Hilfe für syrische Familien Wörterbücher für Flüchtlinge in Neuenkirchen-Vörden

Visuelle Wörterbucher übergaben Martin Weitzmann (vorne, r.), Ehefrau Christa (hinten, 5.v.r.), Katharina Schulz (l.) und Auel Kelifa (r.) an die jungen Syrer. Foto: Ilona UphausVisuelle Wörterbucher übergaben Martin Weitzmann (vorne, r.), Ehefrau Christa (hinten, 5.v.r.), Katharina Schulz (l.) und Auel Kelifa (r.) an die jungen Syrer. Foto: Ilona Uphaus

Neuenkirchen-Vörden. Da wunderten sich die Kunden der Buchhandlung Weitzmann. Massenandrang in dem kleinen Laden. Der Grund war eine Aktion, die mit einem kleinen blauen Plastikschwein begann…

Für die üblichen Cent-Stücke – von Buchkäufern in der Regel als „Rundungsdifferenz“ für die Kaffeekasse gespendet – stellten Christa und Martin Weitzmann vor einigen Wochen ein Sparschwein auf. Versehen mit einem Schildchen: „Für Flüchtlinge in Neuenkirchen-Vörden“.

Ein Projekt, das zum Selbstläufer wurde. Denn immer mehr Kunden gaben immer großzügiger. Als das Schweinchen aus allen Nähten „platzte“, wandten die Weitzmanns sich an die Integrationsbeauftragte der Gemeinde, Katharina Schulz. Mit dem Vorschlag, der jetzt in die Tat umgesetzt wurde: 25 ganz besondere Wörterbücher wurden übergeben.

Zu den zahlreichen Fotos mit einer deutscher Beschreibung können sich die ausländischen Mitbürger hier den jeweiligen Begriff aus ihrer Muttersprache notieren. Das Buch werde auch in den offiziellen Sprachkursen eingesetzt, von denen zurzeit in beiden Ortsteilen insgesamt 16 angelaufen seien, berichtete Schulz.

Neun junge Syrer nahmen jeweils ein Wörterbuch in Empfang. Darunter Familie Sheko, drei Schwestern und ihr minderjähriger Cousin, die erst seit einem Monat in Neuenkirchen wohnen. Über ein Buch freute sich auch Hassan, der seit einem Jahr und sieben Monaten in Neuenkirchen lebt, und dem das Wort „Dankeschön“ schon flüssig über die Lippen kommt. Als Übersetzer ins Arabische fungierte Auel Kelifa, Angestellter der Gemeinde, der den jungen Leuten augenzwinkernd empfahl, pro Tag eine Seite auswendig zu lernen.

Ohne die große ehrenamtliche Unterstützung und die zahlreichen Spenden wäre die Integrationsarbeit hier so nicht möglich, betonte Katharina Schulz. Durch die vielen Projekte habe sich das Verhältnis zu den Einheimischen nachhaltig verbessert. Jetzt suche die Gemeinde „Familienpaten“, berichtete Schulz, die Flüchtlinge bei ihrem Neustart begleiten.


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