Immer wieder freitags Zur Kirmes sind in Bramsche Rangierkünste gefragt

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Alles ist ein bisschen eng, aber man hilft sich, wie hier Blumenverkäuferin Karin Grajetzki und (links) Renate Kelb vom Wieruper Hof. Foto: Hildegard Wekenborg-PlackeAlles ist ein bisschen eng, aber man hilft sich, wie hier Blumenverkäuferin Karin Grajetzki und (links) Renate Kelb vom Wieruper Hof. Foto: Hildegard Wekenborg-Placke

Bramsche. Zweimal im Jahr sind die Rangierkünste der Marktbeschicker noch mehr gefordert als an „normalen“ Freitagen. Zu den Kirmesterminen weichen die Stände auf den Bereich Brückenort/ Kuhstraße aus und da ist es viel enger als auf dem Marktplatz.

„Die können schon gut Auto fahren“, meint Melanie Schmitz bewundernd. Am Kirmes-Freitagmorgen muss die Marktmeisterin selbst fast so früh aufstehen wie die Händler. Die Stromkästen, die die Stadtwerke eigens für diese besonderen Tage einrichten, müssen aufgeschlossen werden. Für die Anschlüsse am Marktplatz haben die Beschicker selbst Schlüssel.

Einer der Ersten ist an diesem Freitag Horst Myzyk mit seinem Fischstand. „Ich bin immer schon gegen 5.45 Uhr hier“, meint er. Dann wird der Wagen aufgestellt. Mit dem Öffnen der Klappe muss er aber an diesem Tag noch ein bisschen warten, sonst kommen seine Kollegen nicht mehr durch. Vor dem Schuh-Filialisten ist nicht besonders viel Platz.

„Das ist Millimeterarbeit, und dann noch im Dunkeln“, meint Melanie Schmitz anerkennend. Wenn ein neuer Wagen größer ausfällt, stellen Mauern, Beete und vor allem Laternenmasten die Fahrer der Markt-Transporter vor besondere Herausforderungen. „Ach, das klappt irgendwie immer“, winkt Bäcker Clemens Heidkönig ab. Dann muss eben jemand einweisen. „Nur letztes Jahr war es kriminell“, erinnert er sich an umfangreichen Bauarbeiten im Bereich Münsterstraße, Kirchplatz und Kuhstraße. Die Zufahrt über die Kuhstraße war gesperrt, alle Händler mussten über den Brückenort an- und abfahren . „Aber wir kennen uns ja alle. Da spricht man sich miteinander ab. Jeder weiß, was er zu tun hat“, meint er weiter. „Ausschlafen ist nicht“, fügt Claudia Reichow vom Gemüsehof Schwienheer lachend hinzu.

Je kleiner der Stand, desto leichter ist es, einen Platz zu finden. Wer wie Marktsenior Werner Erdmann quasi aus dem Auto heraus verkauft, reiht sich irgendwie ein. Wer mit einem großen LKW kommt wie Blumenhändler Ludger Gröne, hat zur Kirmes einen besonders langen Arbeitstag. Morgens als einer der Ersten anliefern, Stand aufbauen, den LKW auf einem benachbarten Parkplatz abstellen - und mittags warten, bis alle anderen wieder abgefahren sind - das ist für Gröne und seine Mitarbeiterin Karin Grajetzki schon längst Routine. „Heute sind die Kirmesleute ja schon alle da. Früher kamen manche noch am Freitag. Das konnte schon eng werden“, erinnert sie sich. Und packt mit an, um Renate Kelb von der Bio-Bäckerei Wieruper Hof beim Wenden und Ankoppeln ihres Hängers zu helfen.

Alles ist an Kirmestagen ein bisschen enger, mancher muss sich beeilen, um am Nachmittag anderenorts auf dem Markt zu stehen. Dennoch es herrscht Gelassenheit vor. Oder, um einen bekannten Vertreter der Stadt Bramsche zu zitieren: „Es ruckelt sich schon zurecht“. Und noch ein Zitat: „Der Letzte dreht den Schlüssel um.“ In diesem Fall ist das Melanie Schmitz, die die Stromkästen zum Marktschluss wieder absperrt.


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