Rat fasst Aufstellungsbeschluss Bürgeranhörung für Windpark in Vörden eingeleitet

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Neuenkirchen-Vörden. Nach dem Bau- und Umweltausschuss hat nun auch der gesamte Gemeinderat den Aufstellungsbeschluss für den Windpark-Bebauungsplan Im Bernhorn im Ortsteil Vörden gefasst. Zudem wurde die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit eingeleitet. Einstimmig – bei einer Enthaltung von IGNV-Ratsherr Uwe Hensing.

Die anderen Vertreter der Wählergemeinschaft, aber auch die Kommunalpolitiker von CDU, FDP und SPD votierten dagegen geschlossen mit Ja. „Ich gehe optimistisch in die Planung“, sagte beispielsweise Liberalen-Sprecher Rainer Oesting, „ob es am Ende vier, sechs oder acht Windräder ist sekundär.“

Ganz so viel Euphorie versprühte Bernhard Wessel (CDU) nicht. Die Union stimme einem Aufstellungsbeschluss und einer öffentlichen Debatte zwar zu, „aber wir sind keineswegs kritiklos“, erklärte er mit Blick auf den von der Verwaltung vorgelegten Entwurf. Vor allem, ob es am Ende tatsächlich acht „Türme“ an der Ortsgrenze von Vörden nach Kalkriese werden, ist offenbar für ihn und andere im Rat noch nicht abschließend geklärt. „Wir beschließen ja heute auch nur den Startschuss des Verfahrens“, betonte IGNV-Fraktionsvorsitzender Josef Schönfeld, „noch ist nichts endgültig entschieden“.

Acht Räder – oder weniger?

Ein relativ eindeutige Haltung pro Windpark formulierte Ratsherr Hermann Schütte für die SPD. „Wir haben jetzt die Möglichkeit, nach Wenstrup ein zweites Gebiet in der Gemeinde umzusetzen“, sagte der Sozialdemokrat. Er gehe davon aus, dass „mit dem Windpark etwas Positives entstehen“ werde. Ist er für acht mächtige, fast 200 Meter hohe Räder? „Die endgültige Zahl und der endgültige Stand der Anlagen muss das Verfahren ergeben“, erklärt Schütte.

In der Gemeindeverwaltung in Neuenkirchen-Vörden erwartet Bauamtsleiter Jürgen Rolfsen, dass „im April oder Mai wohl der offizielle Auslegungsbeschluss“ erfolgen könne. Stufe zwei dieser Bauleitplanung. Bis dahin gehen er und Bürgermeister Ansgar Brockmann davon aus, dass sich die Bürger und die sogenannten Träger öffentlicher Belange mit Stellungnahmen in die Diskussion und Abwägung einbringen. „Solche Stellungnahmen sind wichtig für die spätere politische Entscheidung“, so Rolfsen. Auch diverse Gutachten zur Sache werden aktuell noch erstellt.

Bürgerinitiative vor Gründung

Auf den Zuhörerplätzen im Ratssitzungssaal nahm der Vertreter der Landwind Projekt GmbH, Felix Kronlage, die Äußerungen aus Politik und Verwaltung durchaus mit Wohlwollen zur Kenntnis. Das Unternehmen aus Gevensleben hatte die Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplanes für den Windpark zuvor offiziell beantragt. Aber es regt sich auch erster Widerstand in der Öffentlichkeit. Mit Michael Krabbe aus Astrup hat – noch in der Nacht nach der Ratssitzung – ein Bürger bereits schriftlich gegenüber unserer Redaktion angekündigt, in Vörden eine kritische Bürgerinitiative zu gründen , eine entsprechende Internet-Homepage aufzubauen und eine Unterschriftensammlung zu starten.


Auch die Nachbarn bauen:

In unmittelbarer Nachbarschaft zum geplanten Windpark Im Bernhorn (Vörden) befindet sich der Bürgerwindpark Kalkriese bereits mitten in der Bauphase. In wenigen Tagen werden hier die ersten Schwertransporte anrollen, um Teilstücke für die insgesamt zwölf „Türme“ anzuliefern. Ebenfalls auf Bramscher Stadtgebiet sollen – unweit von Vörden – noch ab Frühjahr 2016 die Windparks Ahrensfeld und Wittefeld (Epe-Malgarten und Lappenstuhl) errichtet werden. Hier ist der Bau von insgesamt 13 Windrädern vorgesehen. Auch sie sind – ähnlich wie die „Türme“ in Kalkriese und Im Bernhorn – jeweils 200 Meter hoch. Weitere vier Räder entstehen unterdessen auch im neuen Park in Rieste-Wittefeld. Ab April werden hier die Teile angeliefert, um noch im Jahr 2016 ans Netz gehen zu können.

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