Andere Mehrheit bei Wahl 2016? SPD sendet in Vörden eifrig Signale an die IGNV

Von Marcus Alwes


Neuenkirchen-Vörden. Die eigentliche Listenaufstellung für die Gemeinderatswahlen werde wohl erst im Februar 2016 erfolgen, sagt Andreas Frankenberg, doch ihre Kandidatensuche haben die Sozialdemokraten in Neuenkirchen-Vörden längst eingeleitet.

„Jeder bei uns in der Fraktion hat die Aufgabe, Personen anzusprechen, die auch für eine Kandidatur infrage kommen. Und das ist auch schon geschehen“, erklärt der Vorsitzende des SPD-Ortsvereins.

Das Ziel seiner Partei bei den nächsten Kommunalwahlen ist klar. „Wir wollen stärker werden“, sagt Frankenberg, „wir wollen zeitgleich eine absolute Mehrheit der CDU verhindern. Und wir wollen im Rat eine Mehrheit ohne die Union bilden. Möglicherweise zusammen mit der IGNV.“ Ob er sich theoretisch auch die FDP als dritte Säule einer solchen Mehrheit vorstellen könne, lässt der Ratsherr aus der Bauerschaft Astrup dagegen augenblicklich noch offen.

Kandidaten: „Zwölf plus“

Fakt ist: Wer ab Herbst 2016 in Neuenkirchen-Vörden regieren will (ob alleine oder in einem Bündnis), wird dafür zwölf der dann insgesamt 23 Sitze erreichen müssen. Aktuell kommen die Sozialdemokraten um ihren emsigen Stimmenmagneten Hermann Schütte auf fünf Mandate, die Wählergemeinschaft IGNV auf vier.

„Auf unserer Kandidatenliste bei der SPD wollen wir im Februar aber nicht nur fünf, sondern zwölf oder mehr Personen aufstellen“, unterstreicht Andreas Frankenberg im Gespräch mit unserer Redaktion, „dann wird auch mindestens ein jüngerer Kandidat dabei sein. Und wir wollen, dass sich verstärkt Frauen um einen Sitz bewerben.“ Diese Absicht haben die Genossen jedoch nicht exklusiv für sich. Ähnlich hatte sich zuletzt auch der Sprecher des FDP-Ortsverbandes, Rainer Oesting, geäußert. Doch die SPD ist in Neuenkirchen-Vörden aktuell die einzige Partei, die überhaupt über weibliche Ratsmitglieder in ihren Reihen verfügt.

Frankenberg möchte in dem kommenden 13 Monaten bis zur Wahl zudem „das inhaltliche Profil deutlich erkennbar schärfen und herausstellen“. Beispielsweise beim Thema Straßenbau – gerade auch in den Außenbereichen – „werden wir das Thema einer Wegegenossenschaft in Kürze noch einmal auf die Tagesordnung setzen“, kündigt er an. Es gelte ferner, ein dauerhaft tragfähiges Konzept für die Gemeinde als Schulstandort zu entwickeln sowie „mit überzeugenden Ideen die kommunale Jugendarbeit zu stärken und zu forcieren“.

Straßen, Schule, Jugend

Erfreut hatten sich die SPD-Vertreter in den vergangenen Monaten auch immer wieder darüber geäußert, dass ihre Meinung in Sachfragen der Gemeindepolitik unter dem neuen Bürgermeister Ansgar Brockmann – immerhin ein eingetragenes CDU-Mitglied – durchaus Gehör und Berücksichtigung finde. Im Gegenzug erfährt der Verwaltungsleiter durch die SPD-Fraktion in der Regel eine konstruktive Mitarbeit im Rat . Öffentlich ausgetragene Meinungsverschiedenheiten zwischen Brockmann und den örtlichen Sozialdemokraten gibt es bislang selten. Die nächsten Monate werden – je näher der Wahltermin rückt – zeigen, ob dieser Zustand anhält.


BN-Serie, Teil 2:

Vertreter von drei Parteien (CDU, FDP, SPD) und einer Wählergemeinschaft (IGNV) gehören aktuell dem Gemeinderat in Neuenkirchen-Vörden an. Im Herbst 2016 wird das Gremium (dann inkl. Bürgermeister sogar 23 Sitze) in der 8100-Einwohner-Kommune neu gewählt. Alle Bürger ab 16 J. sind zur Stimmabgabe aufgerufen.

Schon jetzt beginnen in den politischen Gruppierungen die ersten Vorbereitungen auf diese Wahl. In einer vierteiligen Serie beschreibt und bewertet unsere Redaktion in diesen Tagen die Situation bei Union, Sozialdemokraten, Liberalen und Wählergemeinschaft.