Spatenstich für Neubau bei Rieste PSA Peugeot Citroën zieht im Niedersachsenpark um

Von Marcus Alwes


Rieste. Der Automobilkonzern PSA Peugeot Citroën verlagert den Sitz seines Logistikzentrums innerhalb des Niedersachsenparks. Die neuen Hallen dafür sollen bis zum kommenden Frühjahr auf einem insgesamt vier Hektar großen Gelände in unmittelbarer Nachbarschaft zum bisherigen Standort entstehen.

„Diese Maßnahme gehört zu einem speziellen Programm unseres neuen Konzernvorstandes. Es heißt ,back in the race‘ und umfasst unter anderem Flächenoptimierungen an verschiedenen Standorten“, sagt der Leiter des PSA-Logistikzentrums in Rieste, Benoit Gaucherand. Die bisherigen Hallen- und Bürokapazitäten im Niedersachsenpark – rund 44000 Quadratmeter – hätten sich zuletzt als zu groß erwiesen. Ab April 2016 würden entsprechend kleinere Räume bezogen, die etwa 20000 Quadratmeter umfassen. „Es erfolgt also eine Anpassung“, erläutert Gaucherand.

Der Automobilkonzern habe sich aber „ganz bewusst dazu entschieden“, mit seinem Logistikzentrum im interkommunalen Industrie- und Gewerbegebie an der Autobahn 1 zu bleiben. „Hier kennen wir die Bedingungen. Hier können wir unsere Belegschaft behalten. Hier haben wir eine gute Perspektive“, so Gaucherand. Die Mitarbeiterzahl solle trotz der verkleinerten Arbeitsflächen bei circa 120 Beschäftigten bleiben. Und „ab dem kommenden Monat“ werde in Rieste noch ein erweiterter Internethandel – also der Geschäftsbereich E-Commerce für die Auslieferungsgebiete Niederlande und Skandinavien – hinzukommen.

P3 baut die neuen Hallen

Die neuen Hallen für PSA werden unterdessen von der PointPark Properties GmbH (P3 aus Frankfurt/Prag) gebaut. Die Gesellschaft für Logistikimmobilien hat auch das Vier-Hektar-Grundstück im Park samt einer weiteren Optionsfläche erworben. „Wir befinden uns auf Expansionskurs in Westeuropa“, sagt P3-Managing-Direktor Jürgen Diehl. Bislang biete sein Unternehmen drei Millionen Quadratmeter an Hallenflächen an. Tendenz steigend.

Der neue Gebäudekomplex im Niedersachsenpark solle bis zum April fertiggestellt sein. Zuvor werde feierlich „die erste Stütze im Oktober“ gesetzt und „noch vor Weihnachten Richtfest sein“, so Diehl. Die Übergabe an den Mieter PSA Peugeot Citroën sei schließlich für das Frühjahr geplant. Bis zum Juni solle der komplette Umzug erfolgen. Das neue Logistikzentrum werde schließlich 167 Meter lang, 102 Meter „tief“ und zehn Meter hoch sein. Die Fertigstellung des Bauvorhabens vollzieht P3 in enger Zusammenarbeit mit der GSE Design & Build GmbH aus Saarbrücken. „Ein bewährter Partner“, wie Jürgen Diehl unterstreicht.

Bis April 2016 fertig

Ebenfalls bewährt habe sich die langjährige, in Frankreich vollzogene Zusammenarbeit mit PSA. Deshalb sei für die künftigen Hallen bei Rieste auch ein langfristiger Mietvertrag mit siebenjähriger Laufzeit vereinbart worden. Und was geschieht mit den Flächen am jetzigen Noch-Standort? „Das ist Sache der AXA Real Estate. Der Gesellschaft gehören die Hallen“, sagt der Geschäftsführer der Niedersachsenpark GmbH, Uwe Schumacher. Und ergänzt: „Wir haben natürlich ein großes Interesse daran, dass kein allzu langer Leerstand entsteht.“

So sieht es übrigens auch der Riester Bürgermeister Sebastian Hüdepohl. „Wir freuen uns, dass PSA hier bleibt und damit seine Verbundenheit mit dem Standort und den Menschen vor Ort dokumentiert. Schön ist auch, dass bewährte Kräfte bei dem Neubau-Projekt wieder an einem Strang ziehen und zusammenarbeiten.“


PSA bleibt im Niedersachsenpark bei Rieste und Neuenkirchen-Vörden. Mindestens für weitere sieben Jahre. Das ist gut – für die 120 Beschäftigten, weil sie an gewohnter Stelle ihr Geld verdienen können. Das ist gut – für die Park-Manager, weil ihnen ein prominenter Name erhalten bleibt. Das ist gut – für den Automobilkonzern selbst, weil er trotz eines Umzuges nicht viel verändern muss. Das ist gut – für die Geschäftspartner von PSA, weil auch sie ihre Abläufe kaum umstellen müssen.

Folglich hat die Nachricht, die nun auch offiziell verkündet wurde, für alle Beteiligten etwas Positives. Und sie belegt: Die heimischen Wirtschaftsförderer müssen nicht immer nur „Neuzugänge“ präsentieren, um in zufriedene Gesichter schauen zu können. Es darf auch als Erfolg gewertet werden, einem Unternehmen, das sich verändern will oder muss, das dafür passende (Flächen-)Angebot machen zu können.

0 Kommentare