Arbeit verläuft Hand in Hand Gelungene Integration in Neuenkirchen-Vörden

Ehrenamtliche Integrationsarbeit leisten auch Dina-Franziska Mahdouani, Iris Malik, Mohammad Igbal Malik und Christiane Paesler (von links). Foto: Ilona UphausEhrenamtliche Integrationsarbeit leisten auch Dina-Franziska Mahdouani, Iris Malik, Mohammad Igbal Malik und Christiane Paesler (von links). Foto: Ilona Uphaus

Neuenkirchen-Vörden. Spannende und berührende Geschichten sowie viele Informationen rund um die Integrationsarbeit in Neuenkirchen-Vörden gab es bei einem Treffen im Hotel Fehrenkamp.

Zum „Dankeschön-Abend“ hatte die Gemeinde alle eingeladen, die sich zum Teil schon seit Jahren ehrenamtlich einsetzen, um Neubürgern die Eingewöhnung zu erleichtern. Durch die vermehrte Zuweisung von Flüchtlingen, viele auch aus Syrien, ist das Engagement noch einmal stark gestiegen. Sozialamtsleiter Martin Wiewerich präsentierte die Zahlen: 52 Flüchtlinge sind aktuell eingetroffen, bis Januar kommen noch 51 dazu, wobei die Gemeinde noch in der glücklichen Lage sei, alle dezentral unterbringen zu können. Wer verfügbaren Wohnraum habe, solle sich melden. Dazu liefen auch Gespräche mit Investoren.

Dezentrale Unterbringung

Insgesamt wohnen jetzt 94 Asylbewerber in 18 Wohnungen in beiden Ortsteilen. Zehn Wohnungen für 49 Personen seien noch verfügbar. Doch die Ehrenamtlichen, von der Integrationsbeauftragen der Gemeinde, Katharina Schulz, persönlich vorgestellt, kennen die Gesichter hinter den Zahlen. Fünf Männer kümmern sich um die Fahrradwerkstatt, vier Frauen um das Nähcafé. Neben den neun ausgebildeten Integrationslotsen , die 15 verschiedene Sprachen abdecken, gibt es zusätzlich 15 Männer und Frauen, die Sprachkurse in der Gemeinde geben. Unter ihnen auch Dina-Franziska Mahdouani, deren Gruppe aus zehn Polen, drei Syrern und einer Frau aus der Ukraine besteht. Ihre Schüler seien „unheimlich motiviert“, sagt die Sozial-Pädagogin, die findet, dass die Kommunikation mit grundlegenden Dingen beim Kindergarten, in der Schule, beim Arzt und beim Einkaufen funktionieren muss. Wie schnell das Lernen bei vielen geht, weiß Iris Malik, die zusammen mit Christiane Paesler einen Kurs mit Kindern leitet. Hier werden oft auch praktische Dinge geübt wie das 1 x 1 oder der richtige Inhalt des Schulranzens wird besprochen. „Die Kinder, die anfangs in der Schule oft geweint haben, sind richtig aufgeblüht“, erzählt Christiane Paesler begeistert. Damit auch die Mütter von kleinen Kindern Deutsch lernen können , gibt es vormittags im katholischen Pfarrheim einen Krabbelkurs, während gleichzeitig im evangelischen Pfarrheim gelernt wird. So Hand in Hand funktioniert in Neuenkirchen-Vörden vieles. Nachhilfe für Schüler wurde kurzfristig in den Sommerferien angesetzt. Hier sprang die Gleichstellungsbeauftragte Maria Purtik ein, was ihr viel Spaß gemacht habe.

Sprachschüler zeigen sich hoch motiviert

Einmal im Monat treffen sich alle Sprachlehrer zum Austausch. Sie erfahren von Schülern, die nicht jedes Mal dabei sind und von dem jungen Mann Mohammed, der „die ganze Woche jeden Tag in einen Kurs geht“. Das verändere sich ständig, berichtet Christiane Paesler. Manche seien so fortgeschritten, dass sie den Kurs wechseln, weil sie den anderen weit voraus sind.

Gebannt lauschen die Gäste dem berührenden Song, den Jugendtreff-Mitarbeiterin Svetlana Esswein singt und am Keyboard spielt. Fasziniert hören sie die bewegenden Schilderungen einer Familienpatin. Gute Nachrichten gibt es viele an diesem Abend. 47000 Kilometer sind die 20 Radler von „Rund ums Rad“ aus Ankum, die das Integrationskochen mit zehn Cent je gefahrenem Kilometer unterstützen, schon gefahren, berichtet Katharina Schulz. Für das Koch-Projekt, aus dem ein Kochbuch mit Rezepten und Infos aus 23 Ländern entstand, gibt es demnächst einen Preis. Und beim Fußballspielen in der Turnhalle, das Andreas Neumann seit Jahren anbietet, sind jetzt auch sechs jugendliche Asylbewerber dabei.


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