FDP-Vorbereitung auf Wahl 2016 Liberale in Vörden lassen die Bündnisfrage offen

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Neuenkirchen-Vörden. Geht es nach Ratsherr Rainer Oesting, dann wird die FDP im kommenden Jahr „ohne eine vorherige Koalitionsaussage“ in die Gemeinderatswahl in Neuenkirchen-Vörden gehen, sich also zunächst „neutral verhalten“.

Das erklärte der Kommunalpolitiker und Vorsitzende des liberalen Ortsverbandes gegenüber unserer Redaktion. „Wir haben in der FDP dazu noch keinen offiziellen Vorstandsbeschluss gefasst, aber ich finde, wir sollten offen in die Wahl reingehen. Und dann die tatsächlichen Ergebnisse abwarten und ansehen“, erklärte Oesting.

Aktuell arbeitet er als Einzelkämpfer seiner Partei in einem Fraktionsbündnis mit den zehn CDU-Vertretern zusammen und sorgt so für eine Einstimmenmehrheit des bürgerlichen Zusammenschlusses. Die Opposition bilden hingegen SPD (5 Sitze) und die Wählergemeinschaft IGNV (4). Dazu kommt als stimmberechtigtes Ratsmitglied der hauptamtliche Bürgermeister und Verwaltungschef Ansgar Brockmann.

„Eigene Fraktion bilden“

„Es wäre toll, wenn wir bei der nächsten Wahl als FDP mindestens einen weiteren Sitz dazugewinnen könnten“, stellt Oesting heraus, „dann könnten wir im Rat eine eigenständige Fraktion bilden – und sicherlich noch mehr bewegen und anregen.“ Momentan nehme er dagegen mit Blick auf den politischen Partner, die Union, „noch sehr häufig Rücksicht“.

Themen, die die Liberalen bis zum Wahltag im Herbst 2016 gezielt des Öfteren vor Ort in den Mittelpunkt ihrer Arbeit stellen wollen, sieht der Familienvater und Vertriebsingenieur in einer eher sparsamen Haushaltspolitik („wir wollen da im Vergleich zu den anderen Parteien unbequem sein und auch mal querdenken“), in der lokalen Energieversorgung sowie in der Schul- und Kindergartenpolitik.

Haushalt, Energie, Schule

In seiner Funktion als Vorsitzender des FDP-Ortsverbandes in Neuenkirchen-Vörden kommt auf Oesting aber auch die Aufgabe zu, die Aufstellung der Kandidatenlisten seiner Partei für die Kommunalwahlen federführend zu organisieren. „Und ich gebe zu, dass es durchaus nicht einfach ist, Bürger dafür zu gewinnen, für ein Mandat zu kandidieren.“ Er habe – ähnlich wie andere Mitstreiter bei den Liberalen auch – bereits eine ganze Reihe von Bürgern angesprochen, betont er. „Und wir wollen als kleine Partei im Frühjahr 2016 acht oder mehr Kandidaten aufstellen.“

Froh ist Oesting, dass er bereits jetzt die Zusage eines jüngeren Bewerbers („Mitte 20“) bekommen hat, auf der FDP-Liste als Bewerber für den Gemeinderat anzutreten. „Aus dieser Altersgruppe hätten wir übrigens gerne noch mehr Kandidaten“, unterstreicht er. „Und wir würden uns freuen, wenn wir verstärkt auch Frauen dafür gewinnen könnten, sich aufstellen zu lassen.“

Ein Ziel, das übrigens auch die politische Konkurrenz hat. Denn unter den momentan gewählten 21 Ratsmitgliedern im Ort sind nur zwei Frauen. Beide (Nicole Karadag und Helga Globisch) gehören der SPD an. CDU/FDP und IGNV sind – wohl eher unfreiwillig – bislang reine Männerzirkel. „Ich bin vorsichtig optimistisch, dass sich das mit der Wahl ändern wird“, sagt Oesting.


BN-Serie, Teil 1:

Vertreter von drei Parteien (CDU, FDP, SPD) und einer Wählergemeinschaft (IGNV) gehören aktuell dem Gemeinderat in Neuenkirchen-Vörden an. Im Herbst 2016 wird das Gremium (dann inkl. Bürgermeister sogar 23 Sitze) in der 8100-Einwohner-Kommune neu gewählt. Alle Bürger ab 16 J. sind dann zur Stimmabgabe aufgerufen.

Schon jetzt beginnen in den politischen Gruppierungen die ersten Vorbereitungen auf diese Wahl. In einer vierteiligen Serie beschreibt und bewertet unsere Redaktion in den kommenden Tagen die Situation bei Union, Sozialdemokraten, Liberalen und Wählergemeinschaft.

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