebot tatsächlich annehmen. Ändere sich der Bedarf, und das Angebot werde weniger stark nachgefragt als am Anfang, so habe die Gemeinde nicht zusätzliche Lohnkosten zu tragen. Der Ausschuss folgte einstimmig Brockmanns Beschlussempfehlung.

Konzept für Inklusion

Edith Rohlfs, Rektorin der Grundschule Neuenkirchen, hatte zuvor über das Konzept zur Inklusion gesprochen. Die regionale Integration sehe vor, dass alle Kinder gemeinsam unterrichtet werden sollen und dass die Förderung für ein Kind zum Kind kommen solle und nicht mehr umgekehrt das Kind zur Förderung, sprich in eine Förderschule. Das Konzept sei im niedersächsischen Schulgesetz gemäß der EU-Konvention verankert und soll zu 2012 umgesetzt werden.

Rohlfs sieht allerdings noch einige Schwierigkeiten bei der Umsetzung. Das Konzept sei gut gemeint, aber die Rahmenbedingungen müssten angepasst werden, wenn auch Kinder mit Sehbehinderung, körperlicher Einschränkung oder geistiger Behinderung zusammen unterrichtet werden sollen.

Im Anschluss an die Sitzung führte Karlheinz Rohe, Schulleiter der Oberschule, die Ausschussmitglieder durch das Gebäude und stellte die getätigten Umbaumaßnahmen vor.