Luftgitarren im Publikum Status Quo-Cover-Band begeistert in Neuenkirchen

Von Frank Wenzel


fwen Neuenkirchen-Vörden. Zum mittlerweile dritten Mal gastierte die Status Quo Cover Show im Kulturbahnhof. Auf die Frage, wie viele Karten verkauft wurden, antwortet Peter Haberer vom KuBa völlig entspannt: „ Schreib ausverkauft!“, und das scheint auch wirklich nicht übertrieben.

Aufgrund der hohen Temperaturen und des großen Andrangs an der Kasse, dauert es etwas länger als üblich, bis alle Gäste im Saal sind. Es ist heiß und schwül im Saal, weshalb sich viele Zuschauer erst einmal am Tresen mit kühlen Getränken versorgen. Neu ist auch ein Spender mit Ohrstöpseln am Tresen, der, wie sich später herausstellen wird, eine sehr gute Idee der KuBa Mannschaft ist.

Es beginnt etwas verhalten, aber die Musiker um Frontmann Matthias Berking, Gitarrist Rainer Gaus, Bassist Jörg „Kiwi“ Kiwitt und der Drummer Tobi Euler sind absolut routiniert und wissen genau was ihr Publikum erwartet. So ist es dann auch Tobi, der auf seinem Drum Podest steht und die Fans zum Mitklatschen auffordert.

Spätestens beim siebten Song „In the army now“, ist die Stimmung im Saal auf Betriebstemperatur und unzählige Arme gehen in die Luft. Die Rockfans kennen offensichtlich den Text von Status Quos Tophit und singen begeistert mit.

“Soundtechnisch eine geile Nummer“

Die Stehtische füllen sich zunehmend mit leeren Flaschen und die stampfenden Rhythmen von Status Quo erledigen den Rest. Es ist laut und wie ein begeisterter Gast es ausdrückt „soundtechnisch eine geile Nummer“. Er fragt denn auch folgerichtig, „warum soll man z.B. nach Osnabrück fahren, wenn man solch ein Konzert auch zu Hause haben kann?“

Die Band gibt den Fans die Show, die sie sehen wollen, Matthias und Rainer bewegen ihre Gitarren synchron im Takt und lassen so das Gefühl aufkommen, als ob sie vor vielen tausend Fans auf einer viel größeren Bühne stünden.

Nach den Song „Burning bridges“ legen die vier Musiker eine Pause ein. Die meisten Zuschauer strömen vor die Tür, um Luft zu schnappen und eine Zigarette zu rauchen.

„Schmutzig, dreckig und laut“

Man kann begeisterte Kommentare hören wie „schmutzig, dreckig und laut“ oder „die haben einen solchen Druck dahinter...!“ Auch die Band ist sichtlich gezeichnet von den hohen Temperaturen und dem fordernden Publikum, trotzdem rufen sie nach etwa fünfzehn Minuten zu Runde 2.

Als Rick nach der Pause den Klassiker „What ever you want“ mit einem Gitarrensolo einleitet, gibt es kein Halten mehr. Die Leuten toben, die ersten Frauen fangen an vor der Bühne zu tanzen und der Bassist Jörg steigt mit seinem Instrument von der Bühne und mischt sich unter das Tanzvolk. Aus dem Konzert wird eine zünftige Rock´n´Roll Party. Die Vier brennen auf der Bühne ein Feuerwerk ab, Hits wie „Roll over lay down“ heizen die Stimmung weiter an und es scheint, als ob die Band noch einen Gang höher geschaltet hätte. Mittlerweile tanzen auch die Männer und man kann verschiedene Luftgitarren im Publikum spielen sehen.

Der rollende Gitarrensound von Status Quo und die authentische Bühnenshow steigern sich zum Stakkato, nur Matthias Gitarrensolo beim Song „Backwater“ bietet eine kurze Verschnaufpause.

Später klettert auch Rick von der Bühne und kniet sich Gitarre spielend neben zwei Fans auf den Boden vor der Bühne. Wieder auf der Bühne zurück, reißt ihm noch eine Saite seiner „Telecaster“, so dass er für die zweite Zugabe noch einmal die Gitarre wechseln muss.

Um halb zwölf endet die Party und viele Gäste scheinen sehr erschöpft aber sichtlich zufrieden mit der Performance der „Tribute to Status Quo Band“ zu sein.

Und wie sich das für ein korrektes Rockkonzert gehört, haben sicherlich alle, die an diesem Abend keine Ohrstöpsel getragen haben, auch am nächsten Tag noch eine Erinnerung daran in den Ohren.


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