CDU-Ziel: Mehr Frauen in den Rat Union will in Vörden die stärkste Kraft bleiben

Von Marcus Alwes


Neuenkirchen-Vörden. Der eine will die meisten der Kandidatennamen „bis Oktober oder November“ kennen, der andere seine Bewerber „bis etwa Weihnachten“ zusammengetragen haben. Bei Martin Menke (Neuenkirchen) und Heinich Brand (Vörden) laufen die Vorbereitungsfäden der beiden CDU-Ortsgruppen für die Kommunalwahl 2016 zusammen.

Namen noch dieses Jahr

Nicht nur eine gemeinsame Kandidatenliste wollen die Ortsverbandsvorsitzenden anschließend aufstellen (wohl Februar/März). Auch die Themen, die im Laufe des anstehenden Wahlkampfes in den Vordergrund gerückt werden sollen, dürften bis dahin endgültig geklärt sein. „Zuwanderung und Integration wird uns beschäftigen. Sachgerechte Lösungen für unsere örtliche Schullandschaft. Ganz, ganz wichtig ist auch die allgemeine Stärkung des Vereinslebens“, gibt der Vördener CDU-Chef Brand schon einmal einen kleinen inhaltlichen Vorgeschmack. „Dazu natürlich Eckpunkte einer sinnvollen Entwicklung der beiden Ortsteile. Das Wohnen, Bauen, die Infrastruktur und die Unterstützung des Niedersachsenparks.“

Die Union ist die einzige der politischen Gruppierungen in der beschaulichen Gemeinde, die nicht über einen gemeinsamen Ortsverband verfügt, sondern auf Parteiebene ihre Mitglieder immer noch nach Neuenkirchenern und Vördenern aufteilt. Im Rat allerdings ist die Union dennoch mit zehn von insgesamt 21 Sitzen die stärkste Kraft. Zusammen mit FDP-Ratsherr Rainer Oesting stellt sie die Mehrheit.

Weiterhin also die bestimmende Fraktion? „Das soll auch so bleiben“, betont Martin Menke. „Unser Ziel bei der Kommunalwahl ist die absolute Mehrheit, also Kontinuität für die Bürger“, pflichtet ihm Heinrich Brand bei. Und sollte es zu eben dieser nicht reichen, „läuft es ja im Rat mit der FDP zusammen eigentlich ganz ordentlich“ . Auch mit einer Fortsetzung dieses Bündnisses könne er folglich leben.

Menke und Brand betonen ähnlich wie die Ortsvorsitzenden von SPD, IGNV und Liberalen , dass es nicht einfach sei, andere Menschen für eine Kandidatur für den Gemeinderat zu begeistern. „Ein Ratsmandat zu bekleiden, bedeutet immer auch Zeit, die man dafür investieren muss“, redet der Neuenkirchener CDU-Vorsitzende Menke nicht lange um den heißen Brei herum.

Ziel: Absolute Mehrheit

Gerne würden beide den Damenanteil im örtlichen Gemeinderat (aktuell zwei von 21) erhöhen. So wie der politische Gegner übrigens auch. Im Gegensatz zur SPD (zwei Ratsfrauen) ist die Unions-Fraktion aber augenblicklich noch ein reiner Männertreff.

Wie sich das ändern lässt? „Ich finde, das Quorum unserer Partei sollte auch bei unserer Listenaufstellung berücksichtigt werden“, sagt Martin Menke: „Als Zeichen sollten im vorderen Drittel der Liste zwei Frauen zu finden sein.“ Also auf durchaus aussichtsreichen Plätzen.

Weitere Bewegung könnte zeitgleich auch in die Bemühungen einiger Christdemokraten kommen, die die beiden einzelnen Ortsgruppen gerne zu einem Ortsverband Neuenkirchen-Vörden zusammenführen würden. „Es gilt, den richtigen Zeitpunkt dafür zu finden“, sagt Heinrich Brand. Ein kategorisches Nein ist das nicht.


BN-Serie, Teil 4:

Vertreter von drei Parteien (CDU, FDP, SPD) und einer Wählergemeinschaft (IGNV) gehören aktuell dem Gemeinderat in Neuenkirchen-Vörden an. Im Herbst 2016 wird das Gremium (dann inklusive Bürgermeister Borckmann sogar mit 23 Sitzen) in der 8100-Einwohner-Kommune neu gewählt. Alle Bürger ab 16 Jahren sind dann zur Stimmabgabe aufgerufen.

Schon jetzt beginnen in den politischen Gruppierungen die ersten Vorbereitungen auf diese Wahl. In einer vierteiligen Serie beschreibt und bewertet unsere Redaktion in diesen Tagen die Situation bei Christdemokraten, Sozialdemokraten, Liberalen und der Wählergemeinschaft.